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MDR-Intendantin Wille zieht erste Bilanz: „Wir wollen neue Gesichter, andere Anmutungen“

MDR-Intendantin Wille zieht erste Bilanz: „Wir wollen neue Gesichter, andere Anmutungen“

Der krisengeschüttelte Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) will sich nach schweren Skandalen neu erfinden. Es gehe darum, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und die Programme der Dreiländeranstalt zu erneuern.

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Die neue Intendantin des MDR, Karola Wille.

Quelle: dpa

Leipzig. Es komme alles auf den Prüfstand, sagte MDR-Intendantin Karola Wille zu ihrer 100-Tage-Bilanz. Die Verpflichtung von „Bauer sucht Frau“-Star Inka Bause und Moderatorin Madeleine Wehle waren offensichtlich nur der Anfang. „Wir wollen neue Gesichter, andere Anmutungen“, sagte Wille. Und vor allem neue Gesichter aus der Region.

Dazu solle es eine breite Diskussion, eine Zukunftswerkstatt geben. Ob die beiden nebeneinander existierenden Radio-Jugendwellen Jump und Sputnik in dieser Form auch weiter eine Zukunft haben, dazu wollte sie sich nicht äußern. Alles sei möglich. Der MDR werde sein öffentlich-rechtliches Profil schärfen, publizistischer, regionaler und jünger werden. Ein Schritt sei etwa die Ausweitung der 18-Uhr-Fernseh-Nachrichten.

Der MDR sendet in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Wille ist seit 1. November 2011 Intendantin des Senders. Sie folgte Udo Reiter, der sein Amt nach 20 Jahren abgegeben hatte.

Mit Blick auf die angepeilten Veränderungen sagte Wille: „Das ist ein allmählicher Prozess.“ Man müsse junge Leute gewinnen, ohne die Älteren zu verprellen. Das Durchschnittsalter des MDR-Publikums liege bei 61 Jahren. „Wir haben jetzt die 40- bis 49-Jährigen im Visier.“ Ob das etwa mit der Inka-Bause-Sendung „Drei Wünsche für...“ anstelle von Petra Kusch-Lücks Geburtstagsshow „Alles Gute“ gelingt, bleibt abzuwarten. „Wir experimentieren, wir haben auch keine Quoten vorgegeben“, sagte Wille. Die behutsame Modernisierung der Angebote im Fernsehen, Hörfunk und Internet werde für die kommende Zeit ihr Schwerpunkt sein.

„Bisher war ich mehr Verwaltungs-Intendantin.“ Das sei aber notwendig gewesen, um Konsequenzen aus den Skandalen der jüngeren Vergangenheit zu ziehen und verlorengegangene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

In einem der größten Betrugsfälle beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen hatte ein inzwischen verurteilter früherer Herstellungsleiter des Kinderkanals Ki.Ka mit Hilfe eines Komplizen Millionen an Gebührengeldern in die eigene Tasche gewirtschaftet, um seine Spielsucht zu befriedigen. In einem anderen Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den inzwischen entlassenen, früheren TV-Unterhaltungschef Udo Foht und elf weitere Beschuldigte aus der Medien- und Musikbranche wegen Bestechlichkeit und Bestechung, Untreue und Betrugs. Wer Nachfolger des gefeuerten Unterhaltungschefs werden solle, wollte Wille noch nicht sagen.

Der Schaden aus dem Ki.Ka-Betrug betrage 8,9 Millionen Euro, sagte Wille. Als Konsequenz aus diesem Skandal seien unter anderem Strukturen beim gemeinsamen Kinderkanal der ARD und des ZDF überarbeitet worden. Der Ki.Ka werde stärker in den MDR integriert. Im Mai treten verschärfte Dienstanweisungen in Kraft. Kernpunkt sei die konsequente Anwendung des Vier-Augen-Prinzips. „Wir werden die Federführung mit noch größerer Sorgfalt ausführen“, sagte Wille.

dpa

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