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Hören und Abstimmen: Fünf neue Vorschläge für eine Sachsen-Hymne

Zum 25. Tag der Sachsen Hören und Abstimmen: Fünf neue Vorschläge für eine Sachsen-Hymne

Verschiedene Anläufe für eine sächsische Hymne scheiterten in der Vergangenheit. Darum hat nun die IG Sachsenlieder/Landeshymne aus Meißen fünf neue Vorschläge einspielen lassen.

Sollte Sachsen eine Hymne haben? Die Interessengemeinschaft Sachsenlieder/Landeshymne hat fünf chorale Vorschläge. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Am Freitag startet der 25. Tag der Sachsen in Limbach-Oberfrohna (Kreis Zwickau). Eine eigene Landes-Hymne aber wird dort nicht zu hören sein. Verschiedene Anläufe in der Vergangenheit scheiterten. Darum hat nun die Interessengemeinschaft Sachsenlieder/Landeshymne aus Meißen fünf aus ihrer Sicht geeignete Vorschläge einspielen lassen.  Käme es tatsächlich dazu, dass sich der Freistaat zu einer solchen Hymne durchringt, dann könnte diese beispielsweise zu Festen und Feierlichkeiten gespielt werden.

Fünf Wettbewerber sind am Start: Der Lößnitzchor Radebeul präsentiert als ersten Titel „Sachsenstolz“, ein einst im Freistaat weit verbreitetes Marschlied, das es in einer ähnlichen Version in Baden gibt. „Gott sei mit dir, mein Sachsenland“  als Vorschlag Nummer zwei schmettert der Chor „Blaue Schwerter“ aus Meißen. Die Melodie des 1841 entstandenen Werkes schuf der frühere Kreuzkantor Julius Otto.  Eher traditionell geht es auch in „Heil dir, mein Sachsenland“ zu, das Julius Otto komponiert hat. Gesungen wird dieser dritte Kandidat ebenfalls vom Lößnitzchor Radebeul.

„Frieden dir, mein Land der Sachsen“ ist als vierter Vorschlag ein auf die Gegenwart bezogenes Stück vom Chemnitzer Axel Klemm und der Limbach-Oberfrohnaerin Doris Grieswald. Der Komponist erzeugt durch Übereinanderlegen seiner Stimme die Wirkung eines Chores und knüpft an sowohl an Joseph Haydns „Deutschlandlied“ als auch an Hanns Eislers DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“.  Volker Hahn, Professor an der Dresdner Hochschule für Musik, komponierte und textete schließlich „Sachsen, mein Heimatland“.

Für Peter Knauke (74), Sprecher der Interessengemeinschaft, steht fest: „Eine mit Engagement gesungene Landeshymne ist lebendiger Ausdruck der Verbundenheit der Menschen mit ihrem Land, mit ihrer Region.“ Er schränkt ein, dass traditionelles Liedgut mit Gottes- und Königbezug für manch einen nicht in die Zeit passen könnte. Andererseits, so Knauke weiter, verfügten Bundesländer wie Bayern, Hessen und das Saarland auch über offizielle Hymnen, andere pflegten zumindest ihre Landeslieder – wie Thüringen beispielsweise das „Rennsteiglied“ Herbert Roths. Die aktuellen Vorschläge versteht er als „Initialzündung, damit es nun endlich ein Stück vorangeht“.

Der Freistaat Sachsen hatte 1994 schon einmal Anlauf für eine Sachsenhymne genommen. Seinerzeit setzte die Sächsische Staatskanzlei das Thema auf die Agenda und ein ganzes Liederbuch zum Thema entstand. Dabei blieb es dann allerdings.  Aktuell wird das Thema in der Staatskanzlei nicht vorangetrieben.

Eine Hymne für Sachsen - fünf neue Vorschläge

Welche der vorgeschlagenen Hymnen sollte Sachsen repräsentieren?

Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) bemerkte in der vergangenen Woche in Limbach-Oberfrohna lapidar, über die Einführung einer Sachsenhymne gebe es nichts Aktuelles zu vermelden. Und fügte dann wörtlich hinzu: „Vielleicht müsste man das auf die Art machen, man müsste die verschiedenen Entwürfe, die es da gibt – da gibt es ja konkurrierende Hymnen, nicht nur Lieder, sondern auch Kompositionen – man müsste die einfach mal zur Aufführung bringen und singen lassen.“ Diesbezügliche Vorschläge seien jedenfalls an die Staatskanzei zu richten.

Knauke bekräftigt: „Eine Landeshymne wäre ein gutes Beispiel von Patriotismus für alle Sachsen, ob sie singen oder nicht, für die, die hier geboren sind und auch für alle, die neu hinzukommen.“

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