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Kompetenzzentrum zu Rechtsextremismus startet im November in Thüringen

Kompetenzzentrum zu Rechtsextremismus startet im November in Thüringen

Wie viel Forschung an der Universität Jena zum Thema Rechtsextremismus betrieben wird, hat offensichtlich selbst Rektor Klaus Dicke überrascht. Das von ihm nach Bekanntwerden der Neonazi-Mordserie initiierte neue Kompetenzzentrum sollte im Juli starten.

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Der Rektor der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität, Klaus Dicke, spricht während einer Pressekonferenz in Jena. Die Universität informiert über den Stand der Vorbereitungen für das geplante Kompetenzzentrum Rechtsextremismus.

Quelle: dpa

Jena. Doch sei das Projekt sowohl in und außerhalb von Thüringens größter Hochschule auf so große Resonanz gestoßen, dass der Zeitplan organisatorisch nicht zu halten gewesen sei, erklärte er am Montag in Jena.

Ziel sei es, diese Forschung zu bündeln und zu koordinieren, um einen neuen Blick auf den Rechtsextremismus und den Umgang mit ihm zu gewinnen. Zum Auftakt ist im November - ein Jahr nach Auffliegen der aus Jena stammenden Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) - ein breitangelegtes Symposium geplant.

Mehr als zwei Dutzend Wissenschaftler seien einem ersten Aufruf des Rektors gefolgt - Soziologen und Politologen sind darunter ebenso vertreten wie Psychologen, Kunstwissenschaftler, Theologen und Medienforscher. So wollen sie etwa untersuchen, welche Faktoren zu einer rechtsextremen Gesinnung führen und was dafür ausschlaggebend ist, dass sich daraus Gewalt entwickelt. „Kein Mensch wird als Rechtsextremer geboren“, betonte Psychologe Andreas Beelmann.

Seit 2007 untersucht er zusammen mit Kollegen in einer Längsschnittstudie die Verbreitung von Vorurteilen - etwa gegenüber anderer Ethnien - bei Grundschülern. Ziel sei es, daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten, um möglichst frühzeitig dem Entstehen rechtsextremer Einstellungen entgegenwirken zu können. Bekannt sei etwa, dass der Kontakt zu Menschen mit ausländischen Wurzeln Vorurteile ihnen gegenüber verringere.

Zu den umfangreichen Daten, die den Jenaer Forschern zur Verfügung stehen, gehört auch der Thüringen-Monitor, bei dem seit 2001 die Thüringer zu ihren politischen Einstellungen befragt werden. Ziel sei es zunächst nicht nur zusammenzutragen, was bisher an Studien zu Rechtsextremismus gelaufen ist, sondern auch herauszufinden, wo es Lücken gibt, erklärte Dicke. Einige aktuelle Fragen - etwa das Versagen der Geheimdienste bei der Aufklärung der NSU-Mordserie - wollen die Wissenschaftler dagegen zunächst den parlamentarischen Untersuchungsausschüssen überlassen.

Für das neue Kompetenzzentrum soll die Universität eine neue, vom Land finanzierte Stelle eines Koordinators erhalten, die in den kommenden Monaten besetzt werden soll. Zudem will die Universität einen Kompass im Internet anbieten, wo gezielt Informationen über Studien und Veröffentlichungen der Hochschule zum Thema Rechtsextremismus aufbereitet werden und die konkreten Kompetenzen der einzelnen Forscher dargestellt werden.

dpa

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