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Künstler setzt mit 175 Gebetsteppichen vor der Frauenkirche ein Zeichen gegen Pegida

Künstler setzt mit 175 Gebetsteppichen vor der Frauenkirche ein Zeichen gegen Pegida

Trotz dicker Handschuhe, Mütze und Schal ist der Künstler Kurt Fleckenstein bis auf die Knochen durchgefroren. Dennoch ist er glücklich und zufrieden, denn sein Ziel hat er (vorerst) erreicht: Seine Kunstinstallation am Neumarkt, direkt vor dem Martin Luther Denkmal, ist aufgebaut.

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Künstler Kurt Fleckenstein inmitten der Teppiche

Quelle: Nadine Steinmann

Dresden. Was daran so besonders ist? Bis Montagmorgen war sie bei der Stadt nicht angemeldet. Außerdem ist sie eher ungewöhnlich, besteht aus 175 ausgelegten muslimischen Gebetsteppichen aller Farben.

„Ich bin ein Künstler, der Meinungsfreiheit, Religion und Demokratie schätzt“, erklärt der gebürtige Mannheimer. Seine Aktion findet nur einen Tag lang statt, wird aber für genügend Aufmerksamkeit, Gespräche und auch für Furore sorgen. Denn ab 18.30 Uhr wollen die selbsternannten Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) eine Kundgebung vor der Frauenkirche abhalten. „Es wird spannend sein, wie die Öffentlichkeit und vor allem die Pegida-Demonstranten auf die Teppiche reagieren“, meint Kurt Fleckenstein. Die Kunstaktion lebe vor allem von der Interaktion und den Reaktionen der Bürger.

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Dresden. Trotz dicker Handschuhe, Mütze und Schal ist der Künstler Kurt Fleckenstein bis auf die Knochen durchgefroren. Dennoch ist er glücklich und zufrieden, denn sein Ziel hat er (vorerst) erreicht: Seine Kunstinstallation am Neumarkt ist aufgebaut. Was daran so besonders ist? Sie besteht aus 175 ausgelegten muslimischen Gebetsteppichen aller Farben.

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Fraglich ist allerdings, ob die Gebetsteppiche bis zur Kundgebung überhaupt noch liegen, denn die Aktion war der Stadt bis zum Montagmorgen nicht bekannt. „Ich konnte die Aktion vorher nicht anmelden, da auch Pegida erst sehr spät entschieden hat, was und wo sie etwas machen“, erklärt der Künstler. Kein Wunder also, dass am Morgen auch sofort die Polizei parat stand. Allerdings hatte der gebürtige Mannheimer bereits 6 Uhr morgens mit seinen Vorbereitungen begonnen, so dass beim Eintreffen der Beamten gegen 7.30 Uhr bereits alle Teppiche lagen. „Und das war nicht so einfach. Der Wind hat uns wirklich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir konnten die Teppiche jetzt nur durch tausende Liter von Wasser beschweren“, erzählt der Künstler mit einem Schmunzeln.

Dennoch seien die Polizisten sehr kooperativ gewesen, haben die Angelegenheit an das Ordnungsamt der Stadt weitergegeben. „Nun liegt die Entscheidung beim Bürgermeister“, erklärt Fleckenstein. Sollte die Erlaubnis aber nicht kommen, werde der Künstler rechtliche Schritte gegen die Stadt einleiten. Ebenso gegen Pegida, sollte der Verein Unternehmungen gegen die Installation planen, wie am frühen morgen Ed Utrecht ankündigte, der schon mehrmals bei Pegida-Kundgebungen sprach.

Kurt Fleckensteins Installation richte sich konkret gegen die Thesen von Pegida und fordert Vielfalt. Aus diesem Grund liegt auch inmitten der 175 bunten Teppiche ein schlichter schwarzer, mit der weißen Aufschrift „Ich glaube an Gott - Kurt Fleckenstein". „Damit möchte ich zeigen, dass der Glaube an einen christlichen Gott auch im Kontext der muslimischen Gebetsteppiche stehen kann“, erklärt der 65-Jährige. Religiöse Vielfalt ist also überall möglich und sollte auch in Dresden gelebt werden.

Nadine Steinmann

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