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Harte Fakten - Waldschlößchenbrücke bekommt Betonkern

Harte Fakten - Waldschlößchenbrücke bekommt Betonkern

Hans-Joachim Kummert, oberster Bauleiter der Dresdner Waldschlößchenbrücke, trägt die Figur einer Kleinen Hufeisennase am Schlüsselbund. „Sonst würde ich wohl nie eine zu Gesicht bekommen", lacht der Sachse.

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Die Baustelle der Waldschlößchenbrücke.

Quelle: dpa

Dresden. Jedenfalls habe sich bisher noch kein Exemplar der Fledermausart auf der Baustelle blicken lassen. Dabei war die Kleine Hufeisennase die große Hoffnung aller, die eine Brücke an dieser Stelle nicht wollten. Aber auch andere Tiere wie der Schmetterling Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, die Libelle Grüne Keiljungfer und der Wachtelkönig vermochten den Bau nicht zu stoppen.

Dennoch hat die Hufeisennase - in deren Einflugschneise die Brücke angeblich liegen soll - einen kleinen Sieg davongetragen: Ihretwegen wird man hier nur mit Tempo 30 über die Elbe fahren dürfen. Ein Blitzer soll mangelnde Tierliebe der Autofahrer ahnden und wird vermutlich als letztes Brückenteil montiert. Bis es soweit ist, fließt aber noch jede Menge Wasser in der Elbe gen Norden und zugleich viel Beton in den Brückenbau. Mitte August soll die Stahlkonstruktion ihren Kern erhalten. Rund 1000 Kubikmeter Beton werden von beiden Ufern aus in ein vorbereitetes Stahlgeflecht gepumpt.

Für Kummert ist es die letzte logistische Meisterleistung an der Brücke. Alles Weitere scheint bis zur geplanten Vollendung im April oder Mai 2012 Routine. Der Beton muss „in einem Stück" ohne Unterbrechung verarbeitet werden. Über riesige Schläuche gelangt das Material in den Mittelteil. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht müssen die Lkw mit der noch formbaren Masse bereitstehen. Notfalls werde auch nachts gearbeitet, sagt Reinhard Koettnitz, der Chef des Dresdner Straßen- und Tiefbauamtes. Derzeit sieht er den Bau „voll im Plan". Aber schon ein Hochwasser könne alles über den Haufen werfen.

Bauleiter Kummert steht auf der Brücke und preist den „schönsten Blick auf Dresden". Das ist freilich eine Frage der Perspektive. Der Blick auf die Brücke jedenfalls hat das Unesco-Komitee bewogen, dem Dresdner Elbtal den begehrten Welterbe-Titel wieder wegzunehmen. Kummert spricht von Polemik und Machtspielen. Das habe nur zu unnötigen Verzögerungen geführt und Geld gekostet. Er empfinde die Brücke keinesfalls als Monstrum. Auch Besucher der Baustelle sähen das so. Demonstranten gegen den Bau gebe es nicht mehr. „Die sind alle bei Stuttgart 21", vermutet Kummert.

Tatsächlich zweifelt keiner mehr, dass der Brücke noch etwas in die Quere kommt. Zwar wird ab September weiter über Klagen von Umweltverbänden verhandelt. Als Konsequenz dürften aber maximal weitere Umweltauflagen folgen. Erst wenn die 636 Meter lange Brücke mit ihrer Tunnelanbindung steht, werden auch alle Kosten exakt auf dem Tisch liegen. 157 Millionen Euro sind für die Elbquerung veranschlagt. Die Prognose für Mehrkosten liegt bei 25 Millionen Euro. An ein Fest zur Einweihung denkt Koettnitz noch nicht. „Ich bin Baumensch. Die Feier müssen sich andere ausdenken."

Von Jörg Schurig, dpa

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