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JVA-Leiter ungenügend über Geiselnehmer informiert

JVA-Leiter ungenügend über Geiselnehmer informiert

Der Leiter der Justizvollzugsanstalt Görlitz, Frank Hiekel, hat im Prozess zur Geiselnahme in dem Gefängnis eine mangelnde Vorinformation zu dem verlegten Häftling kritisiert.

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Görlitz. Er sei nur unzureichend über den „ungewöhnlichen Fall“ des 33-jährigen Polen informiert gewesen, sagte Hiekel am Dienstag im Landgericht Görlitz. Der Mann und sein späteres Opfer waren am 10. November 2010 per Gefangenentransport in die sächsische Haftanstalt gebracht worden. Kurz nach der Ankunft hatte der Angeklagte einen 51-jährigen Landsmann in seine Gewalt gebracht. Der aus Hessen über Bayern transportierte verurteilte Gewalttäter wollte damit seine Abschiebung nach Polen verhindern.

Die Anstaltsleitung habe nur den Hinweis erhalten, dass der Mann „gewalttätig“ sei, berichtete Hiekel. „Eine solche Angabe auf Transportscheinen ist aber keine Seltenheit.“ Der Geiselnehmer sei aber eine komplizierte, über Jahre im Justizvollzug auffällige Persönlichkeit. „Eine Störung nach der anderen“, sagte Hiekel. Dies habe er dann aber erst aus Akten erfahren, die er nach der Geiselnahme aus der Justizvollzugsanstalt Weiterstadt (Hessen) angefordert habe.

Laut Anklage hatte der Pole - er war unter anderem wegen Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung und Raubüberfalls verurteilt werden - sein Opfer mit einem präparierten Feuerzeug bedroht, aus dem eine 35 Millimeter lange Schraube ragte. Unklar ist, wie der Mann trotz mehrfacher Durchsuchung während des Transportes an das Tatwerkzeug kam. Laut Hiekel muss er es bei der Ankunft in Görlitz schon bei sich gehabt haben. Einsatzkräfte konnten die Geisel erst nach etwa sieben Stunden befreien.

Der an Händen und Füßen gefesselte Geiselnehmer verfolgte die Verhandlung mit geschlossenen Augen. Wie beim Prozessauftakt am 19. Mai wurde er von sechs Justizbeamten bewacht. Als diese ihn am Morgen in den Gerichtssaal brachten, atmete er heftig und stöhnte immer wieder. Der Prozess wird am 14. Juni fortgesetzt.

dpa

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