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Kommissar Schmückes Mantel und Margots Zeugnisse

Kommissar Schmückes Mantel und Margots Zeugnisse

Die neue Dauerausstellung des halleschen Stadtmuseums nimmt Konturen an. "Bis zur Eröffnung des ersten Teilbereichs im Mai ist es nicht mehr lange hin und wir haben alle Hände voll mit der Aufarbeitung der Exponate zu tun", erzählt Restauratorin Petra Selbmann.

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Restauratorin Petra Selbmann richtet schon mal Schmückes Mantel her.

Quelle: Bernd Mandel

Halle. Noch rechtzeitig für die neue Ausstellung kam der Mantel, den Jaecki Schwarz in seiner Rolle als Fernseh-Hauptkommissar Herbert Schmücke in der Polizeiruf-Reihe 17 Jahre lang oft getragen hat, in ihre Hände. "Das Ermittlerduo Schmücke und Schneider ist im Ruhestand und das Museum bewahrt jetzt das Andenken an die beliebten Kommissare aus Halle", ergänzt Kuratorin Susanne Feldmann.

Auf zweimal 450 Quadratmetern Fläche soll den Besuchern des Gebäudeensembles in der Großen Märker-straße 10 zusätzlich zur Ausstellung im Christian-Wolff-Haus möglichst viel "Historie zum Anfassen" geboten und mehr als 500 "alltagsgeschichtliche Objekte" gezeigt werden. In insgesamt fünf Bereiche wird die künftige Dauerausstellung untergliedert. In den Abschnitten geht es um die Siedlung, die Menschen, die Stadt als Gemeinschaft, Halle in Bildern und Halles Außenwirkung in der Welt.

Raum für soviel Stadt-Geschichte in all ihren Facetten bietet das sanierte einstige Druckereigebäude der Traditionsfirma Gebauer und Schwetschke im Herzen der Altstadt. "Wir freuen uns, dass wir zwei Stadtmodelle präsentieren können - eins, das Halle im 16. Jahrhundert zeigt, dazu eins von 1983", sagt die Kuratorin. Zum interessanten Konzept gehört auch die geplante Gegenüberstellung der beiden wohl berühmtesten noch lebenden Hallenser - FDP-Politiker und Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Ex-DDR-Ministerin und Staatschef-Gattin Margot Honecker.

Es gehe schließlich darum, Geschichte aufzuarbeiten, so auch Stadtarchivar Ralf Jacob. In dem von ihm behüteten Regalen lagern durchaus vorzeigbare Schulzeugnisse jener Frau, die am 17. April 1927 als Margot Feist in der Saalestadt geboren wurde, von 1963 bis 1989 Ministerin für Volksbildung in der DDR war und heute dem gestürzten SED-Regime nachtrauernd im Exil in Chile lebt. "Der am 21. März geborene Genscher und sie sind im Abstand von nur wenigen Wochen auf die Welt gekommen", sagt Kuratorin Feldmann. Man werde darstellen, wie die Kindheit in Halle die Lebenswege der beiden beeinflusst habe und auch die Zeugnisse zeigen.

"Wir scheuen auch vor äußerst unliebsamen Personen wie Reinhard Heydrich nicht zurück, wollen auch hier das Umfeld seiner ersten Jahre darstellen", sagt die Kuratorin. Der spätere SS-Obergruppenführer und stellvertretende Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, am 7. März 1904 in Halle geboren, wuchs gut behütet in einer intakten bürgerlichen Familie auf. Heydrich, der als Initiator des Holocaust gilt, soll Ernst Ottwalt gegenübergestellt werden. "Das war ein Gymnasiast aus Halle, ein späterer Schriftsteller, der vom rechtsextremen ins linke Lager wechselte und 1943 in einem sowjetischen Gulag in Archangelsk ums Leben kam."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.03.2013

Bernd Lähne

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