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Landtagsanhörung: Sicherheitslage in Fußballstadien grundsätzlich gut

Nach Platzsturm von Lok Leipzig Fans Landtagsanhörung: Sicherheitslage in Fußballstadien grundsätzlich gut

Gewalt in Fußballstadien sorgt seit Jahren auch in Sachsen für Diskussion. Zuletzt hatten Anhänger von Lok Leipzig mit einem Platzsturm in Erfurt für Aufsehen gesorgt. Experten halten die Situation aber für weniger dramatisch als dargestellt. Trotzdem gibt es Handlungsbedarf.

Nachdem Lok-Fans beim letzten Spiel der Saison in Erfurt den Platz stürmten, entbrannte eine neue Diskussion um die Sicherheit in Fußballstadien.

Quelle: Karina Heßland

Dresden . Die Sicherheitslage in Sachsens Fußballstadien ist aus Sicht von Fan-Projekten, Vereinen, Polizei und Wissenschaft grundsätzlich gut. Bei einer Anhörung vor dem Innenausschuss des Landtags wies Ronald Bec vom Dresdner Fan-Projekt am Donnerstag darauf hin, dass das Verletzungsrisiko für Stadionbesucher bei nur 0,002 Prozent liege. Dennoch würden Fans durch offensives Auftreten der Polizei häufig unter Generalverdacht gestellt.

Die Lage sei nicht ganz so dramatisch wie sie dargestellt wird, sagte Jonas Gabler, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kompetenzgruppe Fankultur und Sport bezogene Soziale Arbeit. „Aber es gibt einen Handlungsbedarf.“ 98 Prozent der Besucher fühlten sich sicher, mehr als bei Konzerten oder Volksfesten, sagte Gabler. Auch habe es in den letzten 35 Jahren kaum eine Veränderung bei den Zahlen der von Fans verübten Straftaten gegeben. „Dennoch gibt es heute so viel Polizei bei Fußballspielen, so viel Polizei wie nie zuvor in der 1. und 2. Liga.“

Der Vorsitzende des Nationalen Ausschusses Sport und Sicherheit, Bernd Heinen, berichtete von positiven Erfahrungen aus einem verringerten Einsatz von Polizeikräften bei Fußballspielen in Nordrhein-Westfalen (NRW). Nach Heinens Angaben waren bei dem Pilotprojekt elf Prozent weniger Beamte als sonst im Einsatz - ohne Sicherheitsengpässe. Die Kräfte müssten gezielt bei Problemspielen eingesetzt werden.

Als aktives Mitglied der Fan-Szene der SG Dynamo Dresden verwies Edgar Lopez auf die Bedeutung der Szene, die einen Querschnitt der Gesellschaft darstelle. „Fans wollen den Fußball und die Vereine mitgestalten.“ Die Grünen sehen den Innenminister „noch ganz am Anfang“ einer wirksamen Strategie gegen Gewalt im Fußball. Ihr Fachsprecher Valentin Lippmann plädierte dafür, die Erkenntnisse aus NRW auch in Sachsen zu prüfen. Nach Ansicht der CDU kommt das dort geplante Modell nicht in Frage.

Die Koalitionsfraktionen SPD und CDU sehen die Anhörung als Auftakt zu einem dauerhaften Dialog aller am Fußball beteiligten Akteure. Fanprojekten komme eine entscheidende Rolle zu, auch für die Kommunikation mit der Polizei, und sie müssten auch finanziert werden, sagte der SPD-Sportexperte Jörg Vieweg. Nach seiner Ansicht könnten dazu noch Bundesmittel ausgeschöpft werden.

Die Linke plädierte ebenfalls für eine stärkere finanzielle Unterstützung von Fanprojekten sowie für einen regelmäßigen Jahresbericht Fußball als Datengrundlage, wie Verena Meiwald sagte. Ihr CDU-Kollege Christian Hartmann resümierte: „Deutschlands Stadien sind grundsätzlich sicher - aber nichts ist so gut, dass es nicht noch weiter verbessert werden kann.“ (lvz)

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