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Künstliche DNA gegen Buntmetalldiebe – Bahn will mit neuer Technologie ihre Anlagen schützen

Künstliche DNA gegen Buntmetalldiebe – Bahn will mit neuer Technologie ihre Anlagen schützen

Die Deutsche Bahn setzt beim Kampf gegen Buntmetalldiebe jetzt auf Hochtechnologie aus dem Labor. Mit künstlich hergestellter DNA will das Eisenbahnunternehmen seine Kabel schützen.

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Die Deutsche Bahn setzt beim Kampf gegen Buntmetalldiebe jetzt auf Hochtechnologie aus dem Labor. Mit künstlich hergestellter DNA will das Eisenbahnunternehmen seine Kabel schützen.

Quelle: Deutsche Bahn

Leipzig. „Jeder Streckenabschnitt erhält seine eigene Codierung“, sagte Philipp Cachée. Er ist Laborleiter eines Privatunternehmens in Brieselang bei Berlin. Damit ließen sich spätere Funde genau zuordnen und seien vor Gericht verwertbar. Die Forensiker aus Brandenburg haben das Verfahren innerhalb von zwei Jahre entwickelt. Nun gehört neben Behörden und Industriebetrieben auch die Bahn zu ihren Kunden.

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Leipzig. Die Deutsche Bahn setzt beim Kampf gegen Buntmetalldiebe jetzt auf Hochtechnologie aus dem Labor. Mit künstlich hergestellter DNA will das Eisenbahnunternehmen ihre Kabel schützen. Die Substanz hinterlässt im Falle eines Diebstahls des markierten Materials auch Spuren an Händen und Werkzeugen der Täter. Auf diese Weise sollen Beute und Täter leichter identifiziert werden können.

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Die synthetische DNA wird im Reagenzglas aus verschiedenen Molekülen hergestellt. Dabei, so Caché, sind unendlich viele Kombinationen möglich. „Der Stoff ist nicht giftig und nicht erbgutverändernd“, versicherte der Naturwissenschaftler.

Mitarbeiter der Bahn müssen die winzigen Plättchen mit Hilfe einer milchigen Flüssigkeit nur noch auf die Kabel aufsprühen. Wenn sie getrocknet ist, lässt sich die wetterfeste Labor-DNA mit bloßem Augen nicht mehr erkennen. Die DNATeilchen werden erst unter UV-Licht wieder sichtbar. Unter dem Mikroskop sind dann auch ein Hologramm mit dem DB-Logo und die Kombination für den betroffenen Gleisbereich zu erkennen.

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Die DNA-Plättchen lassen sich unter UV-Licht erkennen.

Quelle: Deutsche Bahn

Damit Täter ihre mögliche Beute vor dem Diebstahl nicht selbst ausleuchten, werde der Stoff auch unter der Kabelummantelung zwischen den Adern verteilt. Das geschehe teilweise schon bei der Herstellung der Leitungen, so Cachée. Noch ein Vorteil der Technologie sei, dass auch an Werkzeugen und den Dieben selbst deutliche Spuren haften blieben.

„Das Risiko aufgegriffen zu werden, wird sich erhöhen“, sagte Jörg Schulz, Leiter der Bundespolizeiinspektion Leipzig. Er räumte aber auch ein, dass nicht das komplette Netz der Bahn mit der künstlichen DNA behandelt werden könne. „Die Auswahl erfolgt danach, wie häufig die Strecke schon betroffen war“, erklärte Schulz.

Neben der Aufklärung von Straftaten setzen die Ermittler vor allem auf Prävention. Deshalb werden an einigen Gleisen auch aufgestellt.

Die neue Strategie solle abschrecken und den Absatz erschweren. Mit einer Aufklärungskampagne zusammen mit dem Verband der Altmetallhändler werden Betreiber von Schrottplätzen angehalten, die ihnen angebotene Ware vor dem Aufkauf mit UV-Lampen zu kontrollieren. Sollten sie codierte Kabel dennoch abnehmen, drohe ein Verfahren wegen Hehlerei.

Zu weiteren Details hüllt sich die Bahn in Schweigen. „Da sagen wir aus ermittlungstaktischen Gründen nichts“, betonte Susanne Kufeld, Leiterin für Konzernsicherheit im Regionalbereich Ost. Am Rande der Präsentation des Programms am Montag in Leipzig, nannte sie für Sachsen-Anhalt eine Strecke von 130 bis 140 Kilometer, die mit dem Verfahren aus Brieselang besprüht wird. Die Bahn betreibt deutschlandweit 34.000 Gleiskilometer.

Die genauen Investitionen des Eisenbahnunternehmens für die Technologie blieben dagegen im Dunkeln. Im vergangenen Jahr hätten Buntmetalldiebe zwischen Januar und September einen Schaden von 5,8 Millionen Euro bundesweit bei der Bahn angerichtet. Der Großteil der Summe sei für die Reparaturen ausgeben worden, hieß es. In diesem Jahr kletterte der Schaden im gleichen Zeitraum laut Bahn auf elf Millionen Euro.

Der mit seinem dichten Streckennetz. Die neuen Bundesländer seien für osteuropäische Banden wegen kurzer Wege interessant. „Zu den Tätern zählen wir aber auch den 70-jährigen Opa, der kleine Mengen mit dem Fahrrad zum nächsten Schrottplatz transportiert und so sein Taschengeld aufbessert“, berichtete Sicherheitsexpertin Kufeld.

Sachsen-Anhalt liegt mit 489 Taten in ersten neun Monaten dieses Jahres an der Spitze der Statistik, gefolgt von Sachsen mit 418 Übergriffen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat sich dieser Wert im Freistaat mehr als verdoppelt.

Matthias Roth

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