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Leipzig verliert Bundeswehr-Division und 300 Dienstposten - Standort Mockrehna vor dem Aus

Leipzig verliert Bundeswehr-Division und 300 Dienstposten - Standort Mockrehna vor dem Aus

Die Bundeswehr gibt ihr Munitionslager im nordsächsischen Mockrehna auf. Das geht aus einer am Mittwoch vom Bundesverteidungsministerium in Berlin vorgelegten Liste hervor.

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31 der bundesweit knapp 400 Bundeswehr-Standorte werden geschlossen - darunter auch Mockrehna in Sachsen.

Quelle: dpa

Berlin/Mockrehna/Leipzig. Im Zuge der Bundeswehrreform werden deutschlandweit 31 Standorte geschlossen. Mockrehna ist der einzige im Freistaat. In ganz Sachsen werden die Dienstposten von 4500 auf 3600 reduziert.

Allein in Leipzig fallen 300 von 730 Stellen weg. Die in der Messestadt stationierte 13. Panzergrenadierdivision, die zeitweise für die Koordinierung der Bundeswehr-Auslandseinsätze zuständig war, wird den Plänen zufolge aufgelöst. Sie hatte ihr Führungszentrum bislang in der General-Olbricht-Kaserne. Ebenfalls aufgelöst wird das Kreiswehrersatzamt sowie das Feldjägerbataillon 351 in Leipzig. Die 9. Kompanie des Feldjägerregimentes bleibt jedoch erhalten. Anstelle der Panzergrenadierdivision soll Leipzig ein Ausbildungskommando des Heeres bekommen, das am Standort neu geschaffen wird.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sieht die Messestadt als militärischen Standort gesichert. „Ich stimme nicht in die Wehklagen ein. Das ist eine wohlabgewogene und überlegte Entscheidung von Thomas de Maizière“, sagte Jung. Der Bundesverteidigungsminister hatte am Vormittag seine Reformpläne vorgestellt.

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Berlin/Mockrehna/Leipzig. Die Bundeswehr gibt ihr Munitionslager im nordsächsischen Mockrehna auf, in Leipzig fallen 300 von 730 Dienstposten weg und die hier stationierte 13. Panzergrenadierdivision wird aufgelöst. Das geht aus einer am Mittwoch vom Bundesverteidungsministerium vorgelegten Liste hervor. Im Zuge der Bundeswehrreform werden deutschlandweit insgesamt 31 Standorte geschlossen.

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In Mockrehna betroffen sind 41 Zivilangestellte und vier Soldaten. Für manchen Bewohner der 5500-Seelen-Gemeinde im Landkreis Nordsachsen mag die Nachricht wie eine Bombe einschlagen, für Experten kommt sie weniger überraschend. „Es gibt ausreichend Munitionslager in Deutschland. Wenn die Bundeswehr in Gänze verkleinert wird, braucht man auch weniger Munition“, sagt Oberstleutnant Uwe Rommel, Kommandeur des Munitionsdepots im brandenburgischen Schneeberg. Ihm unterstehen die drei Lager in Ostdeutschland. Mit dem Aus für Mockrehna bleiben noch Seltz in Mecklenburg-Vorpommern und Beeskow in Brandenburg übrig - das erste für alle Ost-Standorte nördlich von Berlin, das zweite für den Süden.

Rommel verweist darauf, dass die Schließung nicht über Nacht geschieht. Die Munition müsse entsorgt oder umgelagert werden. „Ich rechne damit, dass erst 2014 oder 2015 Schluss ist.“ Bis dahin soll die letzte Patrone verschwunden sein. In Mockrehna lagert - in sicheren Bunkern - Munition für Handwaffen und Artillerie. Als die Bundeswehrreform beschlossene Sache war, legte man auch hier alle Bauvorhaben auf Eis. Nur bereits begonnene Projekte liefen weiter. Zwei davon sind noch im Bau - sie müssen nun trotzdem wegen der baulichen Sicherheit vollendet werden. Später soll die Liegenschaft an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehen. Damit endet die militärische Laufbahn Mockrehnas, die bis in die 1930er-Jahre reicht.

Erleichterung bei Ministerpräsident Tillich

Für den parteilosen Bürgermeister von Mockrehna, Peter Klepel, kommt die Meldung eher als Querschläger daher. „Für eine Region wie unsere ist der Verlust von 41 Arbeitsplätzen schon allerhand“, sagt er. Tatsächlich gilt die dünn besiedelte Region als strukturschwach. Arbeitgeber stehen hier nicht Schlange. Und die Bundeswehr wird überall als guter Arbeitgeber gesehen. Das weiß auch Oberstleutnant Rommel. Selbst in den Zeiten des „Rückzugs“ dürfte sich das für die betroffenen Zivilbeschäftigten positiv auswirken. Rommel nennt Härtefallregelungen und vorzeitigen Ruhestand. Wer einen Posten anderswo wolle, bekomme ihn auch. „Keine Panik. Bei uns fällt keiner ins Bodenlose“, sagt der Offizier.

Klepel hat Erfahrungen mit verlassenen Militärobjekten gemacht. Als die Sowjetarmee nach der Wende abzog und ihr Depot hier aufgab, verfiel das Gelände. Das Terrain habe ein privater Geschäftsmann erhalten, passiert sei aber nichts, schildert Klepel die Lage. Der Bürgermeister spricht von einer „Ruinenlandschaft“. Ganz anders sei die Bundeswehr mit ihrem Teil des früheren Depots umgegangen. Klepel vermutet, dass viele Steuergelder in das Objekt flossen und spricht nun von Verschwendung. Doch Oberstleutnant Rommel kann auch hier mit Zahlen parieren: Seit der Wende seien 15 Millionen Euro investiert worden - fast alles in den Bauerhalt. „Eine Verschwendung von Steuergeldern hat es nicht gegeben.“

Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) nimmt das Konzept seines sächsischen Parteifreundes und Bundesverteidigungsministers Thomas de Maizière mit Erleichterung zur Kenntnis. „Alle wichtigen sächsischen Bundeswehrstandorte werden erhalten. Das ist eine gute Nachricht für unseren Freistaat.“ Nach sächsischer Lesart bleiben neun Standorte übrig, denn Königstein wird als Außenstelle des Militärhistorischen Museums in Dresden extra geführt. Auf der Karte de Maizières befinden sich dagegen acht Punkte: Dresden, Leipzig, Marienberg, Frankenberg, Delitzsch, Zeithain, Königsbrück und Weißkeißel. Nur drei sind grün ausgemalt: Die Farbe steht für 501 bis 1000 Dienstposten. Größere Einheiten gibt es nicht im Freistaat.

Deutliche Stellenstreichungen in Sachsen bleiben aus

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In Leipzig sollen 300 von 730 Dienstposten wegfallen.

Quelle: dpa

In der Summe sinkt die Zahl der Soldaten und Zivilbeschäftigten in Sachsen von vormals gut 4500 auf 3600. Deutliche Reduzierungen an den verbleibenden Standorten gibt es nicht. Frankenberg und Marienberg bleiben die großen Kasernen Sachsens. Delitzsch behält mit der Unteroffiziersschule des Heeres eine zentrale Einheit, das Gleiche gilt für Dresden mit der Offiziersschule des Heeres.

Wer dieser Tage aus militärischem Blickwinkel auf Sachsen schaut, wird das Land sowieso als Gewinner wahrnehmen. Mit dem kürzlich neu eröffneten Militärhistorischem Museum der Bundeswehr - Kostenpunkt 62,5 Millionen Euro - erhielt Dresden eine Art Sondermission.

dpa/nöß

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