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Künftig Eintritt für Schlosspark Pillnitz in Dresden - Kostendruck

Künftig Eintritt für Schlosspark Pillnitz in Dresden - Kostendruck

Parklust nur gegen Bares: Besucher des Parks von Schloss Pillnitz in Dresden müssen künftig zahlen. Vom 2. April an kostet es zwei Euro Eintritt, die Jahreskarte acht Euro.

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Jahrelang wurde diskutiert und gestritten, nun macht der Freistaat ernst. Wer ab April durch den Park von Schloss Pillnitz spazieren will, muss zahlen. Die Verwaltung drücken Pflegekosten.

Quelle: dpa

Dresden. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte der Direktor der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten, Christian Striefler, am Donnerstag in Dresden. Mit einer Jahreskarte würden Dresdner monatlich nur 67 Cent oder zwei Cent pro Tag zahlen. Jugendliche bis zum 17. Geburtstag haben den Angaben nach weiterhin freien Zugang. Das mit dem Eintritt erlöste Geld werde aber dringend für Pflege und Erhaltung der Anlage aus dem 18. Jahrhundert benötigt. Aus dem Landtag und dem Stadtrat kommt heftige Kritik.

„Die Kosten können nicht länger durch unsere Einnahmen gedeckt werden“, begründete Schlösserdirektor Striefler die Maßnahme. Der Freistaat erwartet bei 600 000 bis 800 000 Gästen jährlich eine Million Euro zusätzlicher Einnahmen. Die sind nach Strieflers Worten dringend nötig, denn seit Jahren fehle es an Gärtnern. Die Anlage sei durch seit Jahren angestaute Pflegerückstände sowie zunehmenden Vandalismus, Übernutzung und Diebstahl von Pflanzen in Gefahr. Die staatlichen Zuschüsse reichten durch stetig steigende Kosten nicht mehr aus, um den Park in angemessenem Zustand zu erhalten. Dadurch gebe es in einigen Bereichen bereits sichtbare Defizite.

Für das Gartenensemble um die frühere Sommerresidenz sächsischer Herrscher werden jährlich 1,7 Millionen Euro ausgegeben. Der Aufwand zur Bewirtschaftung des Areals, in dem unter anderem eine mehr als 200 Jahre alte Kamelie und 600 Kübelpflanzen stehen, liege um 500 000 Euro pro Jahr höher, sagte Striefler. Pillnitz erwirtschafte etwa mit Veranstaltungen selbst eine Million Euro, 700 000 Euro schieße der Freistaat zu. Er wisse um die nicht einfache Diskussion. „Aber es ist eine dringende Notwendigkeit, nur so kann nachhaltige Pflege geleistet werden“

Pläne für einen kostenpflichtigen Besuch des Parks gibt es seit Jahren, Kritik daran ebenso. Gegner fürchten einen Verlust an Attraktivität. „Der Park gehört allen und nicht nur denen, die zahlen können“, sagte der Chef der SPD-Fraktion im Dresdner Stadtrat, Peter Lames. Er hält die Kostengründe für eine Ausrede. „Der Freistaat ist gegenüber den Steuerzahlern verpflichtet, das Eigentum aller zu erhalten und zu pflegen.“ Die Opposition im Landtag forderte, die Pläne aufzugeben.

Die Grünen warfen der Regierung vor, „miserabel mit dem wertvollsten Eigentum“ umzugehen. Sie verwiesen auf meist kostenfreien Zugang in anderen berühmten europäischen Gärten wie Potsdam-Sanssouci, während in der „Triumph der Kleingeistigkeit“ drohe. Für die SPD-Fraktion sind die Eintrittsgebühren ein „bitterer Vorgeschmack“ auf die geplante Privatisierung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten. Auch die Linke mahnte zum Verzicht und bezeichnete den Eintritt als „das falsche Signal“, zumal der Betrieb bereits aus Steuern finanziert werde.

Der Fall hatte 2005 schon einmal Landtag und Juristen beschäftigt. Der Petitionsausschusses kam damals aber zu der Auffassung, dass Tickets rechtens sind. Der Park der einst höfischen Sommerresidenz, dem größten chinoisen Lustschloss Europas, ist das vierte staatliche Areal, das kostenpflichtig wird: Im Barockgarten Großsedlitz bei Heidenau wird seit 1994 Eintritt verlangt, aktuell vier Euro. Auch die Anlagen von Schloss Rammenau (Landkreis Bautzen) und Schloss Lichtenwalde bei Chemnitz können nur gegen Obolus genutzt werden.

dpa

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