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Jeder vierte Sachse ist 65 Jahre oder älter

Überalterung Jeder vierte Sachse ist 65 Jahre oder älter

Die Sachsen werden immer älter. Fast jeder Vierte im Freistaat ist derzeit 65 Jahre oder älter. Seit 2000 erhöhte sich die Zahl der ab 65-Jährigen um 188.000 auf 1,01 Millionen.

Archivfoto

Quelle: dpa

Kamenz. Derzeit ist jeder vierte Sachse 65 Jahre oder älter. Das teilte das Statistische Landesamt in Kamenz am Dienstag anlässlich des Tages der älteren Menschen (1. Oktober) mit. Seit dem Jahr 2000 erhöhte sich die Zahl der ab 65-Jährigen um rund 188 000 auf etwa 1,01 Millionen. Der Großteil der Gruppe lebte 2014 noch im privaten Umfeld.

Nur 2,5 Prozent waren im Alten- oder Pflegeheim zu Hause. Die Senioren haben noch lange nicht ausgelernt: Rund 540 Gasthörer waren im vergangenen Jahr in den Universitäten des Landes unterwegs. Besonders beliebt waren Vorlesungen der Sprach- oder Kulturwissenschaften sowie des Rechtswesens.

Fakten über Senioren in Sachsen

Steigende Lebenserwartung und geringe Geburtenraten - damit steigt in Sachsen der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung. 2014 waren 24,9 Prozent der sächsischen Bevölkerung 65 Jahre und älter. Ende 2000 betrug der Anteil dieser Alters-gruppe an der Gesamtbevölkerung noch 18,6 Prozent.

Während die Gesamtbevölkerung seit 2000 um fast 370 Tausend bzw. über 8 Prozent gesunken ist, stieg die Zahl der 65-Jährigen und Älteren um rund 188 Tausend bzw. 22,8 Prozent.

Auch der so genannte Altenquotient stieg im selben Zeitraum von 29,9 auf 42,2. Er gibt das statistische Verhältnis der älteren Menschen, die nicht mehr im erwerbsfähigen Alter sind (ab 65 Jahre) zu 100 der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20 Jahre bis unter 65 Jahre) an.

Die Lebenserwartung der sächsischen Frauen liegt lt. Allgemeiner Sterbetafel 2010/2012 bei 83,3 Jahren. Sie werden damit fast 6 Jahre älter als sächsische Männer, deren Lebenserwartung 77,3 Jahre beträgt (Lebenserwartung 1998/2000: Frauen 80,6 Jahre, damit 6,5 Jahre älter als Männer mit 74,1 Jahren).

Im Jahresdurchschnitt 2014 bestritten 98,0 Prozent der Senioren ab 65 Jahre ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus Rente (einschließlich Hinterbliebenenrenten) oder Pension.

Die sächsischen Senioren lebten überwiegend noch im privaten Umfeld. Nur 2,5 Prozent der Bevölkerung im Alter von 65 und mehr Jahren leben in einer Gemeinschaftseinrichtung (Alten-, Pflegeheime u. ä.).

61 Prozent der Senioren in Privathaushalten waren verheiratet, weitere 3 Prozent lebten unverheiratet mit ihrem Partner bzw. ihrer Partnerin zusammen. 37 Prozent waren allein-stehend. Der Anteil der Alleinstehenden steigt dabei mit zunehmendem Alter. Jeder vierte 65- bis unter 75-Jährige, aber fast drei Viertel der Hochbetagten ab 85 Jahre lebten ohne Partner.

Die Mehrzahl der Alleinstehenden waren Frauen (78 Prozent).

74 Prozent der Senioren ab 65 Jahre haben im Laufe ihres Lebens mindestens einen beruflichen Abschluss erworben, weitere 12 Prozent sogar einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss. Jeder Neunte blieb jedoch ohne Berufsabschluss, wobei auch hier noch starke Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestehen (Frauen: 16 Prozent; Männer: 4 Prozent).

Die beruflichen Qualifikationen der jüngeren Senioren waren jedoch bereits höher als in älteren Jahrgängen. Während bei den 85-Jährigen oder Älteren noch 22 Prozent (Frauen: 29 Prozent) ohne Abschluss blieben, sank dieser Anteil bei den 65- bis unter 75-Jährigen auf 5 Prozent (Frauen: 7 Prozent).

Einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung mit Arbeitsort Sachsen gingen nur noch 7034 Beschäftigte über 65 Jahre oder 0,5 Prozent aller Beschäftigten nach. Öffentliche und private Dienstleister (2056 Personen), Produzierendes Gewerbe (1 921 Personen) und Unternehmensdienstleister (1546 Personen) waren die häufigsten Wirtschaftsbereiche für eine Erwerbstätigkeit.

125.715 Seniorinnen und Senioren im Alter ab 65 Jahren waren am Jahresende 2013 Leistungsempfänger der Pflegeversicherung. Das waren knapp 13 Prozent dieser Alters-gruppe, bei den ab 75-Jährigen waren es 21 Prozent und bei den ab 85-Jährigen 46 Prozent. Ein reichliches Drittel der pflegebedürftigen Senioren (34 Prozent) wurde dauerhaft vollstationär betreut, bei den Hochbetagten (ab 85 Jahren) dagegen schon 40 Prozent.

11.201 Seniorinnen und Senioren im Alter ab 65 Jahren erhielten Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, da sie ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten konnten und das gesetzliche Rentenalter erreicht hatten oder (zu einem sehr geringen Anteil) dauerhaft voll erwerbsgemindert waren. Die meisten von ihnen lebten zu Hause, nur 19 Prozent bezogen diese Leistung in einer Einrichtung (Pflegeheim, Behinderteneinrichtung). Betroffen waren zu 60 Prozent Frauen.

Während im Bundesdurchschnitt am Jahresende 2013 fast 30 (29,7) von 1 000 ab 65-Jährigen durch diese Leistung unterstützt wurden, waren es in Sachsen 11. Hier blieb diese Quote auch 2014 unverändert.

6 Prozent der Senioren zählten sich zu den Rauchern. Gelegenheitsraucher waren darunter nur 1 Prozent.(Ergebnisse von 2013)
Als sportlich aktive Generation betätigen sich gegenwärtig fast 117.000 Mitglieder der Altersgruppe Ü60 im Landessportbund Sachsen. Bevorzugte Sportarten dieser Alters-gruppe sind nach Angaben des Landessportbundes Sachsen e.V.: Rehabilitationssport (18.000 Mitglieder), Gymnastik (15.000 Mitglieder) und Allgemeine Sportgruppe (14.000 Mitglieder).

 539 Gasthörer im Alter von über 65 Jahren nahmen an Lehrveranstaltungen an sächsischen Hochschulen teil. Favorisierte Fächergruppen waren Sprach- und Kulturwissenschaften (347 Gasthörer), sowie Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (105 Gasthörer). 60 Prozent der Gasthörer über 65 Jahre waren Frauen.

Gemeinsam alt zu werden, dieses Lebensziel leben die meisten Ehepaare in der Alters-gruppe 65 Jahre und älter. Nur 1,6 Prozent der Frauen und 3,4 Prozent der Männer über 65 Jahre ließen sich 2014 scheiden. Nach der „Goldenen Hochzeit“ vollzogen 3 Ehepaare die gesetzliche Trennung.

1 465 Verurteilte über 65 Jahre bekamen die Auswirkungen von Justitia zu spüren. 75 Prozent der Verurteilten waren männlich. Die größte Straftatengruppe der Senioren stellten die Straftaten im Straßenverkehr dar (777 Verurteilte).

 Mobilität stellt auch im Alter eine wichtige Voraussetzung dar, um ein selbstständiges und selbstverantwortliches Leben aufrecht zu erhalten. 14 Prozent aller an einem Unfall mit Personenschaden Beteiligten waren Senioren, 68 Prozent davon waren Fahrzeugführer von Personenkraftwagen.
Alle Angaben: Statistisches Landesamt in Kamenz

Statistisches Landesamt Kamenz 51.28524 14.110446
Statistisches Landesamt Kamenz
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