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Im Portrait: der Schriftsteller und DDR-Bürgerrechtler Lutz Rathenow

Im Portrait: der Schriftsteller und DDR-Bürgerrechtler Lutz Rathenow

Wegen seiner Gedichte, Bücher und Hörspiele stand er im Visier der Staatssicherheit. Künftig wird sich der  Schriftsteller und DDR-Bürgerrechtler Lutz Rathenow von Amts wegen mit dieser Vergangenheit befassen - als Sachsens Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

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Lutz Rathenow, hier in seiner Eigenschaft als Kinderbuchautor zu Gast im Leipziger Naturkindergarten "Sonnenschein" (Archivbild).

Quelle: André Kempner

Dresden. Seine Wahl am Mittwoch war denkbar knapp, der heute 58-Jährige sieht das allerdings gelassen: „Ich komme aus dem Literaturbetrieb und bin regelmäßiges Hin und Her, Verrisse und Kämpfe gewöhnt. Streit beschädigt nicht.“   

Rathenow hatte als Germanistikstudent in seiner Heimatstadt zunächst den oppositionellen Arbeitskreis „Literatur und Lyrik Jena“ gegründet, der 1975 verboten wurde. Nur ein Jahr später zog er  erneut den Unmut der Regierung auf sich: Sein Widerstand gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann brachte ihm den Rauswurf von der Universität ein - nur drei Monate vorm Examen. Erst nach der Wende verlieh die Friedrich-Schiller Universität ihrem ehemaligen Studenten nachträglich das Diplom. Da hatte sich Rathenow längst mit seinen literarischen Arbeiten einen Namen gemacht.   

Seine Karriere begann 1977 mit dem Umzug nach Ost-Berlin. Den ersten Prosaband brachte er 1980 im Westen ohne Erlaubnis der zuständigen DDR-Behörden heraus - und wurde prompt verhaftet. Auch nach seiner Freilassung arbeitete Rathenow seine politischen Botschaften weiterhin in seine Texte ein.

Trotz solch bitterer Erfahrungen wollte er seine ostdeutsche Heimat aber nicht verlassen: Ein Ausreiseangebot der DDR-Behörden lehnte Rathenow 1981 ab. Mehr als zehn Jahre später, 1992, konnte er als eines der ersten Stasiopfer die Dokumentation seiner Bespitzelung einsehen. Sie umfasst 15 000 Seiten.

dpa

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