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Hilfsfonds für Opfer aus DDR-Heimen braucht mehr Geld

Hilfsfonds für Opfer aus DDR-Heimen braucht mehr Geld

Für den Hilfsfonds für Opfer der zum Teil drakonischen DDR-Heimerziehung wird mehr Geld benötigt. Betroffene, die jetzt erst einen Antrag stellen, können vorläufig nicht mit einer Zusage auf Unterstützung rechnen.

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Das Gut Ermlitz diente in der DDR als Kinderheim.

Quelle: Armin Kühne

Berlin. Derzeit würden aus dem 40-Millionen-Euro-Fonds von Bund und Ländern nur noch Gelder ausgezahlt, wenn Betroffene bereits Zahlungszusagen bekommen oder schon eine Beratungsstelle aufgesucht hätten, sagte ein Sprecher des zuständigen Bundesfamilienministeriums am Montag. Zuvor hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) über die Ebbe im Fonds berichtet.

Im Frühjahr 2014 soll es nun neue Gespräche mit den Bundesländern geben. Die Länder müssten Vorschläge zur weiteren Finanzierung des Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 - 1990“ machen, so der Sprecher. Der Fonds war im Juli 2012 gestartet und wird auch aus Geldern der Kirchen und anderer Organisationen gespeist. Es sei immer klar gewesen, dass die 40 Millionen Euro nicht ausreichen werden, erklärte der Ministeriumssprecher. Nach Informationen des RBB wird von benötigten 200 Millionen Euro ausgegangen. Diese Angabe bestätigte der Sprecher aber nicht.

Viele Kinder und Jugendliche, die in der DDR in Heimen aufwuchsen, haben von Prügel, Drangsalierungen, Misshandlungen und Missbrauch berichtet. Einige mussten hart arbeiten, erhielten aber kaum Lohn. Oft zahlten die Heime für sie auch keine Sozialbeiträge. Viele ehemalige Heimkinder leiden noch heute unter den Erlebnissen. Der Fonds soll Folgeschäden zu mildern.

Mit den Geldern wird bei Bedarf auch eine berufliche Weiterbildung finanziert. Bei anderen einst Drangsalierten geht es um die Verbesserung der Wohnsituation oder medizinische Leistungen von der Kur bis zur Therapie. Wenn ein Heim jugendliche Schützlinge nachweislich zur Arbeit zwang und keine Sozialleistungen abführte, stehen den Betroffenen heute pro Arbeitsmonat 300 Euro als Rentenersatzleistung zur Verfügung.

In der DDR gab es Schätzungen zufolge rund 120 000 Heimkinder. Doch längst nicht alle haben Unrecht erlitten. Für Westdeutschland besteht für die Jahre 1949 bis 1975 ein ähnlicher Fonds, gefüllt mit 120 Millionen Euro. In diesem Zeitraum gab es in der Bundesrepublik schätzungsweise 800 000 Kinder und Jugendliche, die in staatlichen und kirchlichen Heimen untergebracht waren. Viele von ihnen mussten ähnlich unangenehme Erfahrungen machen wie ihre Altersgenossen in der DDR. Insgesamt wird mit Entschädigungsansprüchen von mehreren zehntausend Betroffenen gerechnet.

dpa

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