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Luftfahrtmesse ILA bleibt in Berlin-Brandenburg

Luftfahrtmesse ILA bleibt in Berlin-Brandenburg

Berlin und Brandenburg haben sich im Wettbewerb um den künftigen Standort der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) durchgesetzt. Die Messe bleibt Schönefeld vor den Toren Berlins treu und zieht 2012 nur ein paar Kilometer weiter nach Westen in den Ortsteil Selchow.

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Solche Bilder wird es doch nicht aus Leipzig geben. Die ILA wird von 2012 an in Selchow stattfinden.

Quelle: dpa

Berlin. Diese Entscheidung gab der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als Ausrichter am Freitag bekannt.

Einziger Konkurrent Selchows war zuletzt der Flughafen Leipzig- Halle, der von den Ländern Sachsen und Sachen-Anhalt unterstützt wurde. Für das neue Messegelände wollen Berlin und Brandenburg nach früheren Angaben rund 27 Millionen Euro investieren. Ein Teil des neuen Schönefelder Großflughafens, der gerade gebaut wird, kann bis zum Jahr 2020 für die ILA genutzt werden.

Die BDLI lieferte zunächst keine Erklärung dafür, was letztlich den Ausschlag für Selchow und gegen Leipzig-Halle gab. Der Verband verwies lediglich auf eine Rahmenvereinbarung mit Berlin, Brandenburg sowie der Flughafengesellschaft und der Messe Berlin aus dem Jahr 2006. Mit einer letzten schriftlichen Präzisierung des Konzepts sei diese schließlich erfüllt worden.

Das BDLI-Präsidium hatte die Entscheidung über den neuen Standort zweimal vertagt. Andere Bewerber wie die Flughäfen Hannover, Oberpfaffenhofen bei München, Stuttgart und Köln/Bonn waren schon frühzeitig aus dem Rennen. In der Entscheidung des Verbands gibt es aber auch kritische Töne gegenüber Berlin und Brandenburg. So seien Zeitpläne nicht eingehalten worden und Gremienbeschlüsse nicht rechtzeitig gefasst worden.

Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) äußerte sich erfreut: „Die ILA gehört nach Berlin-Brandenburg und nirgendwo anders hin“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Als sie nach der Wiedervereinigung von Hannover nach Schönefeld zog, sei die Schau eine Regionalmesse gewesen. „Sie ist heute eine Messe mit Weltruf, und das kann sie nur hier und nirgendwo anders sein.“ Platzeck will am Montag mit dem Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Einzelheiten des Konzeptes erläutern.   

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zeigte sich enttäuscht, hob aber die positiven Aspekte der Bewerbung hervor. „Wir Sachsen können stolz darauf sein, dass wir es in dem Auswahlverfahren auf Platz zwei geschafft haben. Wir wissen und wussten, dass wir mit dem Flughafen der Hauptstadt konkurrieren. So sind wir wahr genommen worden“, sagte der Regierungschef.

Auch die Oberbürgermeister von Leipzig und Halle, Burkhard Jung und Dagmar Szabados (beide SPD) bedauerten die Entscheidung. Die Bewerbung habe beide Städte aber zusammenrücken lassen, davon würden sie in Zukunft profitieren, sagte Szabados.

Der Berliner Messe-Chef Raimund Hosch sagte, die ILA bringe Geld in die Region und sichere so Steuereinnahmen und Arbeitsplätze. „Über die eigentliche Bedeutung der ILA hinaus ergeben sich durch das neue Messegelände in Selchow weitere Wachstumsmöglichkeiten für den Messestandort Berlin-Brandenburg.“

Nach Angaben von Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) ist die Luft- und Raumfahrtindustrie in Berlin- Brandenburg mit mehr als 5000 Spezialisten und einem Jahresumsatz von mehr als 2,1 Milliarden Euro zum dritten großen Standort der Branche in Deutschland nach München und Hamburg aufgestiegen. Die Region werde sich weiter als Zentrum der Branche profilieren, sagte Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke).

Die Grünen im Abgeordnetenhaus reagierten dagegen enttäuscht: „Berlin braucht die ILA nicht“, teilte sie mit. Der Nutzen der Messe für die Region sei äußerst begrenzt, der Messegesellschaft habe sie zuletzt Verluste eingetragen, teilte der Finanzpolitiker Jochen Esser mit. Berlin brauche auch kein weiteres Ausstellungsgelände.

Am alten Standort wird die ILA letztmals kommende Woche veranstaltet. Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet die Messe am Dienstag mit einer Rede. Erwartet wird eine Rekordbeteiligung mit 1150 Ausstellern aus 48 Nationen.

dpa

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