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Hochwasser-Lage in Teilen Sachsens weiter ernst

Hochwasser-Lage in Teilen Sachsens weiter ernst

Görlitz. Anhaltender Dauerregen in Ostsachsen hat die Pegelstände der Flüsse am Dienstag weiter kräftig ansteigen lassen. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt und Geologie war die Lage östlich der Elbe weiter angespannt.

In der Lausitzer Neiße in Zittau sei der Höchststand in der Nacht schon erreicht worden, sagte Sprecherin Karin Bernhardt. In Görlitz steige der Wasserstand dagegen noch leicht an und scheine sich - höher als bisher prognostiziert - bei 6,30 Metern einzupegeln. Allerdings prüften die Behörden am Mittag eine teilweise Aufhebung des Katastrophenalarms.

Der Landkreis Görlitz hatte diesen in der Nacht zum Dienstag - nur gut sieben Wochen nach dem letzten Hochwasser - wieder ausgerufen. Am Dienstagmittag wurde aber bereits geprüft, ihn zumindest im südlichen Gebiet wieder aufzuheben. Zum Problem könnte jedoch die Talsperre Quitzdorf werden, die durch das Hochwasser führende Flüsschen Schwarzer Schöps fast vollgelaufen sei. Sie stoße an ihre Grenzen, sagte Landrat Bernd Lange.   

In der Görlitzer Altstadt trat die Neiße über die Ufer, Straßen waren nicht mehr befahrbar und wurden gesperrt. „Wir gehen davon aus, dass es sich auch länger auf diesem Niveau bewegen wird“, sagte Bernhardt. Alarmstufe vier werde vorerst bestehen bleiben. Aus Sicht von Landrat Bernd Lange ist die Lage nicht dramatisch. Bisher habe es keine Evakuierungen gegeben, die Dämme hielten und würden kontrolliert. „Es ist eine vollkommen andere Lage als Anfang August, weil sich das Wasser gleichmäßig verteilt und langsam statt in einer reißenden Welle kommt.“   

Die Region entlang der Neiße war besonders betroffen vom letzten Hochwasser. Bei den massiven Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen im Raum Chemnitz und in Ostsachsen waren drei Menschen ums Leben gekommen, es entstanden Schäden von rund 800 Millionen Euro.   

Der Landkreis Meißen rief ebenfalls Katastrophenalarm für den Raum Großenhain aus. Auch hier wurde aber im Laufe des Tages mit einer Entspannung gerechnet. Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums galt am Dienstagmittag an 7 Pegeln im Freistaat die höchste Alarmstufe. Betroffen waren die Flüsse Große Röder und Schwarze Elster, Schwarzer Schöps und Lausitzer Neiße. An weiteren zehn Pegeln waren die Werte der Warnstufe 3 erreicht. „Dort, wo es aufhört zu regnen, ist es nicht kritisch“, sagte Bernhardt.   

„Wo die höchste Alarmstufe gilt, kann man sicher nur von leichter Entspannung in den Oberläufen sprechen, bei den unteren Warnstufen wird sich die Situation entspannen.“ Die Lage in der Region Görlitz sei aber auch stark abhängig von der Situation in Tschechien und Polen. Zumindest in Sachsen sollte der Regen nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia jedoch endlich aufhören.   

Auch die Elbe war im Laufe des Dienstags stark angestiegen und lag gegen Mittag bei 4,67 Metern in Dresden bei steigender Tendenz. Bis zum Donnerstag soll der Höchststand bei 5,60 Meter bis 5,80 Meter erreicht werden - normal sind zwei Meter. Wegen einer trotz einer Sandsack-Barriere von der Spree überfluteten Straße wurde in der Nacht ein Mehrfamilienhaus in Bautzen evakuiert und 13 Menschen in Sicherheit gebracht.

dpa

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