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Kein Baupfusch an B6n - Asphalt altert

Kein Baupfusch an B6n - Asphalt altert

Beim Bau der Bundesstraße 6n im Harzvorland ist einem Gutachter zufolge nicht gepfuscht worden. Bei der Prüfung von acht Bohrkernen seien keine Hinweise auf minderwertiges Material oder falsch verwendete Klebstoffe gefunden worden, sagte der unabhängige Baustoffexperte Gerhard Bischof am Donnerstag in Magdeburg.

Magdeburg. Unbekannte hatten dies in einer anonymen Strafanzeige behauptet, der Gutachter bezeichnete das als „Ungeheuerlichkeit“.

Gleichwohl fand er an drei Stellen Hinweise auf frühzeitige Alterung des Asphalts. Dies liege daran, dass für die entsprechende Masse recycelter Asphalt verwendet worden sei. Hierbei handele es sich nicht um Pfusch, vielmehr habe das zum Bauzeitpunkt vor etwa neun Jahren den Vorgaben entsprochen. Laut Bischof wird beim Straßenbau dem neuen Belag bundesweit bis zu 50 Prozent Altasphalt beigemischt.

Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) zeigte sich erfreut über die Ergebnisse des Gutachters: „Damit hat sich der größte Teil der anonymen Behauptungen als unwahr erwiesen. Es hat sich gezeigt, dass die Bauwirtschaft Sachsen-Anhalt ordentlich gearbeitet hat.“ Daehre hatte in der Vorwoche die Entnahme der Proben an mehreren Abschnitten angeordnet, um die Zusammensetzung des Straßenbelags festzustellen. Zudem setzte er eine Expertengruppe ein, die dem weiteren Vorwurf nachgeht, der Landesbaubetrieb habe den Bau der Straße nicht ausreichend überprüft.

Die Experten fanden in Akten Anhaltspunkte dafür, dass für einen im Vorjahr sanierten Straßenabschnitt bei Aschersleben noch eine zuvor verlängerte Garantiefrist galt. Nun wolle sein Haus prüfen, ob bestimmte Sanierungskosten - Daehre bezifferte sie auf bis zu 1,5 Millionen Euro - von der Baufirma zu tragen sind. Zunächst bezahlte alles der Bund. Daehre kündigte auch ein Disziplinarverfahren gegen Mitarbeiter des Landesbaubetriebs an, das der Aufklärung dienen solle. Gegen wen konkret es sich richten soll, sagte er nicht.

Die Expertengruppe muss rund 400 prall gefüllte Aktenordner sichten. „Alle Vorwürfe müssen restlos aufgeklärt werden“, betonte der Minister. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ermittelt im Fall B6n wegen des Verdachts auf Untreue und Betrug.

Die vierspurige Schnellstraße wurde seit den 1990er Jahren schrittweise neu gebaut und verläuft heute über knapp 90 Kilometer vom niedersächsischen Vienenburg bis nahe an die Autobahn 14 bei Güsten (Salzlandkreis). Sie kostet inklusive des noch im Bau befindlichen Anschlusses an die A14 etwa 600 Millionen Euro.

Im Vorjahr waren 19 Kilometer der sogenannten Nordharz-Autobahn nur acht Jahre nach Fertigstellung saniert worden. Die Kosten dafür bezifferte das Ministerium zunächst auf 5, später auf 13 Millionen Euro. Normalerweise halten solche Straßen laut Gutachter 12 bis 15 Jahre, Schäden nach 8 Jahren seien aber nicht selten. Die Gewährleistungsfrist - also die Garantie des Erbauers - beträgt in der Regel fünf Jahre.

dpa

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