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Lokführerstreik beendet - Behinderungen im Bahnverkehr hielten auch danach an

Lokführerstreik beendet - Behinderungen im Bahnverkehr hielten auch danach an

Leipzig. Der Lokführerstreik hat den Zugverkehr in Sachsen am Donnerstagmorgen zum Erliegen gebracht. „Wir verzeichnen im Raum Leipzig eine sehr hohe Streikbeteiligung“, sagte Bahnsprecherin Änne Kliem am Donnerstagmorgen gegenüber LVZ-Online.

Vor allem der Nahverkehr sei stark betroffen, aber auch viele Züge im Fernverkehr fahren seit Streikbeginn um 4 Uhr nicht mehr. Zudem stehen bundesweit etwa 300 Güterzüge still, sagte Kliem. Auch das private Unternehmen Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) war vom Streik betroffen. Laut Unternehmensangaben fiel bei der MRB jeder fünfte Zug aus.

 

Wie schon bei den Ausständen der Lokführergewerkschaft in den vergangenen Tagen und Wochen, reagiert die Deutsche Bahn mit einem Busnotverkehr und verstärktem Einsatz von Servicepersonal an den betroffenen Bahnsteigen. „Nach meiner Kenntnis läuft die Kommunikation sehr gut, allerdings ist die Frustration bei den Reisenden auch spürbar hoch“, sagte Kliem.

„Vor allem im Pendelverkehr bringt der Streik sicher viele Probleme“, vermutete Sabine Haase am Donnerstagmorgen. Die Rentnerin wollte vom Leipziger Hauptbahnhof in Richtung Norden fahren, musste nun aber notgedrungen am Bahnsteig ausharren. Im Gegensatz zu vielen Leidensgenossen hatte sie jedoch ausreichend Zeit mitgebracht und konnte so auch  Verständnis für die Streikenden und ihr Anliegen aufbringen.

Ähnlich sah dies auch Reinhard Friedrich. Der Leipziger war auf dem Weg nach Frankfurt/Main, um dort einen Ferienflieger zu besteigen. Da jener allerdings erst morgen Früh gen Süden abhebt, blieb Friedrich gelassen: „Wir haben uns vorher informiert und wussten deshalb, dass es heute zum Streiken kommen wird“ sagte er.

 

Deutlich weniger verständnisvoll gab sich am Donnerstagmorgen Günter Neubert, der vom Hauptbahnhof aus zu einer Geburtstagsfeier reisen wollte. Die Kritik des Leipziger Komponist traf allerdings nicht die streikenden Lokführer: „Für gleiche Arbeit muss es auch gleiches Geld geben“, sagte Neubert. Die unterschiedlichen Gehälter bei den Lokführern seien „eine große Schweinerei“ und der Ausstand deshalb gerechtfertigt. Problematisch sei allerdings, dass der deutschen Wirtschaft durch den Stillstand im Güterverkehr geschädigt werde.

Wie die Lokführergewerkschaft GDL am Mittwochabend angekündigt hat, soll der Ausstand noch bis 10 Uhr andauern. Die Bahn geht davon aus, dass der Betrieb dann wieder schrittweise aufgenommen werden kann. Es sei allerdings zu erwarten, dass es auch mehrere Stunden nach Streikende erhebliche Behinderungen geben wird, da die Fahrpläne und Personaleinsatzpläne ganztägig aus dem Takt gebracht wurden.

 

Informationen zu aktuellen Einschränkungen und zum Busnotverkehr veröffentlicht die Bahn unter www.bahn.de/aktuell

Während Bahn und Reisende mit den Streikmaßnahmen zu kämpfen haben, sprach der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky von einem „deutlichen Signal an die Arbeitgeber, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“. Seit Auszählung der Urabstimmung am Montag, in der mehr als 90 Prozent für unbefristete Streiks votiert hatten, habe sich bei der Bahn und ihren sechs großen Konkurrenten im Regionalverkehr nichts bewegt. „Das zwingt uns zu erweiterten Arbeitskampfmaßnahmen.“

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Leipzig. Der Lokführerstreik führt auch am Freitag zu Behinderungen im regionalen Bahnverkehr in Sachsen. Betroffen sind die Vogtlandbahn, die Ostdeutsche Eisenbahn und die Mitteldeutsche Regiobahn. Während die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) teilweise mit Ausfallquoten von bis zu 80 Prozent rechnet, wollen die Unternehmen die meisten Verbindungen aufrechterhalten.

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Die GDL will einheitliche Tarifstandards für rund 26 000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr durchsetzen – egal, bei welchem Betreiber sie arbeiten. Eine Kernforderung sind einheitliche Einkommen auf dem Niveau des Marktführers DB sowie fünf Prozent Aufschlag auch bei den Konkurrenten Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn.

 

Die Deutsche Bahn verurteilte die Ausweitung des Arbeitskampfes.  „Es ist und bleibt ein widersinniger Streik“, sagte Personalvorstand Ulrich Weber. Von einer angekündigten Schonung der Pendler könne keine Rede sein. „Dieser Streik ist das untauglichste aller Mittel.“ Die Gewerkschaft wolle Forderungen bei den Bahn-Konkurrenten im Personenverkehr durchsetzen und bestreike den Güterverkehr der DB. „Ich glaube, das versteht niemand mehr.“

Dirk Knofe / mpu / dpa

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