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In Dresden lebt man länger als in Leipzig

Lebenserwartung In Dresden lebt man länger als in Leipzig

Die Einwohner in Dresden leben statistisch gesehen deutlich länger als in Leipzig. Bei Männern sind es eineinhalb Jahre Differenz, bei Frauen sogar mehr als zwei Jahre. Wie hoch die Lebenserwartung ist, hängt auch vom Einkommen in den einzelnen Regionen ab.

Länger leben in Dresden: Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in der Landeshauptstadt besonders hoch.
 

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. In Elbflorenz lebt man(n) länger – und auch Frau. Bei der Lebenserwartung belegen die Dresdnerinnen mit durchschnittlich 84,7 Jahren zusammen mit den Tübingerinnen bundesweit den zweiten Platz. Älter werden Frauen in Deutschland nur im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, nämlich im Schnitt 85 Jahre, wie ein aktueller Vergleich zeigt. Auch die Dresdner Männer werden überdurchschnittlich alt – und mit 79,5 Jahren in Sachsen auch am ältesten.

In Leipzig leben Frauen durchschnittlich 1,6 Jahre kürzer als in Dresden (83,1 Jahre), Männer haben sogar eine um 2,4 Jahre geringere Lebenserwartung (77,5). Damit landet die Messestadt sowohl sachsenweit als auch bundesweit im Mittelfeld. Von den 402 untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten belegt Leipzig bei den Frauen den 116. Platz und den 230. bei den Männern.

Der höchsten Lebenserwartung erfreuen sich Männer bundesweit im reichen Starnberg. Dort sind es im Schnitt 81,3 Jahre. Es folgen der teure Hochtaunuskreis bei Frankfurt, München (jeweils 80,9), Böblingen in Baden-Württemberg (80,8), der Bodenseekreis und der Landkreis Ebersberg bei München (80,7 Jahre).

Lebenserwartung von Frauen und Männern in Sachsen:

Landkreise/Städte Frauen Männer
Dresden 84,7 79,5
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 83,9 78,2
Meißen 83,9 78,0
Bautzen 83,8 77,2
Mittelsachsen 83,6 77,3
Leipzig, Landkreis 83,2 77,6
Erzgebirgskreis 83,2 76,9
Leipzig, Stadt 83,1 77,5
Chemnitz 83,0 77,3
Zwickau 82,9 77,0
Görlitz 82,7 76,6
Nordsachsen 82,6 76,9
Vogtlandkreis 82,5 76,8

Die Zahlen zutage gefördert hat eine Datenauswertung der Zwickauer Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Linke). Ihr Wahlkreis landet mit 82,9 (Frauen) und 77,0 Jahren (Männer) in der sächsischen Schlussgruppe – vor Görlitz, Nordsachsen und dem Vogtlandkreis.

Niedrigste Lebenserwartung in Pirmasens

Bundesweit ist die Lebenserwartung in Pirmasens am niedrigsten. Die Stadt in der Pfalz mit Strukturproblemen und hoher Verschuldung ist mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 73,0 Jahren bei den Männern Schlusslicht. Dicht gefolgt wird Pirmasens von Hof in Franken (73,5 Jahre), Emden in Ostfriesland (73,6), Suhl (73,9) und Eisenach (74,1) in Thüringen und Straubing in Niederbayern (74,5). 74,6 Jahre lebt man im Durchschnitt in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg, Stendal und Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt sowie der Stadt Bremerhaven.

Im bundesweiten Vergleich zeigt die Auswertung, dass die Lebenserwartung in struktur- und einkommensschwachen Regionen erkennbar niedriger liegt als in wohlhabenden Gegenden. Das Robert-Koch-Instituts (RKI) hält einen Zusammenhang von Krankheit und sozialem Status für erwiesen: Bei schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder chronischen Lungenerkrankung sind sozial Schwächere deutlich häufiger betroffen. Es sind also nicht die Wetterverhältnisse in einer Region, es sind nicht die Sonnentage.

„Wer wenig verdient, stirbt früher“

In einer Antwort auf die Anfrage Zimmermanns räumt die Bundesregierung ein, „dass günstigere sozioökonomische Bedingungen in der Wohnregion mit einer höheren Lebenserwartung einhergehen“. Ursache seien Unterschiede bei Bildung, aber auch beim Rauchen, der Ernährung und der Bewegung – sowie bei den Arbeits- und weiteren Lebensbedingungen.

Zimmermann schlussfolgert: „Wer wenig verdient, muss häufiger schwere und gesundheitlich belastende Arbeit leisten, muss unter Lärm und Luftverschmutzung leiden, kann sich nicht so gut ernähren und stirbt früher als Besserverdiener.“ Arme litten häufiger an chronischen, aber auch an psychischen Krankheiten wie Depressionen. Die Linken-Fraktionsvize sagt: „Die Weichen dazu werden schon im frühen Alter gestellt.“ (mit dpa)

Von nöß

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