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Leichen in ausgebranntem VW-Bus - war es tödliche Eifersucht?

Leichen in ausgebranntem VW-Bus - war es tödliche Eifersucht?

In dem ausgebrannten VW-Transporter, der am frühen Montagvormittag in einem Waldstück bei Laas (Gemeinde Liebschützberg, Kreis Nordsachsen) gefunden wurde, befanden sich zwei Leichen.

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Spurensuche im Eulengrund: Während das ausgebrannte Fahrzeug von einen Abschleppwagen geborgen wird, suchen die Beamten der Kriminalpolizei weiter nach Spuren des dramatischen Geschehens. Fotos: Dirk Hunger

Quelle: Dirk Hunger

Sahlassan/Laas. Das gaben die Polizeidirektion und die Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstag bekannt. Möglicherweise handelt es sich bei den Toten um Mathias K. und seine Lebensgefährtin Gudrun H. aus dem benachbarten Ort Sahlassan. Von beiden fehlt seit Montag jede Spur. Über die Hintergründe des Geschehens im Eulengrund könne jedoch vorerst weiter nur spekuliert werden, sagte der Leipziger Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.

Die durch die Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion in der Rechtsmedizin Leipzig bestätigte eine Vermutung, die noch am Montagabend aufgekommen war: Die verkohlten Überreste in dem völlig ausgebrannten Kleinbus vom Typ VW T4 stammen definitiv von zwei Menschen. Aufgrund der massiven Brandeinwirkungen könnten bisher aber weder zum Geschlecht noch zur Identität der Opfer Aussagen getroffen werden, erklärte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Hierzu wurden weitere rechtsmedizinische Untersuchungen angeordnet, die allerdings noch nicht abgeschlossen sind. Ebenso können noch keine sicheren Aussagen zur Todesursache, zu den Todesumständen sowie zum konkreten Ablauf des Geschehens in dem Waldstück gemacht werden. "Die Ermittlungen seitens der Kriminalpolizei Leipzig werden fortgesetzt", so Braunsdorf.

Handelt es sich bei den Toten um zwei spurlos Verschwundene aus dem nur wenige Kilometer von Laas entfernten kleinen Liebschützberger Ortsteil Sahlassan? Mathias K., Leiter der Ortsfeuerwehr von Sahlassan, gelernter Maurer und Betonbauer und seit fast acht Jahren mit einem eigenen Unternehmen in diesem Bereich selbstständig, sowie dessen Lebensgefährtin Gudrun H., wurden bereits am Montag von Geschäftspartnern und Bekannten vermisst und konnten telefonisch nicht erreicht werden. Am Festnetzanschluss des Paares meldet sich lediglich der Anrufbeantworter. Wählt man die dort aufgesprochene Mobilfunknummer, springt sofort die Mailbox an.

Das Eigenheim der beiden Sahlassaner in der Strehlaer Straße war gestern von der Polizei abgesperrt worden, was auf eine Verbindung zwischen den Verschwundenen und dem Leichenfund schließen lässt. Das Firmenfahrzeug des Unternehmers, ein silbergrauer VW-Transporter, war aber auf dem Hof abgestellt. Informationen aus dem näheren Umfeld des Feuerwehrchefs zufolge hatte K. mit persönlichen Probleme zu kämpfen gehabt. Diese Vermutungen präzisierte am Dienstag ein Bekannter des seit 2011 als Wehrleiter fungierenden Verschwundenen. Herbert Pertsch, Vater der Nachbarin des Paares, zeigte sich bestürzt über die Gerüchte, die in Umlauf sind. "Mathias war ein so fleißiger Kerl. Er hat sein Haus fast komplett selbst gebaut. Warum sollte er sich und anderen das Leben nehmen?", fragt der Senior kopfschüttelnd. Der Kontakt zu K. sei jedoch in den vergangenen Monaten immer weniger geworden, so Pertsch gegenüber der LVZ. Er erzählte außerdem, dass K. "während eines Kuraufenthaltes eine andere Frau kennen gelernt hat, mit der er eine gemeinsame Zukunft plante".

Führte also Eifersucht zu einem Beziehungsdrama mit tödlichem Ausgang? Darüber können im Moment auch weitere Feuerwehrangehörige der Gemeinde nur spekulieren. Weder der Liebschützberger Gemeindewehrleiter Achim Kunze noch der Bürgermeister der Gemeinde Liebschützberg, Karl-Heinz Börtitz (CDU) wollten eine Verbindung zwischen dem Verschwinden des Paares und dem Autobrand bei Laas herstellen.

"Gegenwärtig können wir einen Zusammenhang zwischen dem vermeintlichen Verschwinden des Paares und den beiden Toten im Transporter weder bestätigen noch ausschließen", sagte auch Oberstaatsanwalt Schulz. Die Beamten gehen jedem Hinweis nach und ermitteln umfangreich in alle Richtungen, so der Sprecher. Bis verwertbare Ergebnisse vorliegen, könnten mehrere Tage vergehen. Schulz hofft, dass die Identität der beiden Toten anhand des vorgefundenen DNA-Materials so bald wie möglich festgestellt werden kann. Oberste Priorität habe zudem die Aufklärung der Todesursache und der Umstände des Todes beider Menschen in dem weißen VW-Transporter. Erst dann könne man überhaupt prüfen, ob es Parallelen zu Mathias K. und Gudrun H. gibt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.05.2013

Christian Kunze

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