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Kupfer und Vogel kritisieren Bundesratsentscheidung

Kupfer und Vogel kritisieren Bundesratsentscheidung

Sachsens Agrarminister Frank Kupfer (CDU) und der Präsident des Landesbauernverbandes, Wolfgang Vogel, haben die auf eine Zusammenlegung der Handelsgebiete für die Milchquote zielende Entscheidung des Bundesrates kritisiert.

Dresden. Diese sei „enttäuschend“, sagte Kupfer laut Mitteilung seines Ministeriums am Freitag in Dresden. Anstelle von Signalen für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum würden so falsche Anreize für einen Ausstieg aus der Milchproduktion gesetzt. Die beiden Handelsgebiete für die Milchquote dürften nicht ohne Zustimmung der Ost-Bundesländer zusammengelegt werden, forderten der Minister und Verbandschef Vogel.

Kupfer befürchtet bei einer Umsetzung der Bundesrats-Entscheidung „verheerende Folgen“ für Sachsens Milcherzeuger. Er erwarte Quotenpreise, die deutlich über denen in der Region Ost, aber nur wenig unter denen im Westen lägen. „Finanziell gut ausgestattete Betriebe aus den alten Ländern könnten sich bei uns mit Milchquoten eindecken, in Ostdeutschland würden dagegen die Kosten für wachsende Betriebe steigen“, sagte der Minister.

Der Verband habe die Entscheidung mit „großem Unverständnis“ zur Kenntnis genommen, so Verbandschef Vogel. „Der Bundesrat hat die ostdeutschen und somit auch die sächsischen Milcherzeuger für zwei Cent verkauft“, sagte er laut einer Mitteilung in Dresden. Er sieht ostdeutsche Landwirte dadurch doppelt belastet. So stünden beim künftigen Quotenhandel theoretische Kostenerleichterungen für West- Milchviehhalter deutlichen Mehrkosten für die Ost-Milchbauern gegenüber. Zudem führe eine Zusammenlegung vermutlich zu einem Anstieg der Quotenpreise - vier Jahre vor Ende der Quotenregelung, kritisierte Vogel.    Mit der Milchquote wird die Menge der produzierten Milch europaweit begrenzt, um Überproduktion zu verhindern. Liefert ein Produzent mehr Milch, wird er sanktioniert. Die Milchquote wird unter einzelnen Erzeugern gehandelt. Seit 2007 sind die deutschen Handelsgebiete in Ost und West getrennt, wo sich verschiedene Preise stabilisierten - beim letzten Handelstermin Anfang November 2009 mit 20 Cent pro Kilogramm Milch im Westen und elf Cent pro Kilogramm Milch im Osten.

dpa

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