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Heimliche Fotos in Freibädern – Betreiber in Sachsen lehnen Handyverbote noch ab

Sommer Heimliche Fotos in Freibädern – Betreiber in Sachsen lehnen Handyverbote noch ab

Fotos im Freibad sind ein sensibles Thema, denn dort sind die Leute nur spärlich bekleidet und das Persönlichkeitsrecht legt fest, dass die Bilder nur mit Zustimmung der abgebildeten Person veröffentlich werden dürfen. So gehen die Schwimmbäder in Mitteldeutschland mit Handykameras um.

Handyfotos im Freibad sind ein sensibles Thema. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Ferienstart und Sonne – die Freibäder in Sachsen und Thüringen stellen sich ab heute auf viel Andrang ein. Doch bei vielen Gästen wird das Badevergnügen getrübt, wenn danach unerwünschte Fotos in sozialen Netzwerken wie Facebook auftauchen. Um das Persönlichkeitsrecht ihrer Gäste zu schützen, greifen deshalb bundesweit immer mehr Badbetreiber zu radikalen Mitteln: Sie verbieten das Fotografieren oder verbannen Smartphones komplett.

Bislang lediglich Einzelfälle bekannt

Den juristischen Hintergrund dafür liefern das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Kunsturhebergesetz. Verboten ist demnach zwar nicht das Fotografieren im öffentlichen Raum an sich, jedoch die Verbreitung oder Veröffentlichung ohne Zustimmung der abgebildeten Personen. Besonders sensibel ist die Situation in Schwimmbädern wegen der dort üblichen spärlichen Bekleidung, besonders bei Kindern. Das Strafgesetzbuch kann greifen, wenn der persönliche Lebensbereich durch Bildaufnahmen verletzt wird.

Handyverbot in Freibädern

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In der Region sind bislang eher Einzelfälle bekannt. So versuchten in Leisnig (Kreis Mittelsachsen) Jugendliche per Handystick den Innenraum einer Umkleidebox zu fotografieren. Uwe Dietrich vom Leisniger Ordnungsamt lehnt ein generelles Verbot als Konsequenz daraus dennoch ab: „Wo es möglich ist, achtet das Freibad-Personal darauf, dass es zu solchen Belästigungen nicht kommt.“ Auch das Döbelner Stadtbad beschäftigte sich mit dem Thema, nachdem der Bäderverband eine Rundmail versendet hat.

Fotoverbot steht in der Badeordnung

„Jedes Bad soll demnach auf Schildern in vier Sprachen darauf hinweisen, dass das Fotografieren und Filmen von Personen ohne deren Einwilligung verboten ist“, sagt Simone Jentzsch, verantwortliche Mitarbeiterin beim Betreiber Stadtwerke. Das Film- und Fotografier-Verbot stehe schon seit 2015 in der Badeordnung. „Im Hallenbad praktizieren wir das und haben Leute, die beim Schwimmkurs für Kinder durch die Glasscheiben fotografiert haben, ermahnt und zum Löschen der Bilder aufgefordert“, so Jentzsch. Handyverbot wolle man nicht verhängen.

In der Haus- und Badordnung des Erlebnisbades Platsch in Oschatz (Kreis Nordsachsen) hingegen steht kein solches Verbot, allerdings dürfen Sauna- und Badegäste nicht durch unverhältnismäßig häufiges Filmen oder Fotografieren belästigt werden. Uta Moritz, Geschäftsführerin des Badbetreibers: „Unser Personal weist auf diesen Passus hin und hat ein Auge darauf, dass es nicht überhandnimmt.“

Auch an der Kiesgrube Eilenburg (Kreis Nordsachsen) gibt es bislang kein generelles Verbot. Dies zu kontrollieren, sei auf dem weitläufigen Gelände auch sehr schwierig, begründet Verwalterin Beate Millemann. Klagen seien nicht bekannt. Ändere sich das aber, werde man gegen illegales Fotografieren vorgehen. Dagegen wurden im Altenburger Südbad (Kreis Altenburger Land) schon gelegentlich Beschwerden über unerwünschte Fotos vorgebracht, sagt Schwimmmeisterin Heide Korinth. „Aber das sind eher die Ausnahmen.“

Kein Anlass für generelles Handyverbot in Leipzigs Bädern

Entspannt sehen die Bademeister im Kreis Leipzig die Lage, so im Freibad Großbothen. „Wir hatten bisher keine Probleme, dass Gäste heimlich Bilder von fremden Kindern ins Internet gestellt haben“, sagt Sprecherin Tina Stroisch. Keinen Anlass für ein generelles Handyverbot in den Leipziger Bädern sieht Katja Gläß, Sprecherin der Leipziger Wasserwerke, zu denen die Sportbäder GmbH gehört. Badbesucher, die sich durch Handynutzer belästigt fühlen, sollten sich sofort an die Aufsicht wenden, rät Gläß. Ein Fotografierverbot gelte ohnehin.

Von Roland Herold

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