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Linke hält Statistik zu Unterrichtsausfall an Sachsens Schulen für gefälscht

Linke hält Statistik zu Unterrichtsausfall an Sachsens Schulen für gefälscht

Der Unterrichtsausfall an Sachsens Schulen ist nach Einschätzung der Linken gravierender als offiziell zugegeben. „Für mich ist das eine gefälschte Statistik“, sagte die Sprecherin für Bildungspolitik, Cornelia Falken, am Dienstag in Dresden.

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Die Linke vermutet einen höheren Unterrichtsausfall als offiziell angegeben.

Quelle: dpa

Dresden. Zugleich forderte sie mehr Transparenz, um das wirkliche Ausmaß zu erfahren und entsprechend darauf reagieren zu können. Das Kultusministerium wies die Darstellung zurück. Die betreffende Statistik werde seit 2004/2005 auf Beschluss des Landtages „für jedermann einsehbar transparent im Internet auf dem Sächsischen Bildungsserver“ veröffentlicht, sagte die Sprecherin des Ministeriums, Andrea Valendiek.

„Es werden auch die Kriterien der Erhebung ausführlich erklärt und dargestellt. Unterrichtsausfall ist immer ärgerlich, aber jede Schulleitung ist bemüht, den Unterricht für die Schüler zu sichern.“ Dazu würden verschiedene Formen der Unterrichtsorganisation herangezogen, beispielsweise auch die Stillarbeit. „Das heißt, der Schüler lernt in der Schule, anstatt nach Hause geschickt zu werden.“ Laut Ministerium fielen im vergangenen Schuljahr 3,9 Prozent der Stunden weg. Linke-Politikerin Falken vermochte am Dienstag keine Dunkelziffer zu nennen, brachte aber Beispiele für einen „verdeckten“ Unterrichtsausfall, der gar nicht in die Statistik eingeht.

So mussten ihrer Darstellung zufolge Mädchen und Jungen aus einer 4. Klasse der Leipziger Edouard-Manet-Grundschule eine Woche bei den Erstklässlern absitzen, weil der eigene Lehrer ausfiel. Auch „Stillbeschäftigung“, bei der die Schüler ohne Pädagogen Aufgaben lösen oder lesen sollen, gelte in Sachsen als „fachgerecht vertretene Unterrichtsstunde“. Nach den Worten von Falken schauen Schüler bei Abwesenheit ihres Lehrers auch mal einen Film an oder bleiben bei sogenannten Hausarbeitstagen komplett der Schule fern. Wenn ein Lehrer zwei Klassen zu betreuen habe, zähle das gleichfalls nicht als Unterrichtsausfall.

Falken verwies auf Argumente aus dem Kultusministerium, wonach der Unterrichtsausfall im vergangenen Schuljahr unter anderem eine Folge des harten Winters gewesen sei. Im Nachbarland Bayern spiele so etwas keine Rolle, verglich die Linke-Politikerin. Bei sächsischen Lehrern heiße es lakonisch: „Der harte Winter im Schuljahr 2011/2012 hat bereits im August/September begonnen.“

In einem Antrag ans Parlament sprechen die Linken davon, dass der Unterrichtsausfall zu Beginn dieses Schuljahres „dramatische Ausmaße“ angenommen habe. Konkrete Zahlen konnte Falken allerdings nicht nennen. Mangels exakter Statistik sei das flächendeckend kaum nachweisbar, punktuell aber immer wieder. So habe in der Schule am Auwald in Leipzig nach dem Ausfall zweier Lehrer bis zu den Herbstferien neben Englisch auch der Förder- und Integrationsunterricht nicht stattgefunden.

Mit einer Postkartenaktion wollen die Linken nun von Schülern wissen, wo der meiste Unterricht wegfällt. „Mitmachen lohnt sich“, heißt es auf der Karte. Unter allen Einsendern werden zehn Preise verlost. Der Hauptpreis ist ein MP3-Player - natürlich in Rot.

dpa

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