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Ländervergleich: Sachsens Grundschüler gehören zu den Besten in Deutschland

Ländervergleich: Sachsens Grundschüler gehören zu den Besten in Deutschland

Berlin. Sachsens Grundschüler bekommen in einer aktuellen Bildungsstudie Bestnoten beim Lesen und Rechnen. Beim Test, wie gut sie aus Gehörtem Informationen ziehen, haben sie Probleme.

Beim Verstehen von Texten liegen sie knapp unter dem Bundesschnitt (500 Punkte) auf Rang 6. Das geht aus dem Grundschulleistungsvergleich der Bundesländer 2011 hervor, der von der Kultusministerkonferenz am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Sachsens Ressortchefin Brunhild Kurth (parteilos) würdigte das sehr gute Abschneiden der Viertklässler vor allem als Leistung der Lehrer. Sie schafften die Grundlage für den schulischen Erfolg.

Beim Lesen liegt Sachsen (513) hinter Bayern (515) in der Spitzengruppe, ebenso in Mathematik (517). Rund 60 Punkte entsprechen dem Lernfortschritt eines Schuljahres. Die Gruppe leistungsschwacher Schüler ist sehr gering, der Anteil der Kinder, die in Lesen und Mathematik den Mindeststandard verfehlten, in keinem Land so niedrig. Gründe für den Erfolg sieht Kurth auch in der engen Verzahnung von Kita-Schulvorbereitung und Schuleingangsphase sowie der Leseförderung in der Grundschule. Handlungsbedarf gebe es beim Zuhören sowie der differenzierten und spezifischen Leseförderung für Jungen.

Für den ersten rein innerdeutschen Grundschulleistungsvergleich wurden mehr als 30.000 Viertklässler an über 1300 Grund- und Förderschulen getestet. Anders als bei den internationalen Schulleistungsstudien Pisa, Iglu und TIMSS wurden die Testaufgaben für den nationalen Vergleich allein aus den von den Kultusministern verabredeten neuen bundesweiten Bildungsstandards entwickelt. Sie beschreiben, was ein Schüler am Ende der jeweiligen Jahrgangsstufe können soll. An der Studie nahmen aus Sachsen laut Ministerium 74 Grund- und 5 Förderschulen teil.

Der frühere CDU-Bildungsexperte Thomas Colditz warnte davor, sich von dieser „Momentaufnahme“ blenden zu lassen. Bei der Perspektive der Personalentwicklung sei das derzeitige Niveau nicht zu halten, sagte der MDR Info. Auch die Gewerkschaften sehen unter Verweis auf Lehrermangel Defizite bei der Regierung. Die sehr gute Arbeit der Lehrer werde „in keiner Weise gewürdigt“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der GEW, Marco Unger. Der Lehrerverband kritisierte die Bezahlung der Grundschullehrer, die noch immer unter dem Standard anderer Bundesländer liege. Bei dem mit über 50 Jahren sehr hohen Durchschnittsalter sei es „ganz wichtig, dass wir junge Lehrer an die Schulen kriegen“, sagte Vorsitzender Jens Weichelt.

Laut Studie lernen Grundschüler generell im Süden Deutschlands besser. Die Kultusminister wollen nun über Grenzen der Bundesländer hinweg für ein einheitliches Lernniveau sorgen. Dies kündigte der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Thies Rabe (Hamburg/SPD), bei der Präsentation der Studie an. Seit dem Pisa-Schock vor gut zehn Jahren und dem schlechten Abschneiden im internationalen Vergleich sei viel verbessert worden. Jetzt müsse nach den Ursachen geforscht werden, warum es zwischen einzelnen Ländern zum Teil noch immer große Unterschiede gebe, sagte Rabe.

Die Wissenschaftler vom ländereigenen Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) verwiesen auf die unterschiedliche Ausgangslage in den Ländern. Es gebe Bundesländer, die etwa bei der Leseförderung von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern erfolgreicher seien. Als Musterbeispiel gilt dabei erneut Sachsen - während die Förderung von Migrantenkindern zum Beispiel in Mathematik in Rheinland-Pfalz und im Saarland gut gelingt.

dpa

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