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Kritik an Tierschützern in Sachsen - Forscher von Lupus mit fragwürdigen Methoden

Kritik an Tierschützern in Sachsen - Forscher von Lupus mit fragwürdigen Methoden

Der Landesjagdverband wirft dem Wildbiologischen Büro Lupus per Pressemitteilung vor, gegen das Tierschutzrecht zu verstoßen. Lupus begleitet "die natürliche Rückkehr der Wölfe im Auftrag des Sächsischen Staats­ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft sowie mit Unterstützung der Bundesforstverwaltung und des Internationalen Tierschutzfonds IFAW fachlich und wissenschaftlich".

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Immer wieder Aufregung um das Thema Wölfe.

Quelle: dpa

Leipzig. Das Team um die Biologinnen Gesa Kluth und Ilka Reinhardt soll Aufklärungsarbeit in der gelegentlich nur mäßig vom Projekt begeisterten Bevölkerung leisten und steht nun selbst am Pranger.

Auslöser ist ein Artikel in der Zeitschrift "Unsere Jagd", der am Mittwoch erscheint und der Leipziger Volkszeitung vorliegt. Darin kritisiert die Redaktion die vermeintlich zweifelhaften Fangmethoden des Wolfsbüros, um Informationen über Raumnutzung und Abwanderungsverhalten der Wölfe zu erhalten und diese mit GPS-Sendern zu versehen. Laut "Unsere Jagd" kommen dabei auch Tellereisen zum Einsatz, die in den EU-Ländern für alle Tierarten und Zwecke verboten sind.

Aufgrund dieser Anschuldigungen wirft nun der Landesjagdverband (LJVSN) den Wolfsschützern vor, gegen bestehendes Tierschutzrecht zu verstoßen und fordert nicht nur einen sofortigen Stopp sowie umfassende Aufklärung. Er kritisiert insbesondere, Fangaktionen im Mai 2012 und 2013. "In diesen Fällen waren aufgrund des gewählten Zeitpunktes zusätzlich die auf Versorgung angewiesenen Welpen gefährdet", so der Verband.

Frank Meyer, Sprecher des Sächsischen Umweltministeriums, widerspricht den Kritikern allerdings: "Lupus hat für die Anwendung dieser Geräte eine Ausnahmegenehmigung der Landesdirektion." Der Vorwurf des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sei deshalb völlig aus der Luft gegriffen. Beim Bundesinstitut für Risikobewertung habe man sich außerdem zuvor eine Expertenmeinung zu den Fangmethoden eingeholt.

Auch Vanessa Ludwig, Projektleiterin des Kontaktbüros Wolfsregion Lausitz, bestätigt die Fangmethode und verweist im gleichen Atemzug auf die Haltung der Behörden. "Die naturschutz- und tierschutzrechtlichen Genehmigungen liegen vor." Ludwig meint außerdem, dass diese Fangmethode letztendlich die praktikabelste ist. Eine Jagd mit Betäubungsgewehr vom Helikopter aus wie in Skandinavien sei in unseren Breiten einfach nicht möglich.

"Unsere Jagd" beharrt hingegen darauf, dass die tierschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung gar nicht hätte erteilt werden dürfen, denn der Einsatz dieser Fanggeräte verstoße gegen geltendes Europa-Recht.

Bei den sogenannten Soft-Catch-Traps handele es sich um Tellereisen, deren Verwendung seit dem 1. Januar 1995 in den EU-Ländern für alle Tierarten und -zwecke verboten ist. In Artikel 1 der Verordnung (EWG) Nr. 5254/91 werde das Tellereisen definiert "als ein Gerät zum Festhalten oder Fangen von Tieren durch Bügel, die über einem Lauf oder mehrere Läufe der Tiere zuschnappen und so verhindern, dass sich das Tier befreit", zitiert die Fachzeitschrift.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.09.2013

Roland Herold

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