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Leipzig bei Wohnungseinbrüchen Spitzenreiter in Sachsen - Polizei warnt Vermieter

Leipzig bei Wohnungseinbrüchen Spitzenreiter in Sachsen - Polizei warnt Vermieter

Aufgehebelte Türen, eingeschlagene Fenster: Diebe haben im vergangenen Jahr mehr Wohnungen in Sachsen unsicher gemacht. 2011 stieg die Zahl der Einbrüche nach Angaben des sächsischen Innenministeriums von 3220 auf 3467 - ein Plus von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein von Januar bis Juli 2012 registrierte die Polizei im Freistaat schon wieder rund 2000 Wohnungseinbrüche.

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Ein vermummter Einbrecher macht sich an einer Wohnungstür zu schaffen. In Sachsen ist die Zahl der Fälle 2011 deutlich gestiegen.

Quelle: dpa

Dresden/Leipzig. Absoluter Spitzenreiter ist Leipzig, in keiner anderen sächsischen Stadt waren so viele Einbrecher unterwegs. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei 1429 Fälle, im ersten Halbjahr 2012 gab es mehr als 800 Wohnungseinbrüche. Dresden liegt mit 348 Diebstählen im Jahr 2011 an zweiter Stelle, von Januar bis Juli 2012 vermeldete die Polizei 247 Fälle. Die wenigsten Straftaten in diesem Bereich wurden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 84 Fällen im vergangenen Jahr registriert.

Leipziger Polizei verschickt 500 Hinweisbriefe

„Das Problem ist uns bekannt“, sagte Uta Barthel von der Leipziger Polizei. Dass gerade die Messestadt immer wieder Langfinger anlockt, erklärt sie mit dem besonderen Wohnungsbestand: Leipzig verfüge über zahlreiche Gründerzeithäuser mit doppelflügeligen Eingangstüren. „Die lassen sich relativ leicht öffnen“, sagte Barthel. Deshalb hat die Polizei jetzt 500 Schreiben an Vermieter und Wohnungsgenossenschaften verschickt - mit Tipps, wie man Wohnungen besser schützen kann.

Unter anderem raten die Beamten, Riegel von innen so festzumachen - etwa mit einer kleinen Schraube - dass sich die Tür von außen nur schwer aufdrücken lässt. Wer verreist, sollte den Anschein erwecken, dass die Wohnung nicht leer steht, etwa mit Hilfe von Zeitschaltuhren, die Beleuchtung oder die Rollläden steuern.

Der Anstieg zeigt sich auch bundesweit: 2011 wurden insgesamt 132 595 Wohnungseinbrüche begangen, 9,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Vor allem in der Ferienzeit sind leerstehende Wohnungen oder Häuser leichte Beute. Einbrecher nutzen die Gunst der Stunde, um sich zu bedienen. „Nach ihrem Urlaub erleben dann einige eine böse Überraschung, wenn ihre Wohnung wie ein Schlachtfeld aussieht“, sagte Ministeriumssprecher Lothar Hofner.

Schaden geht in die Millionen

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Häufig verschaffen sich die Einbrecher durch Manipulation des Kantenriegels Zugang zu den Wohnungen.

Quelle: Andreas Döring

„Das Klischee vom nächtlichen Besucher trifft allerdings nicht unbedingt zu“, erklärte Hofner. Mehr als ein Drittel der Einbrüche werde tagsüber begangen. Die Dunkelziffer sei vermutlich noch höher, da sich die genaue Tatzeit oft nicht ermitteln lasse. Vor allem in den Großstädten schreckten die Diebe nicht davor zurück, auch am Tag in Wohnungen einzusteigen. „Da ist das Umfeld anonym, Einbrecher fallen weniger auf.“

Der Schaden, der jedes Jahr durch Einbrüche und Diebstähle entsteht, lässt sich nicht genau beziffern. „Er geht aber in die Millionen“, sagte Ministeriumssprecher Hofner. Doch nicht nur der materielle Schaden wiegt schwer, auch psychische Belastungen der Opfer sind die Folge. „Für viele ist es ein Schock, dass ein Fremder unerkannt in die Privatsphäre eingedrungen ist“, erklärte Volker Pfitzner, stellvertretender Landesvorsitzender der Hilfsorganisation Weisser Ring.

Zumal die meisten Diebe unerkannt davonkommen: Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen nur rund 30 Prozent der Delikte aufgeklärt und knapp 1000 Tatverdächtige ermittelt.

Im deutschlandweiten Vergleich ist Sachsen dennoch ein recht sicheres Pflaster. Mit 77 Fällen auf 100 000 Einwohner (Jahr 2010) landete der Freistaat auf dem vierten Platz - nur in Thüringen, Bayern oder Baden-Württemberg gab es noch weniger Wohnungseinbrüche.

Christiane Raatz, dpa

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