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Landtagswahl in Thüringen - Knapper Kampf um Regierungsmehrheit - CDU legt zu

Landtagswahl in Thüringen - Knapper Kampf um Regierungsmehrheit - CDU legt zu

Bei der Landtagswahl in Thüringen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um einen möglichen Regierungswechsel ab. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht muss um ihr Amt bangen: die CDU kommt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 33,5 Prozent der Stimmen (2009: 31,2 Prozent).

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Wer wird Regierungschef in Thüringen? Bodo Ramelow (Linke, l.) oder Christine Lieberknecht (CDU, r.)

Leipzig. Zweitstärkste Kraft wird die Linke mit 28,2 Prozent (2009: 27,4 Prozent). Gemeinsam mit der SPD, die auf lediglich 12,4 Prozent (2009: 18,5 Prozent) und den Grünen, die mit 5,6 Prozent (2009: 6,2 Prozent) knapp den Wiedereinzug schafften, könnte Spitzenkandidat Bodo Ramelow damit erster Ministerpräsident der Linken in Deutschland werden. Derzeit regiert die Union gemeinsam mit den Sozialdemokraten den Freistaat. Nach dem vorläufigen Ergebnis werden 91 Sitze im Erfurter Parlament vergeben, Rot-Rot-Grün käme demnach auf 46 Sitze.

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Mitglieder der rechten Alternative für Deutschland jubeln, als die ersten Hochrechnungen verkündet werden. Die konservative Partei zieht mit gut 10 Prozent in den Erfurter Landtag ein.

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Die FDP flog nach der Wahl in Sachsen am 31. August mit lediglich 2,5 Prozent (2009: 7,6 Prozent) auch aus dem Erfurter Landtag. Die rechtskonservative AfD zieht mit 10,6 Prozent in ein weiteres Landesparlament ein. Die rechtsextreme NPD kam auf 3,6 Prozent der Stimmen. Auf die Piraten entfielen 1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 52,7 Prozent (2009: 56,2 Prozent).

Bei einer Wahlparty in Erfurt bekannte sich Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) als glücklich. Sie danke den Wählern, die der CDU „das Vertrauen für Stabilität und Verlässlichkeit“ gegeben hätten. Der SPD-Landesvorsitzende Christoph Matschie sprach von einem „bitteren Wahlergebnis für die SPD“. Woran es liege, lasse sich noch nicht sagen und müsse in den nächsten Tagen analysiert werden. SPD-Chef Sigmar Gabriel gab die Verantwortung der Landespartei: Wenn man so ein schlechtes Ergebnis einfahre, „dann muss es Gründe geben, die im Land liegen“, sagte er.

Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow hofft weiter auf einen Regierungswechsel in Thüringen. Für Analysen sei es noch zu früh, sagte Ramelow am Sonntag nach den ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl. „Morgen ist der Tag der Demokratie, bis morgen wird alles ausgezählt sein.“ Er glaube, dass es am Ende reichen werde. „Es wäre gut gewesen, die ARD hätte den Tatort nach Erfurt verlegt, dann hätten wir spannende Debatten über die Politikentwicklung in Thüringen führen können", sagte der Politiker am Abend.

Nach Ansicht des stellvertretenden FDP-Landesvorsitzenden Dirk Bergner hat sich seine Partei in Thüringen nicht immer genug von der Parteiarbeit im Bund abgegrenzt. „Ich glaube, es ist uns nicht gelungen, den Unterschied zwischen Bundes- und Landespolitik deutlich zu machen“, sagte er am Sonntag nach der Thüringenwahl.

Der AfD-Spitzenkandidat bei der Thüringen-Wahl, Björn Höcke, sieht seine Partei klar auf Erfolgskurs. „Ich denke, das ist wirklich eine historische Phase, die wir hier erleben“, sagte er am Sonntag.

Johannes Angermann/dpa

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