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Kränze, Gedenken, Mahnreden: Sachsen gedenken der NS-Opfer

Kränze, Gedenken, Mahnreden: Sachsen gedenken der NS-Opfer

Dresden/Leipzig/Pirna. Kranzniederlegungen, stilles Gedenken und Mahnreden: Die Sachsen haben am Freitag vielerorts an Gedenkstätten und in öffentlichen Einrichtungen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Landtagspräsident Matthias Rößler und Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) unterstrichen am nationalen Gedenktag den Schutz der Menschenwürde. „Unsere eigene deutsche Geschichte sollte Grund genug sein, im Umgang miteinander wachsam zu sein“, appellierte Rößler bei der Gedenkfeier von Parlament und Regierung in Dresden.

In diesem Jahr stand die Erinnerung an mehr als 23 000 behinderte und kranke Menschen, die in sächsischen Euthanasie-Anstalten des NS- Regimes ermordet wurden, im Mittelpunkt. „Was damals geschehen ist, darf sich nie wiederholen“, mahnte der Landrat des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Michael Geisler, in Pirna. Neben der Erinnerung dürfe der Einsatz für Toleranz, Demokratie und Menschenrechte kein Ende finden, sagte er.

Landtagspräsident Rößler forderte, die Würde des Menschen im Alltag zu verteidigen. „Es gilt, antidemokratische Kräfte zu schwächen und jeglichem Extremismus den Nährboden zu entziehen“, ergänzte Regierungschef Tillich. Er versicherte, dass „wir den Rechtsextremisten in unserem Land entgegentreten“ werden. „Es geht nicht um Schuld und Schande, wie es im Jargon der Neonazis heißt, sondern um die moralische Kraft, gute Demokraten zu sein und jeden unserer Mitbürger als Gleichen anzuerkennen.“

Es sei und bleibe eine der wichtigsten Lektionen der Geschichte, „dass sich Qualität und Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft daran bemessen lassen, wie sie sich gegenüber Minderheiten verhält - ob sie sich für Integration oder Ausgrenzung entscheidet“, sagte Rößler. „Wir sind es den Toten schuldig, mit ganzem Herzen demokratisch zu leben und zu handeln, immer und überall“, mahnte Tillich vor Abgeordneten der Fraktionen mit Ausnahme der NPD, Vertretern der Opferverbände sowie 50 Schülern.

Auf dem Bahnsteig 24 des Leipziger Hauptbahnhofs wurde am Nachmittag eine Gedenkinstallation enthüllt. Der metallene Quader mit einem Koffer darauf trägt die Inschrift: „Zum Gedenken an alle Opfer von NS-Verbrechen, die in den Jahren von 1933 bis 1944 über das Leipziger Eisenbahnnetz in Zwangs- und Todeslager verschleppt wurden.“ Rund 100 Unterstützer des Projekts waren zur Präsentation des Mahnmals gekommen, für dessen Realisierung rund 13 000 Euro an Spenden gesammelt wurden.

Auch in Görlitz, Plauen und Dresden wurde der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. In der Landeshauptstadt verlasen Schüler und Bürger dabei die Namen von 1953 Kindern, Frauen und Männern aus Dresden, die in Konzentrationslagern ermordet wurden, sich selbst das Leben nahmen oder als verschollen gelten. Der nationale Gedenktag war 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog proklamiert worden. Seit 2006 begehen Parlament und Regierung von Sachsen ihn mit einer gemeinsamen Veranstaltung.

dpa

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