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Kampf von behindertem Mädchen aus Hohenmölsen geht in eine weitere Runde

Kampf von behindertem Mädchen aus Hohenmölsen geht in eine weitere Runde

Der Streit der neunjährigen Gwendoline Thurm aus Hohenmölsen mit den Sozialbehörden geht in eine weitere Runde: Statt mit der Familie eine Lösung zu finden, habe man jetzt vom Sozialamt einen Bescheid erhalten, dass ab dem 21. Mai ein Träger die Integrationshilfe für das behinderte Mädchen übernehmen soll, berichtet der Vater, Michael Thurm.

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Gwendoline Thurm blickt in eine ungewisse Zukunft.

Quelle: Privat

Hohenmölsen. "Es hat kein Gespräch mit uns gegeben", so der 38-Jährige.

Wie berichtet, möchte Gwendoline ihre Oma als Integrationshelferin einsetzen, damit diese sie zur Schule begleiten und dort zur Hand gehen kann. Der Aufwand der Großmutter sollte über das persönliche Budget abgegolten werden. Mit Hilfe dieses Budgets sollen Behinderte selbst bestimmen können, welche Leistungen sie bezahlen wollen. Allerdings lehnte dies das Sozialamt ab. Stattdessen will es einen Integrationshelfer über einen Träger wie dem DRK einsetzen, obwohl dieser nach Aussage von Thurm teurer wäre und zudem für das Mädchen völlig unbekannt. "Hier findet eine Bevormundung durch das Sozialamt statt", empört sich daher der Vater. Das Recht auf Selbstbestimmung werde völlig missachtet.

Das Sozialministerium in Sachsen-Anhalt, das zuvor mitgeteilt hatte, gute Chancen für eine Verständigung zwischen der Familie und dem Sozialamt zu sehen, verwies gestern auf das Sozialhilferecht. Das Amt sei verpflichtet, dem Kind einen Integrationshelfer zu stellen, so Sprecher Hermann Thies. Da nicht klar sei, ob die Oma aufgrund des Rechststreits weiterhin zur Verfügung stehe, sei das Angebot gemacht worden. "Das ist aber kein Zwang." Nach Ansicht des Ministeriums kann das persönliche Budget nicht von Angehörigen in Anspruch genommen werden. Thies räumte aber ein, das dies in den Bundesländern unterschiedlich behandelt werde. "Der richtige Ort, das zu klären, ist wohl das Gericht."

In der kommenden Woche soll nun über einen Antrag der Familie Thurm entschieden werden, mit dem die Bezahlung über das persönliche Budget mit einer einstweiligen Anordnung durchgesetzt werden soll. Zugleich hofft der Ministeriumssprecher darauf, dass im Rahmen des Verhandlungstermins eine Kompromisslösung gefunden wird. Diese könne beispielsweise auch in der Höhe der Bezahlung liegen, denn seinen Worten zufolge muss ein Träger nicht automatisch teurer sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.05.2013

Sabine Schanzmann-Wey

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