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Kohls historische Momente in Sachsen - Auftritt vor Tausenden in Leipzig

Verstorbener Altbundeskanzler Kohls historische Momente in Sachsen - Auftritt vor Tausenden in Leipzig

Zu Sachsen hatte Helmut Kohl eine besondere Beziehung: Unvergessen sind seine Reden am 19. Dezember 1989 vor der Ruine der Dresdner Frauenkirche und am 14. März 1990 auf dem Leipziger Augustusplatz.

Helmut Kohl am 14. März 1990 auf dem damaligen Karl-Marx-Platz.

Quelle: Armin Kühne

Leipzig/Dresden. Zu Sachsen hatte Helmut Kohl eine besondere Beziehung, und das nicht nur, weil seine erste Ehefrau Hannelore in Leipzig aufwuchs. Der Unionspolitiker, der sich gern in den Mantel der Geschichte hüllte und ein Gespür für unwiederbringliche historische Augenblicke hatte, wusste, dass Dresden und Leipzig dafür gute Plätze waren. Unvergessen ist seine Rede am 19. Dezember 1989 vor der Ruine der Dresdner Frauenkirche, in der er sich in der heißen Umbruchphase wohlformuliert zur Wiedervereinigung bekannte. „Mein Ziel bleibt, wenn die geschichtliche Stunde es zulässt, die Einheit unserer Nation“, sagte er vor Zehntausenden DDR-Bürgern, die er als „liebe Landsleute“ begrüßte. Er selbst bezeichnete später diesen Dresden-Besuch als „sein Schlüsselerlebnis auf dem Weg zur deutschen Einheit“.

Helmut Kohl spricht am 14. März 1990 von der Oper aus zu den Massen auf dem Karl-Marx-Platz, heute Augustusplatz.

Quelle: dpa

Einen historischen Moment erlebte Kohl auch am 14. März 1990 auf dem Leipziger Augustusplatz, der damals noch Karl-Marx-Platz hieß. Nie brachte er so viele Menschen auf die Beine wie bei seinem Wahlkampf-Auftritt vor den ersten freien DDR-Volkskammerwahlen. 320.000 Menschen hörten sein Bekenntnis zur Einheit: „Das Ziel, die Einheit Deutschlands zu vollenden, ist nun zum Greifen nahe. Die Leipziger haben es erstritten“, sagte der Bundeskanzler.

Helmut Kohl ist gestorben, doch seine Auftritte in Sachsen bleiben unvergessen. In Leipzig sprach er vor Hundertausenden Menschen auf dem heutien Augustusplatz.

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Leipzig gehörte auch 1994 und 1998 zu den festen Stationen in seinem Bundestagswahlkampf. Im Unterschied zu den Hunderttausenden von 1990 kamen gut vier Jahre später nur noch 6000 Menschen auf den Augustusplatz, um Kohls Rede zu hören. Etliche von ihnen hatten Trillerpfeifen dabei, die Begeisterung war in Misstrauen umgeschlagen. Viele Ostdeutsche waren von der Wende enttäuscht, hatten ihre Jobs verloren und suchten vergeblich nach den blühenden Landschaften. Schon im Mai 1991 hatte Kohl den Stimmungsumschwung im benachbarten Halle zu spüren bekommen, als ein Demonstrant ein rohes Ei auf ihn warf.

Menschen, so weit das Auge reicht: Hunderttausende Leipziger und Bewohner des Umlandes drängen am 14. März 1990 zum damaligen Karl-Marx-Platz, um Helmut Kohl zu hören.

Menschen, so weit das Auge reicht: Hunderttausende Leipziger und Bewohner des Umlandes drängen am 14. März 1990 zum damaligen Karl-Marx-Platz, um Helmut Kohl zu hören.

Quelle: Armin Kühne

Auch 1998, als sich Kohl auf dem Leipziger Marktplatz vor gut zehntausend Zuhörern noch einmal in die Schlacht warf, schwankte die Stimmung zwischen „Helmut, Helmut“-Rufen und „Kohl muss weg“-Plakaten.

84-jährig und schon schwer gezeichnet von seiner Krankheit, kehrte der Altbundeskanzler am 19. Dezember 2014 noch einmal nach Dresden zurück – genau 25 Jahre nach seiner berühmten Rede. Im Rollstuhl wurde der einst vor Kraft strotzende Vollblutpolitiker vor die wiederaufgebaute Frauenkirche und später vors Mikrofon geschoben. Es war sein letzter öffentlicher Auftritt.

Anita Kecke

Leipzig, Augustusplatz 51.338934 12.380981
Leipzig, Augustusplatz
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