Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Kein Flüchtlingsheim in Dresden-Laubegast - Hoteleigentümer zieht Mietangebot zurück

Kein Flüchtlingsheim in Dresden-Laubegast - Hoteleigentümer zieht Mietangebot zurück

Das Hotel „Prinz Eugen“ in Dresden-Laubegast wird kein Flüchtlingsheim. Wie die Dresdner Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte, zog der Besitzer sein Mietangebot überraschend zurück.

Voriger Artikel
Erstmals Vogelgrippevirus H5N8 in Thüringen aufgetreten
Nächster Artikel
SPD, Grüne und Linke kritisieren AfD Positionspapier für Einwanderungsgesetz

Blick auf Laubegast

Quelle: Jürgen M. Schulter

Dresden. Zur Begründung habe der Verwalter der Immobilie auf den massiven Widerstand gegen das Projekt aus „der Bevölkerung und dem näheren Umfeld“ verwiesen. Neben asylkritischen Schmierereien am Hotel kam es auch zu Gewaltdrohungen in sozialen Netzwerken.

„Der Rückzug stellt uns vor eine schwierige Situation. Die 94 Unterbringungsplätze waren fest eingeplant. Kurzfristig realisierbare Alternativen gibt es nicht, auch wenn das von einzelnen Stadtratsfraktionen immer behauptet wurde“, sagte Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos). „Wir werden natürlich nochmals den Kontakt zum Eigentümer suchen. Schließlich haben beide Vertragspartner bereits viel Zeit und Geld in das Projekt investiert. Viel Hoffnung habe ich aber nicht.“

Jens Hoffsommer, migrationspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat, kritisierte die Entscheidung des Besitzers. „Es ist kein gutes Signal, dass verantwortungsvolle Bürger auf Grund von Druck und Angst ihre Unterstützung zurückziehen“, sagte er. „Gerade vor dem Hintergrund der Pegida-Bewegung muss die Stadtgesellschaft positive Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz setzen. Die Eröffnung von Übergangswohnheimen gehört unbedingt dazu. Ich gehe davon aus, dass gegen fremdenfeindliche Sachbeschädigungen und Drohungen polizeilich konsequent vorgegangen wird.“

"Offenbar haben das Streuen von unberechtigten Ängsten, die Gewaltdrohungen in sozialen Netzwerken und viele Fehlinformationen nun zu diesem Ergebnis geführt. Wir bedauern die Entscheidung des Eigentümers, doch verantwortlich für diese Entwicklung sind andere“, teilten die Dresdner Jusos mit.

„Wer massiv gegen eine Flüchtlingsunterkunft in seiner Nachbarschaft wettert, muss erklären, wo Asylsuchende denn sonst menschenwürdig untergebracht werden sollen. Die Nutzung von Schulturnhallen kann sicherlich keine Lösung sein. Auch FDP und CDU, die im Stadtrat gegen die Asyl-Vorlage der Verwaltung votiert und den Verhinderern damit eine Stimme gegeben haben, sind nun in der Pflicht“, so der Dresdner Juoso-Vorsitzende Stefan Engel. „Sie müssen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und in der Kürze der Zeit realisierbare Alternativen aufzeigen. Wer meint, mit der Verhinderung von Heimstandorten zur Problemlösung beizutragen, der betreibt vor dem Hintergrund der gewachsenen Zahl Geflüchteter Realitätsverweigerung und Augenwischerei!"

Das Gebäude an der Gustav-Hartmann-Straße sollte ab Februar 94 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf bieten. Seidel kündigte an, dass die Stadt nun versuchen werde, als Ersatz schneller mehr dezentrale Wohnungen anzumieten.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel steht morgen ab 8 Uhr wieder zur Verfügung.

sl

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr