Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Leuchtendes Vorbild: Deutscher Zukunftspreis geht nach Dresden

Leuchtendes Vorbild: Deutscher Zukunftspreis geht nach Dresden

Sagt er etwas zu seinem Privatkredit oder sagt er nichts? Selten stand ein Bundespräsident bei der Verleihung des Deutschen Zukunftspreises so unter politischer Beobachtung wie Christian Wulff am Mittwochabend in Berlin.

Voriger Artikel
Sachsens Landtag lehnt Kommission zu Neonazi-Terror ab
Nächster Artikel
Landtag in Dresden debattiert über Verbindungen der NPD zur Neonazi-Terrorzelle

Bundespräsident Christian Wulff (r) verleiht am Mittwoch in Berlin den Deutschen Zukunftspreis an die Dresdner Wissenschaftler Karl Leo, Martin Pfeiffer und Jan Blochwitz-Nimoth (v.l.n.r).

Quelle: dpa

Berlin. Es ging um Spitzenforschung und um 250 000 Euro Preisgeld - und gleichzeitig forderten Oppositionspolitiker wie Renate Künast (Grüne) eine Entschuldigung von Wulff.

Die Wissenschaft hat unter diesem Erwartungsdruck klar gesiegt. Wulff äußerte sich nicht zu seinem Kredit. Wirklich gerechnet hatte damit ohnehin niemand. Er drückte sich aber auch nicht um den anschließenden Empfang - verschwand nach einer halben Stunde dann aber doch recht früh.

Den siegreichen Wissenschaftlern aus Dresden hat das alles nicht die Laune verdorben. „Wir freuen uns“, sagt Teamsprecher Karl Leo. „Das war eine Überraschung bei der Konkurrenz. Wir wollten vorher den Ball flachhalten, weil wir nicht wussten, ob wir es schaffen.“ In diesem Jahr musste sich die Jury zwischen drei Forschungsteams entscheiden. Zwei kamen aus dem klassischen Tüftlerland Baden-Württemberg und boten Fahrerassistenzsysteme für Autos und effektivere Solarzellen aus Galliumarsenid. Gesiegt hat mit den Sachsen aber schließlich der Osten - als leuchtendes Vorbild bei der speziellen Weiterentwicklung organischer Halbleiter.

Die haben nichts mit klassischem „Bio“ zu tun. Dem Team aus der Technischen Universität Dresden, dem Fraunhofer-Institut und den ausgegründeten Firmen Dresdner Novaled AG und Heliatek GmbH geht es um Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Sie können bei der Stromgewinnung biegsame Alternativen zu sperrigen klassischen Solarzellen sein.

Die Forscher nutzen ihre Kunststoff-Elektronik bereits für Handy-Displays. Intelligente Kleidung, die leuchten kann, sei ebenfalls möglich. „Es könnte bald Taschen geben, in denen man sein Mobiltelefon auflädt“, erläuterte Leo. Auch großflächige Leuchten, die sich wie eine zweite Haut hauchdünn auf Wänden, Möbeln, Fenster- oder Fassadenflächen aufbringen lassen, halten die Forscher für realistisch. Es sei kostengünstiger und praktischer - und auch an der Haltbarkeit werde gearbeitet - mehr als 10 Jahre sollen möglich sein.

Doch bis sich die Sachsen als Sieger fühlen konnten, mussten sie eine Dreiviertelstunde zittern. So lange dauerte die Verleihungszeremonie, bei der Bundespräsident Wulff beim Betreten der Bühne zunächst ernst und angespannt wirkte. Doch er machte alle spielerischen Versuche mit, die der Kür der Sieger vorausging. Und er lobte den Erfindungsreichtum der Wissenschaftler. Sie trügen dazu bei, das Leben der Menschen zu verbessern.

Der Zukunftspreis ist eine Institution. Es geht bereits zum 15. Mal um die besten marktreifen Ideen aus den Technik-, Ingenieur- und Naturwissenschaften in Deutschland. Wer die Auszeichnung bekommt, darf sich der Aufmerksamkeit der Branche gewiss sein. Der Preis ist auch ein Prädikatssiegel für weitere Entwicklung und Vermarktung.

Petra Kaminsky und Ulrike von Leszczynski, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr