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Keine Reue beim Täter zu erkennen: Hohe Haftstrafe für rechten Brandstifter

Keine Reue beim Täter zu erkennen: Hohe Haftstrafe für rechten Brandstifter

Reue mochte die Vorsitzende Richterin bei dem angeklagten Rechtsextremisten nicht erkennen. Das Landgericht Dresden hat den 21-Jährigen wegen versuchten Mordes und Brandstiftung am Dienstag zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten verurteilt.

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Quelle: dpa

Dresden.   Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er im August 2010 eine mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Bierflasche durch ein geöffnetes Fenster in das Gebäude eines linken Wohnprojekts im Dresdner Stadtteil Pieschen geworfen hatte. Dort schliefen zehn Menschen, darunter drei kleine Kinder. Ein Bewohner hatte den Brandsatz sofort entdeckt und löschen können.

Der Angeklagte nahm die Worte der Richterin ohne erkennbare Rührung zur Kenntnis und suchte Blickkontakt mit Bekannten im Gerichtssaal. „Es war reiner Zufall, dass damals nichts weiter passiert ist“, sagte Richterin Michaela Kessler. Wäre der Brand nicht sofort entdeckt worden, hätte laut Gutachten innerhalb einer Viertelstunde die gesamte Wohnung in Flammen gestanden.

Der Verurteilte habe zwar gewusst, dass in dem Haus Menschen wohnen, sei aber nach der Tat nach Hause gegangen, ohne sich Gedanken zu machen, sagte die Richterin. Er habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt und sei gefährlich für die Allgemeinheit.

Wegen des jugendlichen Alters des Mannes hatte das Gericht rund drei Wochen lang hinter verschlossenen Türen verhandelt. Dabei hatte der Angeklagte laut Richterin in einer „knappen Erklärung“ die Tat gestanden. „Eigentlich nicht das, was von einem Geständnis erwartet wird.“ Demnach will er aus Frust gehandelt haben - wegen Problemen mit der Freundin. Dem mochte die Richterin nicht folgen.

Das erkläre die Tat nicht, ein Zusammenhang sei nicht zu erkennen. Sie verwies darauf, dass der Verurteilte schon bei früheren Aktionen von Rechtsextremisten gegen das Wohnprojekt mit von der Partie gewesen und deshalb auch schon wegen Landfriedensbruchs verurteilt worden sei. „Die Tat war eindeutig politisch motiviert.“ In der Vergangenheit hatten Rechtsextreme bereits erfolglos versucht, in das Haus einzudringen.

Die Staatsanwaltschaft hatte im jüngsten Prozess neun Jahre Haft nach Erwachsenenstrafrecht gefordert, die Verteidigung höchstens sechs Jahre Jugendhaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

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