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Leipziger Jungunternehmer begeistert mit spektakulären Luftaufnahmen

Deutschland aus der Vogelperspektive Leipziger Jungunternehmer begeistert mit spektakulären Luftaufnahmen

Für seine Fotos muss der Leipziger Moritz Kertzscher hoch hinaus – auf Leitern steigen muss er dafür aber noch nicht. Der Jungunternehmer hat sich auf ungewöhnliche Luftbilder und Videos per Drohne spezialisiert - und mit seinen besonderen Aufnahmen auch die Oscar-Jury überzeugt.

Bekannte Motive aus ungewöhnlichem Winkel: Moritz Kertzscher ist auf Luftaufnahmen spezialisiert, wie hier vom Leipziger Völkerschlachtdenkmal.
 

Quelle: Deutschland abgelichtet (Moritz Kertzscher)

Leipzig.  Moritz Kertzscher will stets hoch hinaus – und bleibt doch am Boden. Was sich zunächst wie ein Widerspruch anhört, macht spätestens dann Sinn, wenn man den sympathischen Leipziger bei seiner Arbeit beobachtet. Der 29-Jährige ist professioneller Videofilmer und erstellt mit Hilfe seiner Kameradrohne spektakuläre Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven – und darf sich inzwischen sogar über einen Oscar-Gewinn freuen.

Vom Hobby zum Beruf

Angefangen hat alles als Hobbyprojekt. „Ich habe parallel zu meiner Ausbildung als Mediengestalter für Bild und Ton die Idee entwickelt, Deutschland zu entdecken“, erinnert er sich. „Ich wollte mein Heimatland besser kennenlernen.“ Gesagt, getan: Immer wenn er Urlaub hatte, schnappte sich Kertzscher seine Ausrüstung und reiste quer durchs Land, um neue Orte zu entdecken und deren besonderen Charme einzufangen. Anfangs noch auf eigene Kosten, erregte er über Einträge in sozialen Netzwerken schnell größere Aufmerksamkeit. „Zunächst hat mich das Deutsche Jugendherbergswerk mit Schlafplätzen unterstützt, später wurde ich dann auch direkt von Kommunen angesprochen, um Imageaufnahmen der Gemeinden zu erstellen.“ Im Sommer 2015 wurde aus dem Hobby sein Beruf: Mit seiner Firma „Deutschland abgelichtet“ ist Kertzscher seitdem selbstständig.

Mit seiner Arbeit will er das Besondere eines Ortes sichtbar machen. „Ich möchte zeigen, dass Deutschland zahlreiche Facetten hat, vor allem Landschaftlich“, erläutert er. „Gebirge, Wälder, Seen, die Küste – es gibt so viel zu entdecken und diese Vielfalt möchte ich abbilden.“ Zwar ist seine Firma formell noch ein Ein-Mann-Betrieb, allerdings kann Kertzscher auf ein festes Netz aus freien Mitarbeitern zurückgreifen.

Von Ängsten und Regeln

Obwohl Kertzscher und sein Team mit ihrer Arbeit sehr erfolgreich sind – ganz ohne Schwierigkeiten laufen seine Einsätze dann doch nicht ab, wie er berichtet. Viele Leute seien zunächst verunsichert, wenn das Team mit der 3,5 Kilo schweren , knapp 6500 Euro teuren und bis zu 70 Stundenkilometer schnellen Drohne anrücke. „Das ist schon verständlich, schließlich sieht man sowas nicht jeden Tag“, gibt er zu. Allerdings seien die Ängste der Menschen - etwa, mit Hilfe des Geräts ausspioniert zu werden – unbegründet. „Unsere Arbeit unterliegt strengen Regularien, wir müssen für jeden Dreh eine Genehmigung einholen und uns strikt an die Auflagen halten“, betont Kertzscher. Das teils schlechte Image, das seinem Arbeitsgerät anhaftet, sieht er vor allem in der Flut an Amateur-Piloten begründet. „Ich kann verstehen, dass viele Leute vom Drohnenfliegen begeistert sind, es ist ein tolles Hobby. Nur muss sich jeder an die Regeln halten, sonst geraten wir alle in Verruf.“

Mit der Drohne zum Oscar

Trotz der teils widrigen Umstände: Der Spaß an und der Erfolg mit der Arbeit überwiegen für Moritz Kertzscher deutlich. Eine besondere Ehrung wurde ihm zudem in der Nacht zum Freitag zu Teil. Der 30-minütige Spielfilm „Am Ende der Wald“ des Regisseurs Felix Ahrens, zu dem Kertzscher Luftaufnahmen beisteuerte, hat in Los Angeles den silbernen Studenten-Oscar gewonnen. „Ich bin schon ein wenig stolz darauf, dass der Film mit meinen Aufnahmen beginnt“, gibt er zu, betont aber auch: „Trotzdem hat natürlich der Film als Ganzes den Oscar erhalten, das gesamte Team wurde gewürdigt.“

Für künftige Projekte will Kertzscher zunächst in Deutschland arbeiten, kann sich aber auch Aufnahmen im Ausland vorstellen. Wer weiß, vielleicht wird aus „Deutschland abgelichtet“ ja irgendwann einmal „Europa abgelichtet“.

Von Bastian Fischer

Drohnen – Regeln & Vorschriften

Wer seine Drohne in Sachsen aufsteigen lassen möchte, muss einige Regeln beachten, die von der zuständigen Landesdirektion festgelegt werden.

Für den privaten Betrieb gelten dabei einige Faustregeln. So darf die Drohne ein Gesamtgewicht von fünf Kilogramm nicht überschreiten und muss über einen Elektroantrieb verfügen. Zu Flughäfen ist ein Mindestabstand von 1,5 Kilometern einzuhalten, ebenso darf der kontrollierte Luftraum – in dem Flugzeuge und Helikopter operieren – nicht beflogen werden. Auch ein Überfliegen von Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten, Justizvollzugsanstalten und militärischen Einrichtungen ist untersagt. Die maximale Flughöhe beträgt 100 Meter, der Flug muss stets auf Sicht erfolgen. Anderen Luftfahrzeugen ist auszuweichen.

Für die gewerbliche Nutzung oder Flüge mit einer Drohne, die die Maximalwerte überschreitet, muss eine Erlaubnis bei der Landesdirektion beantragt werden. Hier gelten weitere, noch schärfere Regeln. So dürfen Starts und Landungen nur mit Erlaubnis des jeweiligen Grundstückseigentümers erfolgen. Bei Überflügen von geschlossenen Ortschaften muss die zuständige Ordnungs- oder Polizeibehörde informiert werden. Neben den regulären Verboten ist es auch nicht gestattet, Verkehr zu überfliegen.

Private und gewerbliche Piloten benötigen zudem eine Haftpflichtversicherung für ihr Fluggerät.

Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Landesdirektion.

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