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Lauf für und mit dem Wilden Robert: 32 Läufer, 31 Radfahrer und über 200 Fahrgäste

Lauf für und mit dem Wilden Robert: 32 Läufer, 31 Radfahrer und über 200 Fahrgäste

Oschatz/Mügeln. Die vier Personenwaggons mit über 200 Fahrgästen rappelvoll sowie 32 Läufer auf den Beinen und 31 Radfahrer neben den Gleisen auf Achse: Vom Lauf für und mit dem Wilden Robert ging ein eindeutiges Signal für den Erhalt der bedrohten Schmalspurbahn aus.

„Hau ruck“, ruft Organisator Wallfried Heinicke. Sieben Männer stemmen ihre Füße mit aller Kraft ins Gleisbett und zerren am Seil. Die Lok bewegt sich keinen Millimeter...

Sowohl der zweite Versuch mit neun Männern und einer Frau als auch der dritte Versuch mit 14 Sportlern scheitert. Erst als 16 Menschen an der Lok ziehen und zehn schieben, bewegt sich der 28 Tonnen schwere Koloss. 1996 hatten zehn Männer die Lok bewegt. Als er den sportlichen Teil des Aktionstages beendet, gibt sich Döllnitzbahn-Geschäftsführer Lutz Haschke optimistisch. „Nächstes Jahr wieder“, ruft er optimistisch in die Runde.

Die vollbesetzten Waggons rollten am Sonnabend vor Ostern um 9.55 Uhr im Oschatzer Südbahnhof ein. Wallfried Heinicke von der Laufgruppe Wilder Robert im SV Traktor Naundorf und Gotthard Deuse als Vorsitzender des Zweckverbandes Döllnitzbahn machten deutlich, worum es an diesem Tag geht. „Wir müssen alle gemeinsam dafür kämpfen, dass der Wilde Robert nach dem 8. Juli weiter dampft“, sagte Deuse.

Ungeduldig schnaufte die Dampflok im Hintergrund. Kurz nach 10 Uhr setzten sich ihre gusseisernen Räder in Bewegung. Gleichzeitig traten auf dem Eulensteg nebenan Radfahrer in die Pedalen, und die Läufer kommen in Schwung. Eine schwarze Rußwolke hüllte die Sportler ein. Die überregional erfolgreichste Läuferin in der Gruppe ist Elfi Rose. „Ich möchte den Wilden Robert unterstützen und sehe das als lockeres Training“, sagte sie. Das nächste Mal wird sie beim Falkenstein-Lauf Ende Mai am Start sein.

Als die Sportler um 10.18 Uhr am Haltepunkt Thalheim eintrafen, hatten Lothar Linhart und Dietmar Pohl schon alles vorbereitet. Bastel, Heinrich und Bommel standen zur Bahnverladung bereit. Um die drei Alpakas hatte sich eine Menschentraube gebildet. Mit einem gelben Futternapf in der Hand lockte Pohl die Tiere über die Verladerampe aus Holz in den Güterwaggon. Fotoapparate klickten ununterbrochen. Die Alpakas gingen mit der Aufmerksamkeit gelassen um. „Wir haben in der vergangenen Woche schon eine Einsteigprobe absolviert“, sagte Züchter Linhart. Zudem seien die Tiere nach Fahrten mit dem Transporter zu Messen das Ein- und Ausladen gewöhnt.

Wolfgang Reiprich war einer der Fotografen, die sich dieses Schauspiel nicht entgehen ließen. „Mich interessiert das. Ich habe gehört, dass dieses Jahr das letzte für den Wilden Robert sein könnte und hoffe, dass er erhalten bleibt“, sagte der 55-Jährige. Der geborene Oschatzer ist der Arbeit nach Eppstein bei Wiesbaden hinterhergezogen und nutzte das Osterwochenende für einen Kurzurlaub in seiner alten Heimat.

Der Wilde Robert schnaufte weiter über Naundorf und Schweta zum Bahnhof Mügeln. Die Zugreisenden waren bereits ausgestiegen, als die Läufer hier um 11.25 Uhr eintrafen und mit einem langgezogenen Bahnpfiff begrüßt wurden. Schwitzend suchen Bernd Korth und Uwe Rosenberg vom TSV Einheit Grimma eine Erfrischung. „Der Lokrennlauf durch die schöne Landschaft hat unheimlich Spaß gemacht“, sagt Korth.

Entspannen konnte jetzt auch Matthias Gränitz. „Wir mussten schon höllisch aufpassen“, sagt der Zugführer. Der Pulk Läufer und Radfahrer neben, vor und hinter der Dampflok sei schließlich etwas Außergewöhnliches. Von der Resonanz auf die Aktion war Gränitz begeistert: „Das ist phänomenal. Wenn wir immer so einen Zuspruch hätten, würde es keine Probleme geben.“

Frank Hörügel

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