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Leipzigs Polizeipräsident Wawrzynski hat vom NSU-Trio erst aus den Medien erfahren

Leipzigs Polizeipräsident Wawrzynski hat vom NSU-Trio erst aus den Medien erfahren

Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski hat nach eigener Aussage keine Kenntnis darüber gehabt, dass sich das Neonazi-Trio Uwe Mundlos, Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt während seiner Zeit als dortiger Leiter des Polizeipräsidiums in Chemnitz aufhielt.

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Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski hat nach eigener Aussage keine Kenntnis darüber gehabt, dass sich das Mundlos, Zschäpe und Böhnhardt während seiner Zeit als Leiter des Polizeipräsidiums in Chemnitz aufhielt.

Quelle: dpa

Dresden. Dies ergab die Anhörung des 59-Jährigen im Untersuchungsausschuss zur Zwickauer Neonazi-Terrorzelle im Dresdner Landtag am Freitag.

Wawrzynski, der im kommenden Jahr bei der Leipziger Bürgermeisterwahl kandidieren wird, stand dem Chemnitzer Präsidium zwischen 2000 und 2004 vor. In dieser Zeit hätte man ihn weder darüber informiert, dass nach dem Trio gefahndet wird, noch darüber, dass ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) der Chemnitzer Polizei Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt im Jahr 2000 observiert hatte. "Von den Namen und der Existenz der NSU habe ich erst im Zusammenhang mit den Medienberichten nach dem 14. November 2011 erfahren", so Wawrzynski.

Seine Aufgaben als Polizeipräsident hätten eher in der Personalführung, der Logistik und in der Führung der Kriminalpolizeiinspektion gelegen. Konkrete Aufgaben an das MEK zur Observierung der in Thüringen wegen Sprengstoffattentaten per Haftbefehl gesuchten Mitglieder der NSU, Amtshilfeersuche aus Thüringen oder diesbezügliche Anweisungen des Landeskriminalamtes seien dagegen nicht über seinen Tisch gegangen. Die Serie an Banküberfällen in Chemnitz und im Zwickauer Raum, die in der Zwischenzeit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zugeordnet werden konnten, hätte der Polizeipräsident zwar zur Kenntnis genommen, einen Handlungsbedarf habe er aber nicht gesehen: "Die Zusammenhänge waren für uns nicht erkennbar."

Während der Anhörung informierte er den Ausschuss in seinen souverän vorgetragenen Ausführungen außerdem darüber, dass es ausgeschlossen sei, dass sich das Polizeipräsdium Chemnitz an dem Untertauchen des Trios beteiligt hat. Auch erinnert er sich nicht, dass man Kenntnisse über mögliche Unterstützer oder Mitglieder der NSU gehabt habe: "Derart gravierende Erkenntnisse hätte ich mit Sicherheit noch parat", erklärte der 59-Jährige. Hätte man gewusst, dass sich das Trio in Chemnitz aufhält, hätte dies eine Fahndung zur Folge gehabt, versicherte Wawrzynski.

Nach seinem letzten offiziellen Arbeitstag hat sich Wawrzynski am Freitag als Polizeichef in den Urlaub verabschiedet. Den will er als CDU-Kandidat für den Oberbürgermeister-Posten in Leipzig mit Wahlkampf verbringen. „Ab Samstag übernimmt Bernd Merbitz die PD Leipzig in vollstem Umfang“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt.

Rein formell hat Leipzig damit weiter zwei Polizeipräsidenten: Wawrzynski im Urlaub, Merbitz im Amt. Das wird noch bis zum 28. Februar 2013 so sein, bis der 59-Jährige Wawrzynski endgültig aus dem Polizeidienst in den Ruhestand verabschiedet wird.

Christin Grödel / dpa

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