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In Sachsen fehlen Schwimmhallen - viele Schulkinder können nicht schwimmen

In Sachsen fehlen Schwimmhallen - viele Schulkinder können nicht schwimmen

Es hapert an allen Ecken und Enden: Sächsische Kinder können oft nicht so schwimmen lernen wie sie und ihre Eltern das gerne wollen. In vielen Kommunen fehlen die Hallen.

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Blick in die Schwimmhalle Leipzig-Mitte. (Archivfoto)

Quelle: Andr Kempner

Dresden/Leipzig. In Orten, in denen es theoretisch reichen würde, können sich oft Schwimmvereine und Ortsgruppen der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) nicht mehr die häufig teuren Nutzungszeiten leisten.

Das Schulschwimmen soll diese Lücke schließen. „Sachsen ist das einzige Bundesland, das den Schwimmunterricht seit dem Schuljahr 2008 flächendeckend in Klassenstufe zwei anbietet“, teilte das Kultusministerium mit. 35 Stunden müssten über das gesamte Schuljahr gegeben werden, 91 Prozent der Schüler schafften das „Seepferdchen“-Abzeichen. Das heißt, sie können 25 Meter durchschwimmen, tauchen und springen.

In den anderen Bundesländern beginnt das Schulschwimmen erst in der dritten Klasse. „Eigentlich ist auch zweite Klasse zu spät“, sagte Karsten Reinhardt, der die Schwimmabteilung des MSV Bautzen leitet. „Die Sportlehrer müssen da verschiedene Niveaus eintakten. Einige Schüler können schon schwimmen, einige ein bisschen, viele gar nicht.“ Deswegen setze sein Verein seit einem Jahr früher an. Bautzener Kindergärten können mit älteren Schützlingen zum Kurs kommen. Drei Einrichtungen nahmen die Einladung an, 40 Kinder lernten so schon vor ihrem ersten Schultag schwimmen.

„Das ist viel Aufwand für die Kindergärten, die viele scheuen“, sagte Reinhardt. „Wenn man will, dass alle Kinder schwimmen können, müsste man Sachsen weit Kindergartenschwimmen einführen.“ Denn mit fünf bis sechs Jahren seien Kinder so weit, dass sie die Bewegungsabläufe lernen könnten. Eltern, die ihr Kind in der Freizeit für einen Schwimmkurs anmelden wollten, müssten oft auf private Einrichtungen ausweichen. „Wir als Verein können uns das nicht leisten, weil die Hallenzeiten so teuer sind“, sagte Reinhardt. Das sei mit dem normalen Mitgliedsbeitrag nur schwierig zu stemmen.

Auch die DLRG in Meißen übt bereits mit Vorschulkindern: Mit Schwimmgürteln ausgestattet, sollen die Kleinen spielerisch die Furcht vor dem Wasser verlieren. In vier „Seepferdchen“-Kursen für jeweils 20 Kinder lehren die Schwimmtrainer die richtigen Bewegungen. „Wir haben lange Wartelisten und die Nachfrage steigt seit einigen Jahren wieder“, sagte Brigitte Bönisch von der DLRG Meißen. Die Organisation warnt immer wieder davor, dass jedes dritte Kind bis 14 Jahre nicht schwimmen könne.

Auch die DLRG in Dresden habe „Nachfragen ohne Ende“, sagte Ausbildungsleiter Friedrich Kaden. „Effektiv haben wir nur zweieinhalb Hallen zur Verfügung. Zu Spitzenzeiten üben wir mit 60 bis 70 Kindern, mehr geht nicht.“ Alle Dresdner Angebote hätten das gleiche Kapazitätsproblem.

Und auch in Chemnitz sind die Hallenkapazitäten knapp. Der Schulsport könne in den fünf Hallenbädern abgedeckt werden, teilte die Stadt mit. Der Vereinssport und private Kursanbieter meldeten jedoch mehr Bedarf an, als Bahnen zur Verfügung stünden. Das Problem hat sich verschärft: Die Stadt musste 2003 zwei Hallen schließen.

Eine neue bauen würde gerne die Stadt Markkleeberg im Süden von Leipzig. „Wir würden unseren leerstehenden Bahnhof im Zentrum gern zu einer Schwimmhalle umbauen“, sagte Stadtsprecher Daniel Kreusch. „Doch die sechs Millionen Euro, die der Umbau kostet, können wir allein nicht aufbringen.“ Zahlreiche Fördertöpfe seien angefragt, bisher sei aber kein Geld bewilligt worden. So läuft das Schulschwimmen in den Nachbarkommunen Leipzig und Böhlen. In ihrer Freizeit weichen die Schwimmbegeisterten unter den Markkleebergern in die beiden Badeseen des Orts aus - zumindest im Sommer.

Franziska Höhnl, dpa

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