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Landurlaub oder Holzwerkstatt: Bauern in Sachsen suchen nach neuen Standbeinen

Landurlaub oder Holzwerkstatt: Bauern in Sachsen suchen nach neuen Standbeinen

Urlaub auf dem Land, Biogasanlagen, Fischzucht oder Holzwerkstatt - viele Bauern in Sachsen leben nicht mehr nur von der Salat, Kühen und Co. Mit zusätzlichen Einnahmequellen wollen sie unabhängiger von schlechten Ernten und fallenden Milchpreisen sein.

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Auf dem Wochenmarkt vor dem World Trade Center preist Andrea Lippert vom Gut Pesterwitz die erntefrischen knackigen Äpfel an.

Quelle: dpa

Dresden. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes hat nahezu jeder vierte der rund 6300 sächsischen Agrarbetriebe eine weitere Einnahmequelle jenseits von Viehzucht und Gemüseanbau.

Allein rund 440 Betriebe im Freistaat verarbeiteten ihre Produkte gleich selbst oder böten sie im eigenen Hofladen zum Kauf an. Rund 260 hielten Reit- oder Pensionspferde und verbuchten so eine Zusatzeinnahme. Auch das Angebot von Urlaub auf dem Bauernhof bringt Geld in die Kassen - 170 Landwirtschaftsbetriebe bieten den Angaben zufolge Ferienwohnungen oder Pensionszimmer an.

„Das Angebot in Sachsen ist aber noch ausbaufähig“, sagt Sonja Heiduschka vom Verein Landurlaub in Sachsen. Dabei sei vor allem bei Großstädtern Urlaub auf dem Bauernhof gefragt. „Sie wollen authentisches Hofleben kennenlernen, von der Heuernte bis zum Traktorfahren.“ Gerade Familien mit Kindern oder Großeltern mit ihren Enkeln nutzten das Angebot.

Das Landwirtschaftsministerium bestärkt die Bauern darin, sich nebenher noch ein weiteres Standbein aufzubauen: „Landwirte - so wie alle Geschäftsleute - sind gut beraten, sich umzusehen, wo es neue interessante Einnahmequellen gibt“, sagte Ministeriumssprecher Frank Meyer. Dabei seien es weniger die Kürzungspläne der EU, die Landwirte zu diesem Schritt bewegten. Vielmehr gehe es um die Sicherung von Arbeitsplätzen und darum, den Agrarbetrieb unabhängiger von Preisschwankungen zu machen. So sei etwa der Milchmarkt in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. Demgegenüber stehe ein wachsender Markt für erneuerbare Energien.

Nach Ministeriumsangaben wurden Ende 2011 im Freistaat 188 Biogasanlagen von landwirtschaftlichen Betrieben mit einer Gesamtleistung von 77,5 Megawatt betrieben. Der Landesbauernverband sieht darin eine optimale Ergänzung: „Rohstoffe, die ohnehin anfallen, werden veredelt und dienen als zusätzliche Einnahmequelle“, sagte ein Sprecher des Landesbauernverbandes. Gespeist werden die Anlagen vor allem mit Mist, Gülle, Stroh oder Mais.

Torsten Krawczyk, Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Döbeln-Oschatz, betreibt schon seit 2004 eine Biogasanlage in Westewitz (Landkreis Mittelsachsen) und gehört damit zu den Pionieren im Freistaat. Zwar ist er auch Bauer. „Aber die Biogasanlage ist deutlich profitabler als ein Landwirtschaftsbetrieb“, erklärte er. Momentan erzeugt die Anlage eine Leistung von 0,7 Megawatt pro Stunde. Mit der Wärme wird das Krankenhaus vor Ort beheizt, der Strom ins öffentliche Netz eingespeist.

Rund drei Millionen Euro wurden in die Biogasanlage schon investiert, ein weiterer Ausbau auf ein Megawatt ist geplant. Es sei der richtige Weg, um sich etwa von Subventionen unabhängiger zu machen, sagte Krawczyk. „Für die nächsten 20 Jahre ist unser Betrieb damit gut aufgestellt.“

Christiane Raatz, dpa

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