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"Keine andere Wahl": Leipziger Zucht-Experte verteidigt Tigertötung in Magdeburg

"Keine andere Wahl": Leipziger Zucht-Experte verteidigt Tigertötung in Magdeburg

Der ehemalige Leipziger Zoodirektor und heutige Führer des internationalen Zuchtbuches für Tiger, Peter Müller, hat die umstrittene Tötung von drei Tigerbabys 2008 im Zoo Magdeburg aus fachlicher Sicht verteidigt.

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Die sibirische Tigerin „Kulina“ (l) und der Tiger „Taskan“ im Zoologischen Garten in Magdeburg. Weil „Taskan“ entgegen bisheriger Annahmen kein reinrassiger Sibirischer Tiger ist, war der Nachwuchs direkt nach der Geburt eingeschläfert worden.

Quelle: dpa

Leipzig. Das Urteil – der Magdeburger Zoodirektor und drei Mitarbeiter wurden wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verwarnt – bezeichnete Müller gegenüber LVZ-Online als bedenklich und fachlich falsch.

Der ehemalige Zoochef begründete seine Aussage mit dem Anspruch zur Arterhaltung. Bei den Magdeburger Jungtieren war kurz vor der Geburt festgestellt worden, dass ein Vorfahr des Vaters eine Mischung aus Sibirischem und Sumatratiger war. Damit sind die Nachfahren des Tieres für eine weitere Zucht ungeeignet, so Müller. „Die Zoos sind der Arterhaltung und der Artreinhaltung verpflichtet“, verweist der Zuchtbuchführer auf eine Richtlinie der internationalen Naturschutzunion, einer Unterorganisation der Uno.

Die betroffene Zuchtlinie, die nach dem Test für weitere Nachzuchten ausfiel, umfasste laut Müller 108 Nachkommen, von denen 42 noch in europäischen Zoos leben. Und diese besetzen nun Plätze, die eigentlich für Zuchttiere gedacht waren.

Laut Müller war auch Leipzig betroffen. Kater Mischa und zwei seiner Nachkommen gehören zur gleichen Linie wie der Magdeburger Tiger. Leipzig hatte Glück: Die beiden Jungtiere konnten an einen Zoo abgegeben werden, der nicht züchten will, Kater Mischa wurde sterilisiert. Doch solche Möglichkeiten gebe es selten.

„Magdeburg hätte die Tiere irgendwann loswerden müssen“, sagt Müller. Eine Weitergabe an den Zirkus, kleine Zoos oder Safariparks sei meist ausgeschlossen. Diese erfüllten selten die Ansprüche an eine artgerechte Haltung.

Daher habe sich der Zoo Magdeburg in einer „Ultima Ratio“ für die Tötung entschieden. Und dies sei nur zu zwei Zeitpunkten möglich: direkt nach der Geburt oder erst nach zwei bis drei Jahren, wenn sich die Jungtiere von der Mutter abnabeln. Magdeburg habe sich daher für die weniger schmerzhafte Variante entschieden. „Zoos haben den Auftrag der Arterhaltung“, sagt Müller. „Es bleibt in solchen Notfällen manchmal keine andere Wahl.“

Stephan Lohse

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