Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Kritik von CDU bis Linke: Zu viele Spitzenbeamte mit West-Biografie

Kritik von CDU bis Linke: Zu viele Spitzenbeamte mit West-Biografie

An der geringen Zahl von Ostdeutschen in Spitzenpositionen im Bereich der sächsischen Staatsregierung gibt es Kritik. Nicht nur CDU-Abgeordnete fordern, das Ungleichverhältnis in Zukunft zu beheben.

Voriger Artikel
Die starke Frau und das Meer - schwerkranke Autorin geht auf große Reise
Nächster Artikel
Sachsen bleibt auf Schulden für Landesbank sitzen - Klagen gegen Ex-Manager abgewiesen

Rolf Seidel

Quelle: André Kempner

Dresden. Kritische Stimmen kamen auch von der Opposition.

Eine überaus klare Position beim Thema vertritt der Leipziger CDU-Mann Rolf Seidel. "Ich würde mir wünschen, dass bei uns mehr Ostdeutsche in führende Positionen gelangen", sagte der Landtagsabgeordnete der Leipziger Volkszeitung. Dies müsse gerade auch für politische Spitzenbeamte in den sächsischen Ministerien gelten. Seine Kritik garnierte Seidel mit einem kleinen Hinweis auf das übliche Verfahren an der Spitze der Landespolitik. "Aber unsere Chefs ziehen nun mal Westdeutsche vor", lautet seine Meinung - "zum Beispiel im Falle des Landespolizeipräsidenten".

Das ist eine Spitze Richtung Innenminister Markus Ulbig (CDU), der den früheren Landespolizeipräsidenten Bernd Merbitz nach längerem Streit nach Leipzig abgeschoben und dabei auch teilweise degradiert hatte. Dessen Nachfolger Rainer Kann dagegen wurde im niedersächsischen Hannover geboren und hat viele Jahre im Rheinland gelebt.

Nicht ganz so hart geht Seidels Abgeordneten-Kollege Alexander Krauß (CDU) zu Werke. Sachsen habe seinen Mitarbeitern aus den alten Ländern "viel zu verdanken", sagte er. Allerdings meint auch Krauß: "In Zukunft müssen wir dafür sorgen, dass mehr Menschen mit einer ostdeutschen Biografie auch in höhere Positionen kommen."

Einen etwas anderen Ton schlägt Eva-Maria Stange (SPD) an. Für die ehemalige Wissenschaftsministerin ist das Übergewicht von Westdeutschen in Spitzenämtern Folge des speziellen Aufstieg-Systems von Beamten in Deutschland. "Das Laufbahn-Prinzip sowie der permanente Stellenabbau in Sachsen führen automatisch dazu, dass kaum neue Leute eine Chance bekommen, in Spitzenbereiche vorzudringen", sagte Stange. Dies gehe zu Lasten der Mitarbeiter aus den neuen Ländern und werde sich erst in einigen Jahren allmählich ändern.

Auch Sachsens Grüne kritisieren die Einstellungspraxis. Entscheidend sei, dass das Land seine Möglichkeit zur personellen Erneuerung der Verwaltung nutzt, meinte Eva Jähnigen. Ihre Prognose dabei lautet: "Wir können sicher sein, dass sich die westdeutsche Dominanz in der sächsischen Verwaltung demografisch lösen wird."

Das ist allemal eine gewagte These. Schließlich hatten mehrere kleine Anfragen des Linke-Abgeordneten Dietmar Pellmann ergeben, dass sich der Anteil von Spitzenbeamten mit Westbiografie in den letzten Jahren sogar weiter erhöht hat - von knapp über 60 auf jetzt 80 Prozent. Pellmann kritisierte dies als Werk "landsmannschaftlicher Seilschaften". Dagegen sprach Minister Ulbig davon, die Staatsregierung entscheide ausschließlich nach "Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.11.2013
Jürgen Kochinke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr