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Hordorf-Prozess: Schwierige Frage nach Telefonaten des Lokführers

Hordorf-Prozess: Schwierige Frage nach Telefonaten des Lokführers

Die Frage, ob das Zugunglück von Hordorf von einem telefonierenden Lokführer verursacht wurde, ist für das Landgericht Magdeburg schwer zu klären. Der Grund: Der genaue Zeitpunkt des Zusammenstoßes des Güterzuges mit dem Personenzug war am Donnerstag im Prozess umstritten.

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Starben beim Zugunglück von Hordorf zehn Menschen, weil der Lokführer telefonierte oder sich eine DVD ansah? Saß er etwa nicht ganz vorn? Das Landgericht Magdeburg geht Vermutungen nach. Derjenige, der alles aufklären könnte, schweigt.

Quelle: dpa

Magdeburg. Zwei Polizeibeamte, die sich um die Auswertung der Telefondaten des angeklagten Lokführers kümmerten, sagten, der 41-Jährige habe zum Unglückszeitpunkt nicht telefoniert. Davor und kurz danach seien allerdings Telefonate geführt worden.

Ein Nebenkläger beantragte ein Gutachten, das den genauen Zeitpunkt des Zusammenstoßes der Züge feststellen soll. Die Vorsitzende Richterin Claudia Methling sagte, das sei für das Gericht natürlich wichtig. Es werde nun darüber nachgedacht, wie ein Auftrag für einen Gutachter genau aussehen könne.

Bei der Kollision starben am 29. Januar 2011 zehn Menschen, 23 wurden verletzt. Der Güterzug-Lokführer soll zwei Haltesignale übersehen haben. Das hat er zum Prozessbeginn auch zugegeben, allerdings keine Gründe genannt. Er ist unter anderem wegen fahrlässiger Tötung angeklagt und schweigt.

Der erste Notruf ging bei der Polizei um 22.28 Uhr ein, wie ein Zeuge berichtete. Die Feuerwehr wurde eine Minute später alarmiert. Allerdings ist nicht klar, wie viel Zeit zwischen dem Unglück und den Anrufen verstrich.

Es steht auch die Frage im Raum, ob der Lokführer sich während der Fahrt eine DVD ansah. Ein Polizist, der in der Unglücksnacht in Hordorf war, fand in der Lok die Hülle eines DVD-Players, später bekam er von dem Lokführer das dazugehörige Gerät. Daran seien Glassplitter gewesen, die von der zersplitterten Frontscheibe der Lok stammen könnten. Der Angeklagte habe ihm damals gesagt, er habe das Gerät für Pausen dabei.

Im Prozess spielt weiter der Verdacht eine Rolle, der Lokführer könnte sich statt in der ersten in der zweiten Lok befunden haben, die den Güterzug zog. Ein Nebenkläger stellte am Donnerstag den Antrag auf ein unfallanalytisches Gutachten, das unter anderem klären soll, ob der 41-Jährige so geringe Verletzungen davontragen konnte, obwohl er ganz vorn saß. Der Verteidiger des Angeklagten bezeichnete solch ein Gutachten als überflüssig, diverse Zeugen hätten ausgesagt, der Lokführer könne nur in der ersten Lok gewesen sein. Nur ein Zeuge hat bislang gesagt, er habe den Lokführer in der Nacht in der zweiten Lok gesehen.

Der Prozess wird am 8. November fortgesetzt.

Dörthe Hein, dpa

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