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Lkw-Maut auf Bundesstraße 2 bei Leipzig – Nabu fordert Maut für gesamtes Straßennetz

Lkw-Maut auf Bundesstraße 2 bei Leipzig – Nabu fordert Maut für gesamtes Straßennetz

Berlin/Leipzig. Von der Ausdehnung der Lkw-Maut auf gut ausgebaute Bundesstraßen an diesem Mittwoch ist auch ein Teilabschnitt der B 2, südlich von Leipzig, betroffen.

Gemeinsam mit sieben weiteren Abschnitten in den drei mitteldeutschen Bundesländern wird auch auf der Strecke von Markkleeberg, Kreuzung Seenallee, bis zur Einmündung der B 95, südlich von Großdeuben, eine Gebühr fällig.

Wollen Lastwagen den 5,5 Kilometern langen Abschnitt passieren, werden je nach Lkw durchschnittlich 17 Cent pro Kilometer fällig. Die Maut entspricht dabei dem Regelsatz auf Autobahnen. Warum der Abschnitt der B 2 in die Liste gebührpflichtiger Bundesstraßen aufgenommen wurde, erklärte Ingo Strater vom Bundesverkehrsministerium am Dienstag auf Anfrage von LVZ-Online: „Damit wollen wir unter anderem erreichen, dass die Verursacher von Straßenschäden an den Instandhaltungskosten mit beteiligt werden.“

Die Kriterien zur Mautpflicht auf Bundesstraßen seien in Zusammenarbeit mit den Ländern entwickelt worden. Voraussetzung für die Erlaubnis zur Erhebung der Gebühr ist beispielsweise die Mindestabschnittslänge von vier Kilometern, ein autobahnähnlicher Ausbau der Strecke sowie die Anbindung an eine Autobahn. Dies sei auf dem Teilstück der B 2 gegeben, sagte Strater.

Dieser Abschnitte auf deutschen Bundesstraßen kosten für Lkw-Fahrer künftig Geld

Gut sieben Jahre nach ihrer Einführung auf Autobahnen gilt die Lkw-Maut von diesem Mittwoch an auf 1135 Kilometern des knapp 40.000 Kilometer langen Bundesstraßen-Netzes.

Die Ausdehnung der Mautregelung geht Verkehrs- und Umweltverbänden allerdings nicht weit genug. Die SPD will prüfen, ob in der nächsten Legislaturperiode ab 2013 alle Bundesstraßen einbezogen werden könnten. Voraussetzung sei aber, dass die Systemkosten für den Betrieb niedrig seien und die Einnahmen zusätzlich in die Infrastruktur flössen, sagte Sören Bartol, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Der Naturschutzbund (Nabu) nannte die Ausweitung halbherzig. Lastwagen verursachten Luftschadstoffe und Lärm und sollten mehr an den Kosten für Umwelt und Gesundheit beteiligt werden. „Die Lkw-Maut muss deshalb so schnell wie möglich auf das gesamte Straßennetz ausgeweitet werden“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Dienstag.

Auch der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert eine Weiterentwicklung. Die Lkw-Maut müsse schrittweise von durchschnittlich 17 auf 45 Cent pro Kilometer angehoben werden und auf allen Straßen gelten. Zudem sollten nicht nur Laster ab zwölf Tonnen, sondern schon ab 3,5 Tonnen Gesamtgewicht einbezogen werden.

Karte: Mautpflichtige Bundesstraßen in Deutschland

Von der Maut-Ausweitung erwartet der Bund Mehreinnahmen von etwa 100 Millionen Euro im Jahr, die dringend nötigen Straßenbau-Investitionen zugutekommen sollen. Auf Autobahnen brachte die Lkw-Maut zuletzt rund 4,5 Milliarden Euro in die Bundeskasse.

Die Speditionsbranche geht davon aus, dass Zusatzkosten auf die Waren aufgeschlagen werden. „Am Ende zahlt’s der Verbraucher“, sagte Andrea Marongiu, Geschäftsführer des Verbandes Spedition und Logistik Baden- Württemberg.

Die Firmen mit ohnehin geringen Margen könnten die Kosten nicht einfach schlucken, sondern seien gezwungen, sie an ihre Kunden in Handel und Industrie weiterzugeben. Diese wiederum würden das in ihre Produkte einpreisen.

Der Städte- und Gemeindebund hatte sich dafür ausgesprochen, mittelfristig zu einer Lkw-Maut auf allen Straßen zu kommen. Die Kommunen, die ein Straßennetz von 460.000 Kilometern haben, sollten dann an den Einnahmen beteiligt werden. Auch das Bahnlobby-Bündnis „Allianz pro Schiene“ verlangte eine Maut-Ausdehnung auf alle Straßen.

„Für einen fairen Wettbewerb zwischen den Verkehrsträgern Straße und Schiene ist das unbedingt notwendig, weil die Güterbahnen schon längst eine Schienenmaut als Trassennutzungsgebühr auf allen Strecken zahlen müssen“, sagte Geschäftsführer Dirk Flege.

chl/dpa

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