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Konflikt um Lehrerteilzeit spitzt sich zu

Konflikt um Lehrerteilzeit spitzt sich zu

Der Konflikt um die Verlängerung der im Juli auslaufenden Teilzeitregelung für die Lehrer an den sächsischen Mittelschulen und Gymnasien spitzt sich zu. Am Samstag sagte die Lehrergewerkschaft GEW ihre Teilnahme an einem für Montag geplanten Sondierungsgespräch im Kultusministerium ab.

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Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. Die Gewerkschaft und die Tarifkommission Schule sehen keinen Verhandlungsbedarf, weil die Regierung auf einer Fortschreibung der Teilzeitregelung besteht.

Gewerkschaften fordern Vollzeit

Die GEW, der Sächsische Lehrerverband und die dbb tarifunion beharren auf einer Rückkehr zur Vollzeitarbeit für die fast 14 000 Lehrer. Teilzeitbeschäftigung soll nur noch individuell vereinbart werden. Die Teilzeitregelung war 2005 ausgehandelt worden, um angesichts drastisch sinkender Schülerzahlen Arbeitsplätze durch solidarischen Verzicht zu retten. „Auch für Sachsen muss wieder klar sein, der Lehrerberuf ist ein Vollzeitberuf“, sagte GEW-Landeschefin Sabine Gerold.

Die Lehrergewerkschaften betonten am Wochenende, mit ihnen werde es keine Verhandlungen über eine Neuauflage der Lehrerteilzeit geben. Läuft die Vereinbarung im Juli aus, gilt der Tarifvertrag der Länder. Das bedeutet eine Rückkehr zur Vollzeitbeschäftigung.

Lehrerverband spricht mit Regierung

Anders als die GEW wollen Lehrerverband und dbb tarifunion am Montag aber mit der Landesregierung sprechen und eigene Vorschläge einbringen, betonte der Verbandsvorsitzende Jens Weichelt. Er kündigte eine Demonstration vor dem Dresdner Finanzministerium an, zu der 3000 Pädagogen erwartet würden. Am Dienstag wollen die Lehrer dann vor dem Landtag demonstrieren.

Der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Steffen Flath, drängte am Sonntag auf eine Fortschreibung der Teilzeitarbeit über den 31. Juli hinaus. Für diejenigen, die ein Lehramt anstrebten, sei die Weigerungshaltung der GEW ein Schlag ins Gesicht, betonte Flath, der Kultusminister war, als die Lehrer-Teilzeit ausgehandelt wurde.

Regierung droht mit Änderungskündigungen

Das Land sieht angesichts der Kassenlage keine Alternative zur Fortschreibung der Lehrer-Teilzeit. Nach Berechnung von Kultusminister Roland Wöller und Finanzminister Georg Unland (beide CDU) hat Sachsen 2000 Lehrerstellen zu viel, wenn die Teilzeit nicht weiterläuft. Die Kosten würden sich bis 2014 auf 380 Millionen Euro summieren. Die Teilzeit sei auch notwendige Bedingung dafür, dass junge Lehrer eingestellt werden können. Sollte es keine Verlängerung geben, will die Regierung mit Änderungskündigungen reagieren. Die Gewerkschaften kündigten Gegenwehr an.

Grüne fordern Zugeständnisse

Die Grünen im Sächsischen Landtag betonten, die verhärteten Fronten seien kein gutes Signal an Schüler und Eltern. „Der Zwang zur Teilzeit ist keine sinnvolle Lösung, weil sie den Lehrermangel insbesondere in naturwissenschaftlichen Fächern und in Ethik/Religion verschärft“, betonte die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Annekathrin Giegengack. „Kultusminister Roland Wöller (CDU) sollte Zugeständnisse machen. Immerhin sind 50 Prozent der Lehrer bereit, freiwillig in Teilzeit zu gehen“, sagte sie laut einer Mitteilung. Grüne, SPD und Linke wollen am Dienstag in einem gemeinsamen Antrag von der Landesregierung einen Bericht zu den Sondierungsgesprächen fordern.

dpa

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