Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Kulturbüro: Neonazis sind in Sachsen gut vernetzt

Jahresbericht Kulturbüro: Neonazis sind in Sachsen gut vernetzt

Das Landtags-Aus der NPD hat die rechte Szene in Sachsen getroffen. Trotzdem kann sie nach Einschätzung von Beobachtern auf verfestigte Strukturen bauen.

Experten meinen, dass die rechte Szene vor allem beim Vertrieb seiner Musik in Sachsen seinen Dreh- und Angelpunkt hat.

Quelle: dpa

Leipzig. Trotz des Ausscheidens der NPD aus dem sächsischen Landtag gibt es nach Erkenntnissen von Beobachtern eine aktive, lokal gut verankerte rechtsextreme Szene. Zu diesem Ergebnis kommt das Kulturbüro Sachsen, das am Dienstag in Leipzig seinen Jahresbericht „Sachsen rechts unten“ vorstellte. Die Neonazis verfügten über Immobilien und Einkommensquellen durch den Vertrieb rechter Musik, heißt es darin. Das Kulturbüro Sachsen ist ein Verein, der seit 2001 Initiativen zum Thema Rechtsextremismus berät, um die demokratische Zivilgesellschaft zu stärken.

Seitdem sie nicht mehr im Landtag vertreten ist, bekommt die NPD kein Geld vom Staat. „Unsere mobilen Beratungsteams sehen, dass die Strukturen trotz Geldmangels weiterbestehen. Gerade der Zugriff auf Orte ist wichtig für die Stärke der Szene und die Reaktivierung der NPD“, erklärte Michael Nattke vom Kulturbüro. Der Verein zählte mehr als zehn Immobilien, die bei Bedarf schnell verfügbar seien. Eine wichtige Geldquelle sei der Verkauf von Musik und Kleidung. „Sachsen ist der Dreh- und Angelpunkt für den Vertrieb rechter Musik“, sagte Nattke. Es gebe eine Reihe rechter Labels, die von Sachsen aus bundesweit vertrieben würden. Im Freistaat kämen mehr als 20 Geschäfte für Kleidung und Musik hinzu.

Die Asylfrage sei das dominierende Thema der Rechten im vergangenen Jahr gewesen. Laut dem Kulturbüro gab es in Sachsen bundesweit die meisten Proteste gegen die Unterbringung von Flüchtlingen, zu denen auch rechte Kräfte aufgerufen hätten. Neu daran sei, dass man nun versuche, möglichst wenig öffentlich in Erscheinung zu treten. „Hier hat man hat aus der Vergangenheit gelernt. Wir wissen beispielsweise von einzelnen Verbindungen von Legida und rechten Kräften, aber man versucht, das geheim zu halten, um nicht sofort einen Stempel aufgedrückt zu bekommen“, erläuterte Nattke.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr