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Keine Spur von Abkühlung: Montag Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke erwartet

Keine Spur von Abkühlung: Montag Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke erwartet

Leipzig/Dresden. Bei Rekordtemperaturen und sengender Sonne haben sich die Menschen in Sachsen durch das bislang heißeste Wochenende des Jahres geschwitzt.

Überall im Freistaat zeigten die Thermometer am Samstag und Sonntag Werte von weit über 30 Grad an. Um der Hitze zumindest ein bisschen zu entgehen, stürmten die Menschen die Seen, Freibäder und Parks im Land, viele Straßen und Plätze wirkten dagegen wie leer gefegt.

Mit rund 36 Grad lag Torgau in Nordsachsen an beiden Tagen an der Spitze, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Dahinter folgten Städte wie Leipzig, Bautzen oder Bad Muskau, wo jeweils um die 34 Grad gemessen wurden. Auch nach Sonnenuntergang fanden viele Sachsen kaum Abkühlung. Selbst die Nachttemperaturen waren so hoch, dass sie noch für einen warmen Sommertag gereicht hätten. Um kurz nach 9 Uhr am Sonntagmorgen seien schon wieder knapp 30 Grad gemessen worden, hieß es beim DWD.

Auch für Montag werden wieder Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke erwartet. Dabei bleibt es drückend schwül, wie der Deutsche Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Sonntag vorhersagte. Die feuchte Luft macht die Hitze zunehmend unerträglich, jede Bewegung wird zur schweißtreibenden Angelegenheit. Vor allem Menschen mit Kreislaufproblemen kann die extreme Schwüle zu schaffen machen. Bei fast absoluter Windstille ist nach Angaben des DWD vorerst nicht einmal ein Hauch von Abkühlung spürbar.

Die große Hitze hatte am Samstagabend auch viele Menschen davon abgehalten, bei den großen Fanfesten den dritten Platz der deutschen Elf bei der Fußball-WM zu feiern. Sowohl im Leipziger Zentralstadion als auch am Dresdner Elbufer zählten die Veranstalter deutlich weniger Besucher als bei den Spielen zuvor. Auch die Autobahnen wurden meist gemieden. Anders als auf den Straßen in den Süden oder zu den Küsten herrschte in Sachsen freie Fahrt. „Wenn die Leute überhaupt fahren, dann höchstens zum Baden", sagte eine Sprecherin des Verkehrswarndienstes im Freistaat.

Am Olbersdorfer See nahe Zittau (Kreis Görlitz) verschwand am Samstag ein Tourist aus Bayern. Der 70-Jährige hatte sich zum Schwimmen verabschiedet und war nicht zurückgekehrt. Polizei und Rettungskräfte gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück aus. In Weißwasser geriet ein kleines Waldstück in Brand. Die Feuerwehr war jedoch schnell zur Stelle und konnte Schlimmeres verhindern.

Die Rekordhitze in Sachsen treibt auch die Ozonwerte in die Höhe. An zwei Messpunkten in Leipzig sowie in Schkeuditz (Nordsachsen) und am Schwartenberg im Erzgebirge wurde am Samstagmittag erneut die sogenannte Informationsschwelle von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft festgestellt. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie riet empfindlichen Menschen vorsorglich dazu, sich körperlich nicht zu sehr anzustrengen. Der Wert von 180 Mikrogramm war bereits am Freitag stellenweise überschritten worden. Hohe Temperaturen und viel Sonne begünstigen die Ozonbildung. Gegen Abend gehen die Werte meist wieder zurück.

Schon die ganze Ferienwoche machten tausende Sachsen Badeurlaub vor der Haustür. Die fünf Freibäder der Messestadt Leipzig erlebten einen Riesenansturm und verlängerten ihre Öffnungszeiten. „Was besseres als dieses Wetter kann uns gar nicht passieren“, sagte der Leiter des Bäderbetriebes, Martin Gräfe. Seit Saisoneröffnung kamen 70.000 Gäste.

Großer Andrang herrschte auch in den Bädern der Landeshauptstadt. Einige wie das Arnhold-Bad im Zentrum haben am Wochenende sogar bis 23 Uhr geöffnet. Auch an den Badegewässern im Land - Naturseen und Talsperren - herrschte Hochbetrieb. „Baden ist überall möglich“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Trotz anhaltender Hitze sei die Wasserqualität gut. Empfohlen werde vor dem Badeausflug aber der Blick ins Internet. Danach sind Bademöglichkeiten im Coswiger See und in der Talsperre Koberbach eingeschränkt.

„Gerade in Naturseen besteht bei langer Hitzeperiode die Gefahr der Blaualgenbildung“, so der Sprecher. Da nicht alle Naturseen überwacht seien, sollte man genau hinschauen. „Eine geringe Sichttiefe spricht für Verunreinigungen.“ Dann sei Vorsicht geboten. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius sollten auch Besucher von Freibädern viel trinken, Schatten suchen und vor allem ihre Kinder dick eincremen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sollten sich vor allem Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und chronisch Kranke tagsüber an schattigen Orten aufhalten und sehr viel mehr als normal trinken. Empfohlen wurden mineralstoffhaltige Getränke wie Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees, verdünnte Fruchtsäfte und Suppen sowie wasserreiche Früchte und Gemüse, die auch Mineralien und Vitamine liefern. „Auf stark gesüßte, koffein- oder alkoholhaltige und sehr kalte Getränke sollte dagegen verzichtet werden.“

Frische Luft und viel Wasser - damit versuchen die Landwirte bei ihrem Vieh die Hitze zu lindern. „Jetzt kommt es darauf an, in den Ställen für eine gute Durchlüftung zu sorgen“, sagte der Agrarexperte vom Landesbauernverband, Manfred Uhlemann. Auf der Weide sei es ideal, wenn es schattige Plätze gebe. Ob Stall oder Weide - „auf jeden Fall muss ausreichend frische Wasser da sein und mann muss aufpassen, dass es im Behälter nicht schon kocht“, sagte Uhlemann.

dpa

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