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Immer weniger Kleingärten in Sachsen – aber Wartenlisten in Leipzig

Laubenpieper Immer weniger Kleingärten in Sachsen – aber Wartenlisten in Leipzig

Immer mehr Kleingärten in Sachsen verschwinden - vor allem auf dem Lande. Laut Landesverband ist die Zahl der Areale seit 2003 von landesweit 223.000 in 3950 Gartenvereinen auf aktuell 205.000 in 3775 Vereinen gesunken.

Die Leipzigerin Gerlinde Förster in ihrem Garten im Kleingartenverein "Nach Feierabend". (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Dresden. Immer mehr Kleingärten in Sachsen verschwinden - vor allem auf dem Lande. Laut Landesverband Sachsen der Kleingärtner ist die Zahl der Areale seit 2003 von landesweit 223.000 in 3950 Gartenvereinen auf aktuell 205.000 in 3775 Vereinen gesunken. Sachsen sei dennoch der bundesweit größte Landesverband, heißt es. Verbandspräsident Peter Paschke in Dresden hofft, dass der Rückgang sich nicht in dem Maße wie bislang fortsetzt. „Wir werden die 200 000 wohl noch unterschreiten“, sagt er. „Es könnte sich aber bei etwa 195.000 stabilisieren.“

Eigene Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Erdbeeren, Tomaten, Zwiebeln - auf mindestens einem Drittel der Fläche müssen den Vorschriften zufolge sogenannte gärtnerische Produkte wie Obst und Gemüse angebaut werden. Vor allem in Dresden, Leipzig und Chemnitz suchen junge Familien mit Kindern das Gartenidyll im Schatten der Großstadt. „Es finden immer mehr junge Familien den Weg in unserer Anlagen“, berichtet Paschke. Es gebe Wartelisten.

Der Kleingartenverein „Johannistal 1832“ in Leipzig gilt als eine der ältesten Anlagen in Deutschland und als älteste Sachsens. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Vereinschef Kurt Neugebauer. Das liege auch an der guten Lage mitten in der Stadt. Mitgliederwerbung sei unnötig. „Die Interessenten kommen von selbst.“ Neugebauer zufolge sind die Gärten vor allem als Möglichkeit der Erholung begehrt.

Mit einem Leerstand bis zu 20 Prozent bieten die ländlichen Regionen laut Landesverband ein ganz anderes Bild. Rund 5 Prozent freie Parzellen hat etwa der Verband der Gartenfreunde in Großenhain etwa 50 Kilometer nördlich von Dresden. Das sei „noch relativ gut“, sagt der dortige Chef Hans-Jürgen Kriegler. „Tendenz weiter steigend.“ Er wage keine Zukunftsprognose.

Laut Verbandspräsident Paschke haben die Hochwasser der vergangenen Jahre, die Nässe in den Gärten durch steigendes Grundwasser in ehemaligen Bergbaugebieten sowie vor allem die demografische Entwicklung den Kleingärtnern zugesetzt. „Wenn es in den Orten keine Schule, keinen Arzt und keinen Laden mehr gibt, dann gehen die jungen Leute weg“, berichtet er.

In Orten wie Meißen, Eilenburg und Döbeln seien schon Flächen geräumt worden – und inzwischen umgewandelt in Bauland für Häuslebauer, Straßen, Streuobstwiesen oder Ackerflächen. Zudem seien nach dem Hochwasser von 2013 Gärten aufgegeben worden, die im überfluteten Gebiet lagen.
Vor allem in Aue und Stollberg im Erzgebirge, Auerbach im Vogtland, Werdau und Glauchau in Westsachsen sowie Borna, Döbeln, Eilenburg, dem Muldental sowie in Torgau und Oschatz in Nordsachsen stehen viele Gärten leer. Paschke sieht vor allem die Kommunen in der Pflicht, zusammen mit den Gartenvereinen dort neue Nutzungskonzepte zu erarbeiten.

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