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Kein Verbot für Antonov-Typen 12 und 26

Kein Verbot für Antonov-Typen 12 und 26

Diskussionen zum Dauerthema "Bahnverteilung" sorgten am Mittwoch für eine lange Sitzung der Fluglärmkommission (FLK) am Flughafen Leipzig/Halle. Auch die Flughafenentgelte boten reichlich Gesprächsstoff, informierte FLK-Vorsitzender Manfred Heumos.

Schkeuditz. Ein Antrag der Gemeinde Schkopau auf Betriebsuntersagung der lauten Antonov-Typen 12 und 26 wurde auf die kommende Sitzung vertagt.

"Der Bericht des Flughafens zeigte, dass sich die Lärmsituation im letzten halben Jahr nicht wesentlich verändert hat", heißt es kurz und knapp in der Pressemitteilung der FLK.

Demnach hat sich an der Zahl der Flugbewegungen und an der Verteilung der Starts- und Landungen an beiden Pisten nicht viel geändert. Zahlen waren der Pressemitteilung nicht zu entnehmen, sollen im umfänglicheren Bericht Ende nächster Woche aber enthalten sein, meinte Heumos. Die Anzahl der Beschwerden ist deutlich rückläufig, war in der jetzigen Kurzfassung noch zu lesen.

Die Saalestadt Halle möchte ihre Stadtteile Büschdorf und Reideburg im Osten besser vor Fluglärm schützen. Deshalb stellte sie vor einem Jahr, in der Novembersitzung der FLK, gleich drei Flugrouten-Varianten vor. Zwei der Vorschläge würden die Flugzeuge, die in der Nacht zu mehr als 90 Prozent von der südlichen Start- und Landebahn in Richtung Westen abheben, weiter östlich an Halle vorbei nach Norden führen. Der dritte Vorschlag hatte eine neue Westumfliegung zum Inhalt. Zur Prüfung wurde der Antrag an die Deutsche Flugsicherung (DFS) übergeben, die auf der diesjährigen FLK-März-Sitzung selbst vier Varianten vorschlug. Am Mittwoch wollte die FLK, nach "einer detaillierten Betrachtung zur Betroffenheit", nun eine Empfehlung aussprechen. Die Betroffenheitsuntersuchung wurde zwar vorgestellt. "Im Ergebnis haben die Kommunen vor einer endgültigen Variantenentscheidung aber weiteren Abstimmungsbedarf", teilte Heumos mit, weshalb es noch zu keiner Empfehlung gekommen sei.

"Alle drei Varianten, die Halle vorgeschlagen hatte, würden eine Lärmentlastung für die Stadt bedeuten. Der Routenvorschlag, der die meiste Entlastung bringt, bedeutet aber eine Mehrbelastung für die Gemeinde Kabelsketal und für den Saalekreis", erklärte Heumos. Jetzt müssten sich die Gemeinden mit der Stadt gesondert an einen Tisch setzen und eine Einigung finden. "Wenn es eine Variante gibt, werden wir diese auch empfehlen", sagte Heumos. Grünes Licht gebe es von der DFS für alle Varianten.

Laut Planfeststellungsbeschluss (PFB)sind die An- und Abflüge unter Berücksichtigung der Siedlungsstruktur, so weit flugsicherheitlich vertretbar, gleichmäßig auf beide Start- und Landebahnen zu verteilen. Von einer Gleichverteilung, die von mehreren Initiativen gefordert wird, ist man aber weit entfernt. Zu dem Konzept "geografische Verteilung" auf beide Start- und Landebahnen stellte der Gutachter jetzt das nach ausführlicher Materialsichtung abgeleitete Datenmodell und erste Berechnungen vor, heißt es in der Pressemitteilung. Auf dieser Basis werden die notwendigen Betroffenheitsuntersuchungen, die die im PFB erwähnte "Siedlungsstruktur" berücksichtigt, fortgesetzt.

Parallel dazu führt die DFS eine Bewertung zur mit der "geografischen Verteilung" verbundenen erhöhten Anzahl von Bahnkreuzungen durch. Dass hier ein Sicherheitsrisiko nachgewiesen wird, gilt als wahrscheinlich. Denn schon auf der Tagesordnung der Sitzung war jener Nachweis zumindest für eine Variante als Punkt aufgeführt. Die Resultate der weiteren Untersuchungen bilden die Grundlagen für eine eventuelle Empfehlung der FLK.

Die von Schkopau beantragte Verschiebung der kurzen, westlichen Südabkurvung um 1600 Meter nach Westen ist nach Aussage der DFS möglich. Bis zur nächsten Sitzung im März 2014, sofern es nicht eine Sondersitzung gibt, werden entsprechende Grundlagen erarbeitet und der FLK vorgestellt.

Ein weiterer Antrag Schkopaus auf Betriebsuntersagung für die Flugzeugtypen AN-26 und AN-12 wurde auf die nächste Sitzung vertagt. "DHL besitzt noch eine AN-26, die sie aber nur in Notfällen zum Einsatz bringt", meinte Heumos. "Anders verhält es sich bei anderen Fluglinien. Im Schnitt eine Maschine in der Woche startet oder landet hier. Es ist schwierig, wenn die Flugzeugtypen eine bundesweite Zulassung haben, ein außergesetzliches Verbot in Schkeuditz zu finden", sagte der FLK-Vorsitzende.

Da es kein Verbot dieser Maschinen gebe, bestünde auch die Gefahr, dass mehr dieser Flugzeugtypen in Schkeuditz anzutreffen sind. Die Nutzung der AN-12 und AN-26 über die Gebühren zu regeln, sieht Heumos als aussichtslos: "Selbst bei einer 500-prozentigen Steigerung der Gebühren würden die Linien nicht auf diese Flugzeugtypen verzichten." Grundsätzlich werde der Flughafen zum Thema Gebühren Überlegungen anstellen.

In der LVZ am 15.11. 2013 erschienen.

Roland Heinrich

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