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Konflikt um Lehrer-Teilzeit - Proteste

Konflikt um Lehrer-Teilzeit - Proteste

Im Konflikt um neue Tarifverträge für Lehrer an den Mittelschulen und Gymnasien scheinen die Fronten verhärtet. Sachsens Regierung sah am Freitag keine Alternative zu einer Verlängerung der Teilzeitregelung für Pädagogen an Gymnasien und Mittelschulen.

Dresden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beharrte dagegen auf einer Rückkehr zur Vollzeitbeschäftigung ab 1. August dieses Jahres. Am Samstag wollen GEW und die Tarifkommission Schule in Leipzig über das weitere Vorgehen beraten. Am Montag stehen Gespräche im sächsischen Kultusministerium an. Parallel wollen vor dem Ministerium etwa 3000 Lehrer für ihre Belange demonstrieren.

Kultusminister Roland Wöller und Finanzminister Georg Unland (beide CDU) machten die Haltung der Regierung unmissverständlich deutlich. „Wir finanzieren mit Geld, das wir nicht haben, Stellen, die wir momentan nicht brauchen“, sagte Wöller. Wenn die bis zum 31. Juli geltende Teilzeitregelung nicht weiterlaufe, habe Sachsen über Nacht rund 2000 Lehrerstellen zu viel. „Das sind Stellen, die wir zur Unterrichtsabsicherung nicht brauchen.“ Bis zum Jahr 2014 würden sich die Kosten dafür auf bis zu 380 Millionen Euro summieren. „Wir brauchen die Solidarität der Lehrer, die im System sind, für eine begrenzte Zeit. Mir ist klar, dass wir einiges abverlangen.“

Wöller zufolge ist die Teilzeit eine notwendige Bedingung dafür, auch künftig junge Lehrer einzustellen. Der Altersdurchschnitt der Lehrerschaft liege schon heute bei jenseits der 50. Ziel der Sondierungsgespräche sei es, gemeinsam mit den Gewerkschaften in Verhandlungen über die Einstellung junger Lehrer zu kommen. Nach Aussagen Unlands wären ohne eine Lösung des Problems Änderungskündigungen die Folge. Dies wiederum würde nach Lage der Dinge wegen der Sozialauswahl vor allem junge Lehrer treffen. „Uns liegt überhaupt nichts an einer Konfrontation. Wir haben ein schwerwiegendes Problem für dieses Land zu lösen“, sagte Unland.

Der Sächsische Lehrerverband verwies darauf, dass die Zwangsteilzeit schon seit 1992 gilt. 18 Jahre lang hätten tausende Lehrer auf etwa 20 Prozent ihres Gehalts verzichtet. „Teilzeit- Lehrer zu sein, bedeutet jedoch in der Praxis, volle Arbeit für einen Teil des Gehalts zu leisten“, hieß es. Den Lehrern sei eine Rückkehr zur Vollzeitbeschäftigung zugesagt worden. Ähnlich argumentierte GEW- Chefin Sabine Gerold. Die Zeit des dramatischen Schülerrückganges sei vorbei und damit auch die Zeit der solidarischen Teilung von Arbeitsplätzen durch Verzicht. Der Lehrerberuf sei ein Vollzeitberuf. Dies müsse auch in Sachsen wieder Normalität werden.

Sachsen hatte das Problem zunächst auf freiwilliger Basis lösen wollen. Bei einer Befragung sprachen sich etwa die Hälfte der Lehrer für eine Teilzeit aus. Nach Berechnungen des Kultusministeriums bleiben dennoch 1000 nicht benötigte Lehrerstellen übrig. Für Unland ist das nur die Spitze des Eisberges. „Das ist nicht die einzige Baustelle für Sachsen. Wir sind in einem Transformationsprozess.“ In den kommenden zehn Jahren müsse sich Sachsen auf ein anderes Niveau einstellen. „Wir hoffen, möglichst viele mit ins Boot zu nehmen, um diesen Prozess gestalten zu können.“

dpa

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