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Kraftklub, Kreuz und Kerzen - Tausende Chemnitzer protestieren gegen Neonazis

Kraftklub, Kreuz und Kerzen - Tausende Chemnitzer protestieren gegen Neonazis

Mehrere Tausend Menschen haben am Montag in Chemnitz ein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt. Mit einer Reihe verschiedener Protestaktionen wandten sie sich gegen einen Aufmarsch von etwa 350 Neonazis.

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Im Rahmen des traditionellen Chemnitzer Friedenstages haben sich am 05.03.2012 auf dem Neumarkt der Stadt hunderte Chemnitzer an einem begehbaren Friedenskreuz versammelt.

Quelle: dpa

Chemnitz. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit einem Großaufgebot von 2000 Beamten im Einsatz. „Bislang sind keine größeren Störungen bekannt geworden“, sagte Polizeisprecher Frank Fischer am Abend.

Der 5. März wird von der Stadt Chemnitz seit zehn Jahren als „Friedenstag“ begangen - in Erinnerung an den mit mehr als 2000 Toten folgenschwersten Luftangriff der Alliierten des Zweiten Weltkriegs in der Nacht zum 6. März 1945. In Erinnerung an die weitgehende Zerstörung der Innenstadt vor 67 Jahren erklangen am Abend alle Kirchen der Stadt zum „Gedenkgeläut“.

Bereits in den vergangenen Jahren war es verstärkt zur Vereinnahmung des Jahrestags durch Rechtsextreme gekommen, 2011 lag die Teilnehmerzahl beim sogenannten Trauermarsch mit 545 Neonazis allerdings deutlich höher als dieses Mal. Für friedlichen und lautstarken Protest in Sicht- und Hörweite des etwas außerhalb des Stadtkerns genehmigten Neonazi-Aufmarsches sorgten schätzungsweise mehr als 1500 Menschen.

Sie hatten zunächst größtenteils an einer Demonstration des linken Bündnisses „Chemnitz Nazifrei“ teilgenommen. Zur Auftaktveranstaltung am Hauptbahnhof, auf der die Chemnitzer Band Kraftklub ein viel umjubeltes Mini-Konzert gab, hatten sich mehr als 1000 Menschen versammelt. Per Eilklage hatte sich das Bündnis zuvor erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz gegen Auflagen wie das Verbot von Thermoskannen zur Wehr gesetzt.

Ein Sprecher des „Nazifrei“-Bündnisses zeigte sich in einer ersten Auswertung zufrieden mit dem Polizeieinsatz. Die Beamten hätten sich weitgehend an das zuvor angekündigte Deeskalationsprinzip gehalten - anders als vor einem Jahr, wie es hieß.

Zum Auftakt der offiziellen Feierlichkeiten der Stadt hatten sich am Morgen mehr als 200 Menschen auf dem Städtischen Friedhof zur traditionellen Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Bombardements vor 67 Jahren versammelt. Dazu gehörten auch viele Schulklassen. Schüler waren es auch, die eine Bildergalerie auf dem Neumarkt gestalteten. Dort konnten Passanten wie in den Vorjahren in einem begehbaren „Friedenskreuz“ ihre „Friedenswünsche“ hinterlassen.

Mehrere Routen - sogenannte Friedenswege - führten etwa 2000 Menschen am Abend mit Kerzen in der Hand auf den Neumarkt. Zur Kundgebung unter dem Titel „Es ist unsere Stadt - Nazis haben hier keinen Platz“ hatte ein breites Bündnis von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Wissenschaft und Kirchen geladen. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) äußerte sich erfreut darüber, dass so viele „ein Zeichen setzen für ein friedliches, weltoffenes, demokratisches, buntes Chemnitz - in dem kein Platz ist für Nazis“.

dpa

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