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Kronenaufbau der Orangenbäume für den Dresdner Zwinger

Barockgarten Heidenau-Großsedlitz Kronenaufbau der Orangenbäume für den Dresdner Zwinger

Im Mai 2017 werden erstmals wieder Orangenbäumchen im Innenhof des Dresdner Zwingers stehen. Doch bis es so weit ist, sollen die Pomeranzen vor allem im Kronenumfang noch ein bisschen zulegen. Deshalb greifen die Orangengärtner in Heidenau-Großsedlitz gegenwärtig zur Schere und entfernen die Spitzen der Triebe.

Steffen Pabst, Orangeur in Großsedlitz, beim Orangenbaumschnitt.
 

Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Heidenau/Dresden.  Ab Mai 2017 werden den Sommer über erstmals wieder Orangenbäumchen im Innenhof des Dresdner Zwingers stehen. Doch bis es so weit ist, sollen die Pomeranzen vor allem im Kronenumfang noch ein bisschen zulegen. Deshalb greifen Steffen Pabst und Karsten Otto gegenwärtig zur Schere und entfernen die Spitzen der Triebe.

 „Pinzieren nennt man das Entfernen der obersten Spitze des weichen Neutriebes“, erklärt Pabst, Orangeur aus dem Barockgarten in Heidenau-Großsedlitz. Denn dort befinden sich die 81 Bitterorangen, die im Mai 2014 aus Italien angeliefert wurden. Mit dem Kappen der Spitzen wollen die Gärtner eine bessere Verzweigung und letztlich dichtere Kronen erreichen. Momentan haben die schon einen Durchmesser zwischen einem halben und einem dreiviertel Meter. „Ein bisschen mehr soll es schon werden“, so Pabst.

81 Pomeranzen, wie die Bitterorangen auch genannt werden, wurden damals in einer Baumschule südlich von Rom gekauft, seitdem schon mal zurückgeschnitten und in blau-weiße Kübel nach historischem Vorbild umgesetzt. Nicht alle Citrus-Bäume werden dann ab nächsten Jahr im Zwinger stehen, vielleicht eine Handvoll bleibt erst einmal in Großsedlitz. „Zum einen, weil sie von der Höhe her nicht richtig ins Bild passen oder die Krone noch nicht so schön ist, zum anderen, weil wir auch eine kleine Reserve brauchen“, so Pabst.

Die Rückkehr der Orangenbäume in den Zwinger ist ein langgehegter Traum. Die Verwirklichung kostet Geld. Für die Pflege und Bewirtschaftung der Bäume werden jährlich rund 40 000 Euro benötigt. Deshalb sucht der Freundeskreis Schlösserland Sachsen e.V. Paten für die Pomeranzen. Eine Baumpatenschaft beträgt mindestens 5 Jahre und beläuft sich auf 550 Euro im Jahr. „26 Baumpatenschaften sind bereits vergeben – an Privatleute und auch an Firmen. Mit etwa zehn weiteren Interessenten laufen Gespräche“, weiß Uli Kretzschmar, Sprecher der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten gGmbH. Er bestätigt auch, dass das Schlösserland Sachsen Interesse an der Orangerie im Herzogin Garten bekundet hat, die nach historischem Vorbild wiederaufgebaut werden soll und für die noch Nutzer gesucht werden. Doch dass dort wie einst die wärmeliebenden Kübelpflanzen aus dem Zwinger überwintern können, ist eher unwahrscheinlich. „Wir rechnen damit, dass die Bäume aus dem Zwinger den Winter in Großsedlitz verbringen“, so Kretzschmar.

 

Von Catrin Steinbach

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